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Der Name ''Knüllenbrücke'' bzw. ''Knüllenbrügg'' ist dem Mittelniederdeutschen entlehnt und bedeutet soviel wie ''Brücke an einer kleinen Erhöhung''.<ref>Doornkaat Koolman, Jan ten (1879): Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden, S. 237f.</ref> Die heute noch bestehende Brücke wurde 1875 erbaut.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 14. Oktober 2021</ref> Eine Brücke wird es hier jedoch spätestens seit der Erschließung des [[Westermarscher Altes Neuland|Alten Westermarscher Neulands]] zwischen 1546 und 1551 gegeben haben, da das [[Langhauser Tief]] eine wichtige Rolle bei dessen Entwässerung spielte und bereits damals existierte.
Der Name ''Knüllenbrücke'' bzw. ''Knüllenbrügg'' ist dem Mittelniederdeutschen entlehnt und bedeutet soviel wie ''Brücke an einer kleinen Erhöhung''.<ref>Doornkaat Koolman, Jan ten (1879): Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden, S. 237f.</ref> Die heute noch bestehende Brücke wurde 1875 erbaut.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 14. Oktober 2021</ref> Eine Brücke wird es hier jedoch spätestens seit der Erschließung des [[Westermarscher Altes Neuland|Alten Westermarscher Neulands]] zwischen 1546 und 1551 gegeben haben, da das [[Langhauser Tief]] eine wichtige Rolle bei dessen Entwässerung spielte und bereits damals existierte.


Nahe der Brücke befand sich noch 1594 das zweite [[Gastmarscher Siel]]. Ein naheliegendes Haus hieß ''Jobs Haus upt Gaster Sieldiep''.<ref>StAA, Rep. 244, B, Nr. 2889</ref> Im Dezember 1570 landeten hier kältebedingt Freibeuter, die zwei adelige Gefangene bei sich hatten. Die Freibeuter (vermutlich in niederländischen oder spanischen Diensten) zogen in die Westermarsch und stahlen in ihrer Dreistigkeit sogar das Silbergeschirr des Häuptlings [[Hayo Manninga]], während er gerade eine Mahlzeit zu sich nahm.<ref>StAA, Rep. 102, Nr. 158</ref> Freibeuterei war bis in das späte 16. Jahrhundert nichts ungewöhnliches und wurde oftmals sogar von den Nordern toleriert, da die Seeräuber nicht selten den [[Norder Hafen]] als Unterschlupf nutzten und ihre Waren an den Mann brachten.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 49</ref> Vermutlich führten sie auch zu einigem Umsatz in den Gastwirtschaften und Bordellen.
Nahe der Brücke befand sich noch 1594 das zweite [[Gastmarscher Siel]]. Ein naheliegendes Haus hieß ''Jobs Haus upt Gaster Sieldiep''.<ref>StAA, Rep. 244, B, Nr. 2889</ref> Im Dezember 1570 landeten hier kältebedingt Freibeuter, die zwei adelige Gefangene und einen Abt bei sich hatten. Die Freibeuter (vermutlich in niederländischen oder spanischen Diensten) zogen in die Westermarsch und stahlen in ihrer Dreistigkeit sogar das Silbergeschirr des Häuptlings [[Hayo Manninga]], während er gerade eine Mahlzeit zu sich nahm.<ref>StAA, Rep. 102, Nr. 158</ref> Freibeuterei war bis in das späte 16. Jahrhundert nichts ungewöhnliches und wurde oftmals sogar von den Nordern toleriert, da die Seeräuber nicht selten den [[Norder Hafen]] als Unterschlupf nutzten und ihre Waren an den Mann brachten.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 49</ref> Vermutlich führten sie auch zu einigem Umsatz in den Gastwirtschaften und Bordellen.


Um zu verhindern, dass sich beim manuellen Öffnen der Sieltore des dritten Gastmarscher Siels Salzwasser in das Landesinnere gelangte, wurde die Brücke mit separaten Toren versehen.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 190</ref>
Um zu verhindern, dass sich beim manuellen Öffnen der Sieltore des dritten Gastmarscher Siels Salzwasser in das Landesinnere gelangte, wurde die Brücke mit separaten Toren versehen.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 190</ref>