K Textersetzung - „polygon =“ durch „polygons =“
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(Eine dazwischenliegende Version desselben Benutzers wird nicht angezeigt)
Zeile 29: Zeile 29:


== Geografie==
== Geografie==
[[Datei:Blick vom Wasserturm auf das Schulzentrum Wildbahn 05 08 1979 (0267345) MZ.jpg|links|mini|Blick über die Westgaste zum [[Schulzentrum Wildbahn]] (1979).]]
Wie der Name bereits vermuten lässt, befindet sich (die) Westgaste auf einer [[Geest]] (Gaste) im Westen der [[Stadt Norden]]. Geografisch grob umgrenzen lässt sich das Viertel in etwa wie folgt: Im Westen durch die Grenze nach [[Westermarsch I]], im Nordwesten bis zum [[Westlinteler Weg]], im Norden bis [[Im Spiet|zum Spiet]] im Osten bis zur [[Lange Riege|Langen Riege]] bzw. [[Feldpfad]] und im Süden bis zum [[Bürgermeisterviertel]] und dem [[Altendeichsweg (Westermarsch)|Altendeichsweg]]. Diese Grenzen sind nicht festgelegt, doch bilden sie im wesentlichen den Kern um die hohe Westgaste, obgleich die Grenze zwischen Stadt und [[Sandbauerschaft]] in Höhe der [[Weberslohne]] lag. Man kann die Straßen, die nach der Eingemeindung 1919 folgten, jedoch nicht mehr eindeutig der [[Norden (Stadtteil)|Altstadt]] oder Westgaste zuordnen.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref>
Wie der Name bereits vermuten lässt, befindet sich (die) Westgaste auf einer [[Geest]] (Gaste) im Westen der [[Stadt Norden]]. Geografisch grob umgrenzen lässt sich das Viertel in etwa wie folgt: Im Westen durch die Grenze nach [[Westermarsch I]], im Nordwesten bis zum [[Westlinteler Weg]], im Norden bis [[Im Spiet|zum Spiet]] im Osten bis zur [[Lange Riege|Langen Riege]] bzw. [[Feldpfad]] und im Süden bis zum [[Bürgermeisterviertel]] und dem [[Altendeichsweg (Westermarsch)|Altendeichsweg]]. Diese Grenzen sind nicht festgelegt, doch bilden sie im wesentlichen den Kern um die hohe Westgaste, obgleich die Grenze zwischen Stadt und [[Sandbauerschaft]] in Höhe der [[Weberslohne]] lag. Man kann die Straßen, die nach der Eingemeindung 1919 folgten, jedoch nicht mehr eindeutig der [[Norden (Stadtteil)|Altstadt]] oder Westgaste zuordnen.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref>


Die Erhebung der Westgaste besteht vorwiegend aus sandigem Boden, wie es für ein Geestland typisch ist. Nur in tieferen Lagen der Westgaste findet man marschtypischen Kleiboden. Eine Bohrung aus dem Jahr 1897 ergab zunächst eine schwache Lage Sand, dann Geschiebemergel und darunter Diluvialsand. Am Fuße des Hügels ist schon Klei über dem Sand gelagert. An der Oberfläche des Abhangs befand sich in 0,90 Metern Tiefe Kleiboden, darunter bis 2,50 Metern Tiefe feinkörnige Sande, dann bis 6,20 Meter Diluvialsande mit Geschieben, bis 6,80 Meter Geschiebelehm und bis 20,80 Meter Geschiebemergel. Darunter folgten bis 22,50 Meter schwach mergeliger feiner Sand und sodann bis 30,60 Meter feinkörnige Quarzsande teils mit größeren und kleineren Kohlestücken und schließlich bis 34 Meter grobkörniger Quarzsand.<ref name=":0">Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 49 Heft c (1897), S. 38f.</ref>
Die Erhebung der Westgaste besteht vorwiegend aus sandigem Boden, wie es für ein Geestland typisch ist. Nur in tieferen Lagen der Westgaste findet man marschtypischen Kleiboden. Eine Bohrung aus dem Jahr 1897 ergab zunächst eine schwache Lage Sand, dann Geschiebemergel und darunter Diluvialsand. Am Fuße des Hügels ist schon Klei über dem Sand gelagert. An der Oberfläche des Abhangs befand sich in 0,90 Metern Tiefe Kleiboden, darunter bis 2,50 Metern Tiefe feinkörnige Sande, dann bis 6,20 Meter Diluvialsande mit Geschieben, bis 6,80 Meter Geschiebelehm und bis 20,80 Meter Geschiebemergel. Darunter folgten bis 22,50 Meter schwach mergeliger feiner Sand und sodann bis 30,60 Meter feinkörnige Quarzsande teils mit größeren und kleineren Kohlestücken und schließlich bis 34 Meter grobkörniger Quarzsand.<ref name=":0">Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 49 Heft c (1897), S. 38f.</ref>


In einer Tiefe von 26 bis 28 Metern wurden in dem feinkörnigen Quarzsand Glaukonitkörnchen beobachtet, in dem grobkörnigeren von 30 bis 31 Metern und 32 bis 33 Metern Kohlenreste und Magneteisen. Diese Quarzsande von 22,50 Metern an erinnern nun in ihrer Ausbildung sehr an tertiäre Quarzsande.<ref name=":0" />
In einer Tiefe von 26 bis 28 Metern wurden in dem feinkörnigen Quarzsand Glaukonitkörnchen beobachtet, in dem grobkörnigeren von 30 bis 31 Metern und 32 bis 33 Metern Kohlenreste und Magneteisen. Diese Quarzsande von 22,50 Metern an erinnern nun in ihrer Ausbildung sehr an tertiäre Quarzsande.<ref name=":0" />[[Datei:Blick vom Wasserturm auf das Schulzentrum Wildbahn 05 08 1979 (0267345) MZ.jpg|mini|Blick über die Westgaste zum [[Schulzentrum Wildbahn]] (1979).]]
 
