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==Leybuchtpolder==
==Leybuchtpolder==
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|2,0 m ü. NN
|1,5 - 2,0 m ü. NN
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|Einwohner
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|436 <small>(31.12.2020)</small>
|424 <small>(31.12.2022)</small>
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|Gründung
|1. Juli 1954
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|Eingemeindung
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|41 Einwohner/km²
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'''Leybuchtpolder''' ist ein Stadtteil von Norden und hat 436 Einwohner (Stand: 31.12.2020), die sich auf einer Fläche von rund 10,52 km² verteilen.
'''Leybuchtpolder''' ist ein Stadtteil von Norden und hat 424 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2022), die sich auf einer Fläche von rund 10,52 km² verteilen. Es ist der jüngste Ort Deutschlands und war in seiner Anfangszeit eine eigenständige Gemeinde, später eine Samtgemeinde mit den bis dahin ebenfalls eigenständigen Gemeinden [[Westermarsch I]], [[Westermarsch II]] sowie [[Neuwesteel]] und wurde im Zuge der niedersächsischen Gebietsreform zum 1. Juli 1972 ein Stadtteil der [[Stadt Norden]].


Nordöstlich grenzt Leybuchtpolder an [[Neuwesteel]], südöstlich an Osteel, südwestlich an Greetsiel und nordwestlich an die Nordsee.
Nordöstlich grenzt Leybuchtpolder an [[Neuwesteel]], südöstlich an Osteel, südwestlich an Greetsiel und nordwestlich an die Nordsee, von der sie durch den [[Störtebekerdeich]] getrennt bzw. geschützt ist.


__TOC__
__TOC__


== Namensherkunft ==
== Namensherkunft ==
Nachdem während der verheerenden Sturmfluten im 14. Jahrhundert viel Land an das Meer verloren wurde, begannen die Menschen im Laufe der folgenden Jahrhunderte dem Meer dieses Land wieder abzuringen. Neu gewonnenes und eingedeichtes Land bezeichnete man als [[Polder]]. Da ein Großteil des Ortes der [[Leybucht]] entrissen wurde, fügte man diese beiden Namensbestandteile zusammen.
Namensgebend für den Ort ist der [[Leybuchtpolder (Polder)|Leybuchtpolder]], der den größten Teil der Landfläche des Ortes ausmacht. Dieser Name ergibt sich aus seiner Eigenschaft als aus der [[Leybucht]] gewonnener [[Polder]].


==Wappen==
==Wappen==
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|2008
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|2020
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== Geografie ==
== Geografie ==
Leybuchtpolder liegt, wie der Name schon sagt, direkt an der Leybucht und wurde in einer Höhe von 1,5 bis 2,0 m über Meeresniveau (NN) im Kalkmarschgebiet direkt an der Nordseeküste als Streusiedlung gegründet. Bis zur Einpolderung lag der Ort in der [[Leybucht]].
Leybuchtpolder liegt, wie der Name bereits erahnen lässt, direkt an der Leybucht und wurde in einer Höhe von 1,5 bis 2,0 m über Meeresniveau (NN) im Kalkmarschgebiet direkt an der Nordseeküste als Streusiedlung gegründet. Bis zum Beginn der [[Polder|Einpolderung]] lag der Ort vollständig unter Wasser. Der größte Teil des Ortsgebietes wurde zwischen 1947 - 1950 eingepoldert.


== Geschichte ==
== Geschichte ==


===Mittelalter===
===Mittelalter===
Beim Einbruch der Leybucht während einer Sturmflut am 9. Oktober 1374 wurden etwa 20.000 Hektar Land überflutet. Sowohl Norden (die heutige Kernstadt) als auch Marienhafe erhielten einen Zugang zum offenen Meer.[3] Norden blieb danach noch über Jahrhunderte eine Hafenstadt von einiger Bedeutung. In den nächsten Jahrhunderten wurden sukzessive Landgewinnungsmaßnahmen vorgenommen, deren Abschluss die Eindeichung des Leybuchtpolders bildete. Weitergehende Eindeichungen wurden in den 1950ern zwar erwogen, später jedoch aus Naturschutzgründen nicht mehr umgesetzt, da die Leybucht ein Vogelrastgebiet von internationaler Bedeutung ist.
Über die frühe Geschichte des Ortes bzw. der Umgebung liegen keine Daten mehr vor. Es ist jedoch davon auszugehen, dass das Gebiet relativ früh besiedelt war. Nach mehreren verheerenden Sturmfluten des 14. Jahrhunderts, insbesondere der [[Erste Dionysiusflut|Ersten Dionysiusflut]], brachen an vielen Stellen in Ostfriesland die Deiche und die [[Leybucht]] erreichte ihre größte Ausdehnung. Sie erreichte eine Fläche von gut 129 km² und dehnte sich von Greetsiel im Westen bis Marienhafe im Osten bzw. dem Rand der Stadt Norden bis nach Canhusen (Gemeinde Hinte) im Süden aus. Allein durch die Erste Dionysiusflut gingen etwa 20.000 Hektar Land verloren. Das Land, auf dem heute Leybuchtpolder liegt, war damit über Jahrhunderte Teil des Meeres und als solcher nicht mehr bewohnbar. Eine Untiefe namens ''Hohe Plate'' ließ hier allerdings noch lange Zeit noch das ehemalige Land erahnen.


