Gnadenkirche Tidofeld: Unterschied zwischen den Versionen
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|Entstehungszeit = 1961 | |||
|Erbauer = [[Ludgerigemeinde Norden]] | |||
|Bauweise = Ziegelsteinbau | |||
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| circles = 53.59554827810216, 7.232186657671927 : 20 | |Genaue Lage = [[Donaustraße]] 12 | ||
| zoom = 17 | 26506 Norden | ||
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Die '''Gnadenkirche Tidofeld''' wurde 1961 im [[Vertriebenenlager Tidofeld]] errichtet. Sie ersetzte eine Barackenkirche, die die Bewohner des Lagers selbst errichteten. Heute befindet sich hier die ''Dokumentationsstätte zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Niedersachsen und Nordwestdeutschland''. | Die '''Gnadenkirche Tidofeld''' wurde 1961 im [[Vertriebenenlager Tidofeld]] errichtet. Sie ersetzte eine Barackenkirche, die die Bewohner des Lagers selbst errichteten. Heute befindet sich hier die ''Dokumentationsstätte zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Niedersachsen und Nordwestdeutschland''. | ||
Zur Erinnerung an den Vorgängerbau der Gnadenkirche, die sogenannte [[Lagerkirche Tidofeld]], befindet sich seit dem 14. November 1981 die einstige Glocke dieser Kirche als Denkmal vor dem Glockenturm. | Zur Erinnerung an den Vorgängerbau der Gnadenkirche, die sogenannte [[Lagerkirche Tidofeld]], befindet sich seit dem 14. November 1981 die einstige Glocke dieser Kirche als Denkmal vor dem Glockenturm. | ||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
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Als erster und bislang einziger Ort in der Bundesrepublik Deutschland präsentiert die Dokumentationsstätte im Norder Ortsteil Tidofeld eine zeitgeschichtliche Dauerausstellung zur Ankunfts- und Integrationsgeschichte der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten nach dem Zweiten Weltkrieg. | Als erster und bislang einziger Ort in der Bundesrepublik Deutschland präsentiert die Dokumentationsstätte im Norder Ortsteil Tidofeld eine zeitgeschichtliche Dauerausstellung zur Ankunfts- und Integrationsgeschichte der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten nach dem Zweiten Weltkrieg. | ||
Der (seit 2017) offiziell anerkannte | Der (seit 2017) offiziell anerkannte ''Friedensort'' der Hannoverschen Landeskirche verbindet diese historische Aufarbeitung seit seiner Einweihung durch Landesbischof Ralf Meister im Nov. 2013 mit gesellschaftspolitischem Engagement für die Integration von Einwanderern der folgenden Jahrzehnte (Gastarbeiter, ''Boatpeople'', (Spät-)Aussiedler) bis hin zu Asylsuchenden und aktuellen Migranten. Die Wahl des Ortes ist dabei entscheidend: Die Gnadenkirche ist der denkmalgeschützte Nachfolgebau einer ehemaligen, ökumenisch genutzten Not- und Barackenkirche in einem der größten Flüchtlingslager Norddeutschlands. | ||
Das Projekt wurde seit 2005 von einem Arbeitskreis des Kirchenkreises vorangetrieben, und die Dokumentationsstätte bleibt eng an den Kirchenkreis Norden angebunden. Gebäude und Grundstück sind dem 2009 gegründeten, kirchennahen Verein Gnadenkirche Tidofeld e.V. überlassen. Institutionelle Träger sind außerdem die Stadt Norden, der Landkreis Aurich und das Bistum Osnabrück. Der Superintendent des Kirchenkreises Norden ist laut Satzung qua Amtes grundsätzlich 1. Vorsitzender dieses Vereins. | Das Projekt wurde seit 2005 von einem Arbeitskreis des Kirchenkreises vorangetrieben, und die Dokumentationsstätte bleibt eng an den Kirchenkreis Norden angebunden. Gebäude und Grundstück sind dem 2009 gegründeten, kirchennahen Verein Gnadenkirche Tidofeld e.V. überlassen. Institutionelle Träger sind außerdem die Stadt Norden, der Landkreis Aurich und das Bistum Osnabrück. Der Superintendent des Kirchenkreises Norden ist laut Satzung qua Amtes grundsätzlich 1. Vorsitzender dieses Vereins. | ||
Auf Basis der historischen Perspektive kriegsbedingter Migration und Integration von 12 bis 14 Millionen Menschen dringt die Dokumentationsstätte auf einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen und Vertriebenen, Arbeitsuchenden und Asylbewerbern, Aussiedlern und Migranten gleich welcher Herkunft. Durch den Einsatz moderner Technik (Touchscreens, Multimedia-Guides) werden deutschlandweit einzigartige Zeitzeugen-Interviews zum Medium des Plädoyers für Empathie und friedenspolitische Verantwortung – zu Gunsten einer humanen Gesellschaft gesammelt. Für Schülerinnen und Schüler wurden museumspädagogische Angebote entwickelt. | Auf Basis der historischen Perspektive kriegsbedingter Migration und Integration von 12 bis 14 Millionen Menschen dringt die Dokumentationsstätte auf einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen und Vertriebenen, Arbeitsuchenden und Asylbewerbern, Aussiedlern und Migranten gleich welcher Herkunft. Durch den Einsatz moderner Technik (Touchscreens, Multimedia-Guides) werden deutschlandweit einzigartige Zeitzeugen-Interviews zum Medium des Plädoyers für Empathie und friedenspolitische Verantwortung – zu Gunsten einer humanen Gesellschaft gesammelt. Für Schülerinnen und Schüler wurden museumspädagogische Angebote entwickelt. | ||
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Datei:Emsstraße Gnadenkirche Tidofeld 12 06 2022 01.JPG|Aufnahme vom 12. Juni 2022. | |||
Datei:Emsstraße Gnadenkirche Tidofeld 12 06 2022 02.JPG|Aufnahme vom 12. Juni 2022. | |||
Datei:Emsstraße Gnadenkirche Tidofeld 12 06 2022 03.JPG|Aufnahme vom 12. Juni 2022. | |||
Datei:Emsstraße Gnadenkirche Tidofeld 12 06 2022 04.JPG|Aufnahme vom 12. Juni 2022. | |||
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==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
<references /> | <references/> | ||
==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||
*[[Vertriebenenlager Tidofeld]] | *[[Vertriebenenlager Tidofeld]] | ||
*[[Lagerkirche Tidofeld]] | |||
[[Kategorie:Sakralbauten im Stadtgebiet]] | [[Kategorie:Sakralbauten im Stadtgebiet]] | ||