==Geschichte==
==Geschichte==
Die Bauerschaft Westgaste war als Teil einer Siedlung in der [[Sandbauerschaft]] bereits relativ früh besiedelt. Es handelte sich um einen Zusammenschluss von Bauern, die sich hier um größere Höfe und Häuser, wie die [[Westerburg]] ansiedelten und später mit weiteren Bauernschaften wie [[Ekel]], [[Westlintel]] und [[Ostlintel]] zur Gemeinde [[Sandbauerschaft]] zusammenschlossen.<ref>Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript</ref>
Die Bauerschaft Westgaste war als Teil einer Siedlung in der [[Sandbauerschaft]] bereits relativ früh besiedelt. Es handelte sich um einen Zusammenschluss von Bauern, die sich hier um größere Höfe und Häuser, wie die [[Westerburg]] ansiedelten und später mit weiteren Bauernschaften wie [[Ekel]], [[Westlintel]] und [[Ostlintel]] zur Gemeinde [[Sandbauerschaft]] zusammenschlossen.<ref>Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript</ref>
Zeile 47: Zeile 45:
Überregionale Bedeutung erlangte der Ort zudem durch den Bau der Empfangsstelle von [[Norddeich Radio]] in den frühen 1920er Jahren. Wegen der dichter werdenden Bebauung und Störungen durch elektronische Geräte wurden die Signale gestört, sodass bereits 1931 der Umzug nach [[Utlandshörn]] erfolgen musste. An die alte Empfangsstation erinnern noch heute der [[Funkweg]] und das Gebäude [[Im Spiet 28]], das heute als Mehrparteienhaus genutzt wird.
Überregionale Bedeutung erlangte der Ort zudem durch den Bau der Empfangsstelle von [[Norddeich Radio]] in den frühen 1920er Jahren. Wegen der dichter werdenden Bebauung und Störungen durch elektronische Geräte wurden die Signale gestört, sodass bereits 1931 der Umzug nach [[Utlandshörn]] erfolgen musste. An die alte Empfangsstation erinnern noch heute der [[Funkweg]] und das Gebäude [[Im Spiet 28]], das heute als Mehrparteienhaus genutzt wird.


1938 bis 1939 wurde der [[Wasserturm]] am höchsten Punkt der Westgaste errichtet, wodurch die Stadt erstmals einen Anschluss an die [[Wasserversorgung]] bekam. Bis dahin war es üblich, Trinkwasser aus öffentlichen und privaten Brunnen sowie Zisternen zu beziehen. Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] diente das Dach des Turms als [[Liste der Flakstellungen|Flakstellung]] zum Schutz vor alliierten Luftangriffen. In der Nachkriegszeit folgte schließlich, wie überall in Norden, eine intensivere Bebauung im Umfeld des schon sehr alten [[Hollander Weg|Hollander Wegs]]. Im angrenzenden [[Westlintel]] entstanden vor allem Reihen- und Mehrfamilienhäuser. Im Bereich der [[Brauhausstraße]] gibt es heute ebenfalls solche, die jedoch größtenteils - bis auf jene am [[Funkweg]] - schon in der Zeit um 1930 errichtet wurden und unter anderem als Dienstwohnungen für Armee- und Postbedienstete erbaut und genutzt wurden.
1938 bis 1939 wurde der [[Wasserturm]] am höchsten Punkt der Westgaste errichtet, wodurch die Stadt erstmals einen Anschluss an die [[Wasserversorgung]] bekam. Bis dahin war es üblich, Trinkwasser aus öffentlichen und privaten Brunnen sowie Zisternen zu beziehen. Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] diente das Dach des Turms als [[Liste der Flakstellungen|Flakstellung]] zum Schutz vor alliierten Luftangriffen. Die Stadt Norden wurde zwar nur vereinzelt Ziel von Luftangriffen und meist auch nur mit Restbombenbeständen, dennoch richteten alliierte Bomber nicht unerhebliche Schäden an. Unter anderem fielen in der [[Brauhausstraße]] und der [[Alleestraße]] einige Bomben. Der Schornstein der [[Brauerei Doornkaat|Westgaster Brauerei]] wurde am 19. April 1943 von der Wehrmacht  gesprengt.<ref name=":2">Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 51</ref> Offenbar wollte man ein markantes Erkennungszeichen der Stadt zerstören, um feindlichen Bombern die Orientierung zu erschweren.
 
In der Nachkriegszeit folgte schließlich, wie überall in Norden, eine intensivere Bebauung im Umfeld des schon sehr alten [[Hollander Weg|Hollander Wegs]]. Im angrenzenden [[Westlintel]] entstanden vor allem Reihen- und Mehrfamilienhäuser. Im Bereich der [[Brauhausstraße]] gibt es heute ebenfalls solche, die jedoch größtenteils - bis auf jene am [[Funkweg]] - schon in der Zeit um 1930 errichtet wurden und unter anderem als Dienstwohnungen für Armee- und Postbedienstete erbaut und genutzt wurden.


==Erwähnenswerte Gebäude==
==Erwähnenswerte Gebäude==