Nach Abschluss der Eindeichung wurde 1952 mit der Besiedlung des neu gewonnenen Landes begonnen. Dabei wurden sowohl Einheimische als auch Heimatvertriebene aus den früheren Ostgebieten des Deutschen Reichs berücksichtigt, die in der Region in größerer Zahl aufgenommen wurden. Einheimische wie Vertriebene erhielten jeweils die Hälfte des Landes. Bevorzugt berücksichtigt wurden dabei die Deicharbeiter, die die Landnahme mit ihrer Arbeit erst ermöglicht hatten.
===Neuzeit===
In den nächsten Jahrhunderten wurden sukzessive Landgewinnungsmaßnahmen aus der [[Leybucht]] vorgenommen, deren Abschluss die Eindeichung des [[Leybuchtpolder (Polder)|Leybuchtpolders]] bildete. Durch den Bau des [[Störtebekerdeich|Störtebekerdeichs]], wurde die Küstenlinie in ihrem heutigen Verlauf begradigt und das neue Land vor dem Meer geschützt. Bereits 1947 begann ein ganzes Heer von Deicharbeitern unter der Leitung des [[Karl Wenholt]], damals Leiter des [[Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz|Bauamtes für Küstenschutz und Landgewinnung]] in Norden, mit dem Bau des Deichs. Es galt, eine Fläche von gut 1.000 Hektar dem Meer abzuringen, auf Dauer zu sichern und den fruchtbaren Boden als Weide- und Ackerland urbar zu machen.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 149</ref>
[[Datei:Leybuchtpolder Hof um 1950 01.jpg|mini|Typischer Hof aus der Anfangszeit des Ortes.]]
Nach Abschluss der Eindeichung im Jahr 1950 wurde 1952 mit der Besiedlung des neu gewonnenen Landes begonnen. Hierbei wurden zu gleichen Anteilen Einheimische und Vertriebene aus dem ehemaligen deutschen Ostgebieten bei der Verteilung berücksichtigt. Bevorzugt wurden dabei die Deicharbeiter, unabhängig ihrer Herkunft, die mit ihrer Arbeit die Besiedlung des Ortes überhaupt erst möglich gemacht haben. Vergeben wurden 53 landwirtschaftliche Betriebe im Umfang von 10 bis 16 Hektar, 21 Betriebe in der Größenordnung von 7 bis 10 Hektar sowie 28 Arbeiter- und Handwerkerstellen, deren Grundstücke einen Hektar umfassten. Als Zuwegung und Verbindungen wurden etwa zwölf Kilometer Straßen angelegt, von denen viele noch in ihrer ursprünglichen, plattenartigen Bauweise existieren. Insgesamt wurden 103 Siedlerstellen geschaffen.<ref name=":0" /> Die Gebäude der Anfangsphase waren meist kleine Replikate der großen Gulfhöfe im Stile der bekannten ''Friesenhäuser'' und sahen den landwirtschaftlichen Betrieb als Nebenerwerb oder zur Selbstversorgung vor. Erst ab den späten 1950er und frühen 1960er Jahren begann man mit dem Bau regulärer Wohnhäuser.


Innerhalb des Polders wurden folgende Siedlungsflächen geschaffen: 53 landwirtschaftliche Betriebe im Umfang von zehn bis 16 Hektar, 21 Betriebe in der Größenordnung von sieben bis zehn Hektar sowie 28 Arbeiter- und Handwerkerstellen, deren Grundstücke einen Hektar umfassten.[4] Etwa zwölf Kilometer Straßen wurden angelegt.
Offiziell gegründet wurde die zunächst eigenstände Gemeinde schließlich am 1. Juli 1954. Wesentliche Teile des Ortes bestanden aus neu eingedeichtem Land, jedoch wurden auch Teile benachbarter Gemeinde in das Gebiet integriert. Hierbei wurden die Grenzen neu gezogen und vorwiegend alte Deichlinien und Flüsse bzw. Entwässerungsgräben als solche herangezogen. Zu diesem Zeitpunkt gab es Pläne, weitere Eindeichungen vorzunehmen. Die Überlegungen gingen so weit, die gesamte Leybucht dem Meer abzuringen. Aus Naturschutzgründen wurde davon nichts mehr umgesetzt. Die Leybucht und ihre Peripherie ist seit jeher ein Vogelrastgebiet von internationaler Bedeutung. Lediglich kleinere Arbeiten, wie der Bau des [[Leysiel|Leysiels]] im Jahre 1991 oder Maßnahmen zur Deichverstärkung wurden vorgenommen.


Offiziell gegründet wurde die Gemeinde Leybuchtpolder am 1. Juli 1954. Ab 1965 war sie Gliedgemeinde der Samtgemeinde Leybucht, die im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform am 1. Juli 1972 nach Norden eingemeindet wurde.[5] Leybuchtpolder ist seither ein Stadtteil mit eigenem Ortsvorsteher.
Mit dem Bau der [[Leybuchtpolder Schule]] im Jahr 1955 sowie der Errichtung [[Evangelisch-lutherische Kirche Leybuchtpolder|einer Kirche]] am [[Marktstraße|Dorfkern]] wurde Leybuchtpolder schließlich von einer Streusiedlung zu einem Ort mit Dorfcharakter.<ref name=":0" /> Am [[Alter Sielweg|Alten Sielweg]] entstand ein [[Altes Feuerwehrhaus (Leybuchtpolder)|Feuerwehrhaus]] und eine Freiwillige Feuerwehr. Ab dem 1. Dezember 1965 wurde Leybuchtpolder zum Hauptort und einer Teilgemeinde innerhalb der neu gegründeten ''Samtgemeinde Leybucht'', zu der auch die bis bis dahin ebenfalls eigenständigen Gemeinden [[Westermarsch I]], [[Westermarsch II]] und [[Neuwesteel]] gehörten. Ein Jahr zuvor, am 6. Juni 1964, wurde der [[SV Leybucht]] gegründet. Die Samtgemeinde wurde am 1. Juli 1972 in die [[Stadt Norden]] integriert.


===Neuzeit===
Die anfangs spärliche Infrastruktur wurde ab den 1960er Jahren immer weiter verbessert bzw. aufgebaut. Anfangs gab es hingegen noch nicht einmal eine öffentliche Wasserversorgung, die nach altertümlicher Art über Regenwasserzisternen erfolgte. Um bei Bränden dennoch mit ausreichend Wasser versorgt zu sein, legte man den [[Dorfteich]] als künstliche Wasserentnahmestelle für die Pumpen der Feuerwehr an.


==Verwaltung==
1971 wurde ein Nutzungskonzept entworfen, das den Bau eines neuen Dorfes (''Neu-[[Bant]]'') und eine dichte touristische Infrastruktur vorsah. Aufgrund der in den 1970er Jahren zunehmenden Sensibilisierung für den Umwelt- und Naturschutz wurde auch dieses Vorhaben nicht umgesetzt. Ein 1976 erarbeitetes Gestaltungskonzept, das großflächige Vogelschutzgebiete, raumgreifende landwirtschaftliche Nutzung und ein ''Neu-Greetsiel'' statt ''Neu-Bant'' vorsah, wurde ebenfalls wegen Umweltschutzgründen nicht verwirklicht.<ref>NWP Planungsgesellschaft (2011): Dorferneuerungs-/Entwicklungsplanung für die Ortsteile Leybuchtpolder und Neuwesteel, S. 22</ref>
Neuwesteel steht ein ehrenamtlicher [[Ortsvorsteher]] vor, der den Ort und seine Interessen gegenüber dem Rat und der Verwaltung vertritt. Als der Ort noch eine eigenständige Gemeinde war, standen ein Bürgermeister und ein Gemeindedirektor an der Spitze der Verwaltung.


