Gastmarscher Siel: Unterschied zwischen den Versionen
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| circles = 53.57633467114125, 7.189260046479783 :30 | | circles = 53.57633467114125, 7.189260046479783 :30; 53.580746641633525, 7.180504336998429 :30; 53.586163204547674, 7.173018251068694 :30 | ||
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Wie die meisten größeren Siele hatte auch das Gastmarscher Siel eine kleine Anlegestelle für Boote. Diese wurde infolge der zunehmenden Verschlickung des [[Norder Tief|Norder Tiefs]], das in diesem Bereich auch ''Gastmarscher Tief'' genannt wird, immer häufiger dazu genutzt, schwere Waren wie beispielsweise Holz von den Schiffen zu laden, bevor diese den [[Norder Hafen]] anfuhren.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 83</ref> Damit wollte man verhindern, dass diese zu tiefen Seegang haben und sich dadurch festfuhren. Zudem war das Siel wichtig für die Binnenschifffahrt in der Westermarsch. Auch befand sich nahe des (zweiten) Gastmarscher Siels schon seit frühen Jahren eine [[Ziegelei (Westermarsch I)|Ziegelei)]]. | Wie die meisten größeren Siele hatte auch das Gastmarscher Siel eine kleine Anlegestelle für Boote. Diese wurde infolge der zunehmenden Verschlickung des [[Norder Tief|Norder Tiefs]], das in diesem Bereich auch ''Gastmarscher Tief'' genannt wird, immer häufiger dazu genutzt, schwere Waren wie beispielsweise Holz von den Schiffen zu laden, bevor diese den [[Norder Hafen]] anfuhren.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 83</ref> Damit wollte man verhindern, dass diese zu tiefen Seegang haben und sich dadurch festfuhren. Zudem war das Siel wichtig für die Binnenschifffahrt in der Westermarsch. Auch befand sich nahe des (zweiten) Gastmarscher Siels schon seit frühen Jahren eine [[Ziegelei (Westermarsch I)|Ziegelei)]]. | ||
Im Dezember 1570 landeten am damaligen Gastmarscher SIel kältebedingt Freibeuter (Geusen), die zwei adelige Gefangene und einen Abt bei sich hatten. Die Freibeuter (vermutlich in niederländischen oder spanischen Diensten) zogen in die Westermarsch und stahlen in ihrer Dreistigkeit sogar das Silbergeschirr des Häuptlings [[Hayo Manninga]], während er gerade eine Mahlzeit zu sich nahm.<ref>StAA, Rep. 102, Nr. 158</ref> Freibeuterei war bis in das späte 16. Jahrhundert nichts ungewöhnliches und wurde oftmals sogar von den Nordern toleriert, da die Seeräuber nicht selten den [[Norder Hafen]] als Unterschlupf nutzten und ihre Waren an den Mann brachten.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 49</ref> Vermutlich führten sie auch zu einigem Umsatz in den Gastwirtschaften und Bordellen. | |||
Allerdings kam es durch den Schiffsverkehr auch vereinzelt zu Problemen, etwa wenn Boote wegen zu großer Breite stecken blieben. 1800 versperrte ein Boot das gesamte Siel und führte zu einer Überschwemmung. Gegen den Sielwärter wurde eine Untersuchung (mit unbekanntem Ausgang) eingeleitet.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 168</ref> | Allerdings kam es durch den Schiffsverkehr auch vereinzelt zu Problemen, etwa wenn Boote wegen zu großer Breite stecken blieben. 1800 versperrte ein Boot das gesamte Siel und führte zu einer Überschwemmung. Gegen den Sielwärter wurde eine Untersuchung (mit unbekanntem Ausgang) eingeleitet.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 168</ref> | ||