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Das '''Haus Nehus''' wurde im Jahre 2000 auf dem Grund zweier bis dahin eigenständiger Gebäude errichtet. | Das '''Haus Nehus''' wurde im Jahre 2000 auf dem Grund zweier bis dahin eigenständiger Gebäude errichtet. | ||
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== Geschichte == | ==Geschichte== | ||
Während des [[Stadtfest|Stadtfests]] Ende August 2000 brannten die Vorgängerbauten, seinerzeit Sitz der ''Drogerie Nehus'', vollständig nieder. Die [[Feuerwehr Norden|Feuerwehr]] konnte ein Übergreifen der Flammen nur mit großem Aufwand auf die benachbarte Gebäude verhindern.<ref>[http://www.presse-service.de/data.aspx/static/130382.html Erwähnung des Brandes in einem Bericht vom 21. November 2000], abgerufen am 17. November 2021</ref> Vom Brand einigermaßen verschont blieb der rückwärtige Anbau (hinter Nummer 49), der daher nicht neu errichtet wurde.<ref name=":0" /> | Während des [[Stadtfest|Stadtfests]] Ende August 2000 brannten die Vorgängerbauten, seinerzeit Sitz der ''Drogerie Nehus'', vollständig nieder. Die [[Feuerwehr Norden|Feuerwehr]] konnte ein Übergreifen der Flammen nur mit großem Aufwand auf die benachbarte Gebäude verhindern.<ref>[http://www.presse-service.de/data.aspx/static/130382.html Erwähnung des Brandes in einem Bericht vom 21. November 2000], abgerufen am 17. November 2021</ref> Vom Brand einigermaßen verschont blieb der rückwärtige Anbau (hinter Nummer 49), der daher nicht neu errichtet wurde.<ref name=":0" /> | ||
Noch bis 1974 war die Fassade der einstigen Hausnummer 49 mit jener des [[Neuer Weg 48|Neuen Wegs 48]] symmetrisch. Der Bau stammte, wie auch der rückwärtige Anbau, aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die ehemalige Hausnummer 50 wurde wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut und hatte einen vermutlich noch wesentlich älteren Kern. Die Vorderfront wurde 1955 umgebaut.<ref name=":0">Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 29</ref> | Noch bis 1974 war die Fassade der einstigen Hausnummer 49 mit jener des [[Neuer Weg 48|Neuen Wegs 48]] symmetrisch. Der Bau stammte, wie auch der rückwärtige Anbau, aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die ehemalige Hausnummer 50 wurde wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut und hatte einen vermutlich noch wesentlich älteren Kern. Die Vorderfront wurde 1955 umgebaut.<ref name=":0">Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 29</ref> | ||
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (vermutlich in der Zeit zwischen 1914 und 1935) befand sich in dem Gebäude 49 das Textil- und Manufakturwarengeschäft des [[David Hartog Joseph Schulenklopper|David Schulenklopper]] (''Gebrüder Schulenklopper'').<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 53</ref><ref name=":1" /> Auch befand sich hier ein Geschäft im Besitz der Familie Levy.<ref name=":1">Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 339</ref> Wie alle [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdischen Mitbürger]] wurden auch die Familien Schulenklopper und Levy von den Nationalsozialisten enteignet. | In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (vermutlich in der Zeit zwischen 1914 und 1935) befand sich in dem Gebäude 49 das Textil- und Manufakturwarengeschäft des [[David Hartog Joseph Schulenklopper|David Schulenklopper]] (''Gebrüder Schulenklopper'').<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 53</ref><ref name=":1" /><ref>Ostfriesischer Kurier vom 7. Oktober 1915, S. 4</ref> Auch befand sich hier ein Geschäft im Besitz der Familie Levy.<ref name=":1">Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 339</ref> Wie alle [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdischen Mitbürger]] wurden auch die Familien Schulenklopper und Levy von den Nationalsozialisten enteignet. | ||