==Bildung==
Zum 1. Juli 1972 wurden die [[Norder Umlandgemeinden]] im Zuge der niedersächsischen Gebietsreform nach Norden eingemeindet. [[Süderneuland I]] und Leybuchtpolder weigerten sich zunächst noch beharrlich (doch letztlich vergebens), die Unterschrift zu leisten, sodass sie per Gesetzeskraft zwangseingemeindet werden mussten.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 77</ref> Alle anderen heutigen Stadtteile fügten sich ihrem Schicksal und gaben ihre Eigenständigkeit auf.


Am 1. Juli 2008 wurde der Ort gemeinsam mit [[Neuwesteel]] in das Niedersächsische Programm zur Förderung der Dorferneuerung aufgenommen. Ziele der Dorferneuerungsplanung sind die Beibehaltung und Sicherung der charakteristischen dörflichen Eigenart, um den Dörfern und ihren Bewohnern die Möglichkeit zu geben, sich in zeitgemäßer Art und Weise weiterzuentwickeln. Nachdem der Rat der Stadt Norden im Mai 2011 den Dorfentwicklungsplan beschlossen und dieser im Juni 2011 vom Amt für Regionale Landesentwicklung Weser-Ems anerkannt wurde, konnte im Sommer 2011 mit der Umsetzungsphase der Dorfentwicklung begonnen werden.


==Religion==
Mit Jahresende 2021 endete die Maßnahme. In dieser Zeit wurden in beiden Orten drei große Infrastrukturprojekten und zahlreiche weitere Nebenprojekte fertiggestellt, darunter auch zahlreiche Modernisierungen und Instandsetzungen von privaten Höfen und Wohngebäuden. In Leybuchtpolder wurde 2014 bis 2015 der Dorfplatz- Schulelternparkpatz und Steganlage am [[Dorfteich]] modernisiert bzw. entsprechend ausgebaut, in Neuwesteel wurde von 2015 bis 2016 ein Dorftreff und ein Bolzplatz am [[Schulweg]] errichtet. Von 2019 bis 2021 wurde die ehemalige reformierte Kirche von Leybuchtpolder zum Dorfgemeinschaftshaus [[Lüttje Kark]] umgebaut. Nicht umgesetzt wurde hingegen bislang die Ausweisung neuer Bauplätze, die in dem 2011 erstellten Konzept sozial und baulich verträglich bzw. förderlich dargestellt und dringend empfohlen wurde, um dem ansonsten unaufhaltbaren Bevölkerungsschwund entgegenwirken zu können.<ref>NWP Planungsgesellschaft (2011): Dorferneuerungs-/Entwicklungsplanung für die Ortsteile Leybuchtpolder und Neuwesteel, S. 95ff.</ref>


==Verwaltung==
Seit dem Verlust der Eigenständigkeit steht Leybuchtpolder kein [[Liste der Gemeindevorsteher von Leybuchtpolder|Bürgermeister]] (Gemeindevorsteher), sondern ein [[Ortsvorsteher]] vor, der den Ort und seine Interessen gegenüber der Verwaltung und dem [[Stadtrat|Rat der Stadt Norden]] vertritt. Als eigenständige Gemeinde standen der Verwaltung ein ehrenamtlicher Bürgermeister mit vorwiegend repräsentativen Aufgaben und ein hauptamtlicher [[Gemeindedirektor]] als eigentlicher Hauptverwaltungsbeamter an der Spitze der Verwaltung.


==Gesundheit und Soziales==
==Bildung==
Der Ort verfügt über eine [[Grundschule Leybuchtpolder|Grundschule]], deren Arbeiten 1955 abgeschlossen wurden. Der Besuch weiterführender Schulen ist - unter anderem - in Norden möglich.


==Religion==


==Wirtschaft und Verkehr==
* siehe auch: [[Kirchengemeinde Leybucht]]
Die praktisch einzigen Erwerbszweige Leybuchtpolders sind die Landwirtschaft und der Fremdenverkehr. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe nimmt jedoch gleichzeitig stetig ab. Gab es 1949 noch 72 Höfe, waren es 1960 noch 69 und 1971 sogar nur noch 45. Seit den 2010er Jahren gibt es sogar nur noch 21 Höfe in Neuwesteel.


In den Anfangsjahren waren auch eine Reihe Handwerksbetriebe im Ort, darunter Schmiede, