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__TOC__
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==Geschichte==
==Geschichte==
[[Datei:Fehnkanal Verlauf.png|mini|Ehemaliger Verlauf des Fehnkanals bis zur Mündung ins Norder Tief (ganz links, nicht mehr sichtbar) aus der Luft. Unten die Chaussee, heute Bahnhofstraße. Links der Bahnübergang an der Ölmühle, Heerstraße und Torfhafen.]]
[[Datei:Fehnkanal Verlauf.png|mini|Ehemaliger Verlauf des Fehnkanals bis zur Mündung ins Norder Tief (ganz links, nicht mehr sichtbar) aus der Luft, um 1945. Unten die Chaussee, heute Bahnhofstraße. Links der Bahnübergang an der Ölmühle, Heerstraße und Torfhafen. Etwa die linke (westliche) Hälfte des hier sichtbaren Kanalabschnitts ist heute verschüttet und überbaut, die östliche Hälfte besteht als Moortief fort.]]
Die Arbeiten zum Bau begannen 1794, etwa zwei Jahre später wurde der erste Torf im [[Norder Hafen]] angelandet. In umgekehrter Richtung wurde vor allem Dünger (Seeschlick, Kleierde, Straßenkot und Brennereiabfälle) transportiert. Die Stadt war fortan unabhängig von teuren Torfimporten aus anderen Regionen wie dem Saterland.
Die Arbeiten zum Bau begannen 1794, etwa zwei Jahre später wurde der erste Torf im [[Norder Hafen]] angelandet. In umgekehrter Richtung wurde vor allem Dünger (Seeschlick, Kleierde, Straßenkot und Brennereiabfälle) transportiert. Die Stadt war fortan unabhängig von teuren Torfimporten aus anderen Regionen wie dem Saterland.[[Datei:Süderneuland II Ansichtskarte Berumerfehnkanal Fehnkanal Heerstraße unbekanntes Datum 01.jpg|mini|Der Fehnkanal vor der [[Ölmühle]] auf einer Ansichtskarte aus den 1960er Jahren.]]Da das Moor am Kanalanfang in Berumerfehn etwa 10 m höher als der Wasserspiegel des Norder Tiefs lag, wo der Kanal endete, wurden mehrere ''Verlaate'', Kammerschleusen, für die Torfschiffe benötigt. Ein solches Verlaat und das dazugehörige ''Verlaathaus'' befand sich in Halbemond in unmittelbarer Nähe der [[Nadörster Straße]]. Ungefähr hier befand sich auch eine kleine Anlegestelle, über die Waren auf dem Weg von und nach Norden umgeschlagen werden konnten. Das Maschinenhaus und die Tore wurden erst 1967 abgebrochen.<ref>[https://docplayer.org/189104401-2oo-jahre-ortsteil-nado-rst.html Gerdes, Ute (2018): 200 Jahre Orsteil Nadörst (Online-Veröffentlichung)], abgerufen am 15. April 2021</ref>
 
Da das Moor am Kanalanfang in Berumerfehn etwa 10 m höher als der Wasserspiegel des Norder Tiefs lag, wo der Kanal endete, wurden mehrere ''Verlaate'', Kammerschleusen, für die Torfschiffe benötigt. Ein solches Verlaat und das dazugehörige ''Verlaathaus'' befand sich in Halbemond in unmittelbarer Nähe der [[Nadörster Straße]]. Ungefähr hier befand sich auch eine kleine Anlegestelle, über die Waren auf dem Weg von und nach Norden umgeschlagen werden konnten. Das Maschinenhaus und die Tore wurden erst 1967 abgebrochen.<ref>[https://docplayer.org/189104401-2oo-jahre-ortsteil-nado-rst.html Gerdes, Ute (2018): 200 Jahre Orsteil Nadörst (Online-Veröffentlichung)], abgerufen am 15. April 2021</ref>


Die Kosten des Kanals betrugen 27.314 Reichstaler, hinzu kamen Entwässerungsgräben, Brücken, Schleusen, Wege, Torfschiffe, Entschädigungen für Ländereien. Die Gesamtkosten beliefen sich auf gut 60.000 Taler. Gebaut wurde der Kanal vor allem von Arbeitern aus dem Oldenburger Raum, da die Bürger Halbemonds, durch dessen Gebiet der Kanal in großen Teilen fließt, die entstehende Konkurrenz (auch sie lebten teilweise vom Torfabbau) fürchteten und den Bau zu boykottieren versuchten.<ref name=":1" />
Die Kosten des Kanals betrugen 27.314 Reichstaler, hinzu kamen Entwässerungsgräben, Brücken, Schleusen, Wege, Torfschiffe, Entschädigungen für Ländereien. Die Gesamtkosten beliefen sich auf gut 60.000 Taler. Gebaut wurde der Kanal vor allem von Arbeitern aus dem Oldenburger Raum, da die Bürger Halbemonds, durch dessen Gebiet der Kanal in großen Teilen fließt, die entstehende Konkurrenz (auch sie lebten teilweise vom Torfabbau) fürchteten und den Bau zu boykottieren versuchten.<ref name=":1" />
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Heute ist der Berumerfehnkanal längst kein Transportweg mehr, sondern dient lediglich zur Entwässerung. Auch fließt er nicht mehr in das [[Norder Tief|Norder Galgentief]], sondern endet infolge zunehmender Verlandung seit den 1960er Jahren in [[Bargebur]] als Stichkanal, der dort auch ''Moortief'' genannt.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 97</ref> Dieser Namen entstand, da der Kanal in [[Süderneuland II]] durch die moorigen Gebiete am ''Tidofelder Holz'' (Wald an der Bundesstraße; Gemeinde Lütetsburg) fließt, die sich bis [[Bargebur]] erstreckten. Das Moortief erstreckte sich von dort bis zum Hafen und endete am [[Torfhafen]].<ref name=":2">Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 163</ref>
Heute ist der Berumerfehnkanal längst kein Transportweg mehr, sondern dient lediglich zur Entwässerung. Auch fließt er nicht mehr in das [[Norder Tief|Norder Galgentief]], sondern endet infolge zunehmender Verlandung seit den 1960er Jahren in [[Bargebur]] als Stichkanal, der dort auch ''Moortief'' genannt.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 97</ref> Dieser Namen entstand, da der Kanal in [[Süderneuland II]] durch die moorigen Gebiete am ''Tidofelder Holz'' (Wald an der Bundesstraße; Gemeinde Lütetsburg) fließt, die sich bis [[Bargebur]] erstreckten. Das Moortief erstreckte sich von dort bis zum Hafen und endete am [[Torfhafen]].<ref name=":2">Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 163</ref>


Die Entwässerung erfolgt seit 1972 über das [[Addinggaster Tief]], nachdem der [[Entwässerungsverband Norden|Entwässerungsverband]] den Kanal 1966 erwarb und das Wasserwirtschaftsamt in Aurich ihn von 1968 bis 1972 ausbauen ließ.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 245</ref> Der frühere Wasserverlauf in Bargebur ist nicht mehr erkennbar, jedoch auf der Karte oben rechts nachgezeichnet. Der Fehnkanal gleicht mittlerweile in weiten Teilen nur noch einem normalen Wassergräben, da er seine ursprüngliche Breite, vor allem entlang der [[Bundesstraße]] und im innerstädtischen Bereich, weitestgehend durch Verlandung und Baumaßnahmen eingebüßt hat. Seine einstige Breite lässt sich jedoch noch gut entlang des Treidelpfads in Halbemond erkennen, wo er unmittelbar am ''Motodrom'' des [[Motorsportclub Norden|Norder Motorsportclubs]] entlangführt.
Die Entwässerung erfolgt seit 1972 über das [[Addinggaster Tief]], nachdem der [[Entwässerungsverband Norden|Entwässerungsverband]] den Kanal 1966 erwarb und das [[Niedersachsen Ports|Wasserwirtschaftsamt]] in Aurich ihn von 1968 bis 1972 ausbauen ließ.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 245</ref> Der frühere Wasserverlauf in Bargebur ist nicht mehr erkennbar, jedoch auf der Karte oben rechts nachgezeichnet. Der Fehnkanal gleicht mittlerweile in weiten Teilen nur noch einem normalen Wassergräben, da er seine ursprüngliche Breite, vor allem entlang der [[Bundesstraße]] und im innerstädtischen Bereich, weitestgehend durch Verlandung und Baumaßnahmen eingebüßt hat. Seine einstige Breite lässt sich jedoch noch gut entlang des Treidelpfads in Halbemond erkennen, wo er unmittelbar am ''Motodrom'' des [[Motorsportclub Norden|Norder Motorsportclubs]] entlangführt.


==Historische Brücken==
==Historische Brücken==
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Datei:Berumerfehnkanal Fehnkanal Bahnhofstraße 1913 01.jpg|Nächtliche Partei auf einer Ansichtskarte von 1913. Im Hintergrund der [[Alter Wasserturm|Bahnhofsturm]].
Datei:Berumerfehnkanal Fehnkanal Bahnhofstraße 1913 01.jpg|Nächtliche Partei auf einer Ansichtskarte von 1913. Im Hintergrund der [[Alter Wasserturm|Bahnhofsturm]].
Datei:Norder Tief Eilandje Berumerfehnkanal Deichmühle Sägemühle Frericks um 1920 01.jpg|Die [[Schiffswerft der Fehngesellschaft]] am Kanal nahe des [[Kompaniehaus|Kompaniehauses]], im Hintergrund die [[Deichmühle]] (um 1920).
Datei:Norder Tief Eilandje Berumerfehnkanal Deichmühle Sägemühle Frericks um 1920 01.jpg|Die [[Schiffswerft der Fehngesellschaft]] am Kanal nahe des [[Kompaniehaus|Kompaniehauses]], im Hintergrund die [[Deichmühle]] (um 1920).
Datei:Heerstraße Berumerfehnkanal Fehnkanal Mühlen Ölmühle um 1925 01.jpg|Ähnliches Motiv (um 1925).
Datei:Ölmühle Fehnkanal um 1930 01.jpg|Aufnahme aus der Zeit um 1930.
Datei:Ölmühle Fehnkanal um 1930 01.jpg|Aufnahme aus der Zeit um 1930.
Datei:Neuer Weg In der Gnurre Berumerfehnkanal Klappbrücke Ölmühle 1938 01.jpg|Klappbrücke bei der [[Frisiamühle]] mit Blick zur [[Ölmühle]] (1938).
Datei:Neuer Weg In der Gnurre Berumerfehnkanal Klappbrücke Ölmühle 1938 01.jpg|Klappbrücke bei der [[Frisiamühle]] mit Blick zur [[Ölmühle]] (1938).
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Datei:Norder Tief Heerstraße Ölmühle Berumerfehnkanal Winter um 1940 01.jpg|Schlittschuhfahren (''Schöfeln'') auf dem Berumerfehnkanal bei der [[Ölmühle]] (um 1940).
Datei:Norder Tief Heerstraße Ölmühle Berumerfehnkanal Winter um 1940 01.jpg|Schlittschuhfahren (''Schöfeln'') auf dem Berumerfehnkanal bei der [[Ölmühle]] (um 1940).
Datei:Ölmühle Berumerfehnkanal Fehnkanal Bahnstrecke Bahnschienen um 1950 01.jpg|Der Fehnkanal mit der [[Ölmühle]] im Hintergrund (um 1950).
Datei:Ölmühle Berumerfehnkanal Fehnkanal Bahnstrecke Bahnschienen um 1950 01.jpg|Der Fehnkanal mit der [[Ölmühle]] im Hintergrund (um 1950).
Datei:Norder Hafen Berumerfehnkanal Fehnkanal Deichmühle 1956.JPG|Der Fehnkanal mit der [[Deichmühle]] (1956).
Datei:Berumerfehnkanal 05062021 01.jpg|Der Berumerfehnkanal in Halbemond, in Höhe des [[Motorsportclub Norden|Motodroms]] - Aufnahme vom 5. Juni 2021.  
Datei:Berumerfehnkanal 05062021 01.jpg|Der Berumerfehnkanal in Halbemond, in Höhe des [[Motorsportclub Norden|Motodroms]] - Aufnahme vom 5. Juni 2021.  
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