Mindestens in den 1970er Jahren befand sich hier zeitweise eine Diskothek namens ''Töff Töff''. Angeblich rührte der an das Synonym einer Lokomotive angelehnte Name von der geringen Breite des Gebäudes her, sodass dort nur Zugabteilbänke aufgestellt werden konnten. Rechts befand sich die lange Theke und links abwechselnd die Bänke und Tische. Am Ende des Gebäudes befand sich eine kleine Tanzfläche.<ref>Diverse Zeitzeugenberichte unter dem facebook-Beitrag von Claus Herlyn vom 5. Januar 2024</ref> | |||
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Datei:Neuer Weg 49 + 50 - Quelle Shop + Reiseagentur Janssen - 16 03 2003.jpg|Neuer Weg 49 + 50 - ''Quelle''-Shop und ''Reiseagentur Janssen'' - Aufnahme vom 16. März 2003. | Datei:Neuer Weg 49 + 50 - Quelle Shop + Reiseagentur Janssen - 16 03 2003.jpg|Neuer Weg 49 + 50 - ''Quelle''-Shop und ''Reiseagentur Janssen'' - Aufnahme vom 16. März 2003. | ||
Aktuelle Version vom 22. Oktober 2024, 19:36 Uhr
Haus Nehus | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entstehungszeit | 2000 |
| Erbauer | Johann Nehus |
| Bauweise | Stadthaus |
| Erhaltungszustand | erhalten |
| Genaue Lage | Neuer Weg 49-50
26506 Norden |
Das Haus Nehus wurde im Jahre 2000 auf dem Grund zweier bis dahin eigenständiger Gebäude errichtet.
Geschichte
Während des Stadtfests Ende August 2000 brannten die Vorgängerbauten, seinerzeit Sitz der Drogerie Nehus, vollständig nieder. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen nur mit großem Aufwand auf die benachbarte Gebäude verhindern.[1] Vom Brand einigermaßen verschont blieb der rückwärtige Anbau (hinter Nummer 49), der daher nicht neu errichtet wurde.[2]
Noch bis 1974 war die Fassade der einstigen Hausnummer 49 mit jener des Neuen Wegs 48 symmetrisch. Der Bau stammte, wie auch der rückwärtige Anbau, aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die ehemalige Hausnummer 50 wurde wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut und hatte einen vermutlich noch wesentlich älteren Kern. Die Vorderfront wurde 1955 umgebaut.[2]
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (vermutlich in der Zeit zwischen 1914 und 1935) befand sich in dem Gebäude 49 das Textil- und Manufakturwarengeschäft des David Schulenklopper (Gebrüder Schulenklopper).[3][4][5] Auch befand sich hier ein Geschäft im Besitz der Familie Levy.[4] Wie alle jüdischen Mitbürger wurden auch die Familien Schulenklopper und Levy von den Nationalsozialisten enteignet.
Mindestens in den 1970er Jahren befand sich hier zeitweise eine Diskothek namens Töff Töff. Angeblich rührte der an das Synonym einer Lokomotive angelehnte Name von der geringen Breite des Gebäudes her, sodass dort nur Zugabteilbänke aufgestellt werden konnten. Rechts befand sich die lange Theke und links abwechselnd die Bänke und Tische. Am Ende des Gebäudes befand sich eine kleine Tanzfläche.[6]
Galerie
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Das ursprüngliche Gebäude, hier mit der Diskothek Töff Töff im Jahre 1971.
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Neuer Weg 49 + 50 - Aufnahme aus dem Jahr 2001.
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Neuer Weg 49 + 50 - Quelle-Shop und Reiseagentur Janssen - Aufnahme vom 16. März 2003.
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Neuer Weg 49 + 50 - Immobilien und Reisebüro, nach Renovierung - Aufnahme vom 25. Oktober 2014.
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Neuer Weg 49 + 50 - Beirut und Reiseagentur Janssen, nach Renovierung - Aufnahme vom 20. Juli 2019.
Einzelnachweise
- ↑ Erwähnung des Brandes in einem Bericht vom 21. November 2000, abgerufen am 17. November 2021
- ↑ 2,0 2,1 Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 29
- ↑ Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 53
- ↑ 4,0 4,1 Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 339
- ↑ Ostfriesischer Kurier vom 7. Oktober 1915, S. 4
- ↑ Diverse Zeitzeugenberichte unter dem facebook-Beitrag von Claus Herlyn vom 5. Januar 2024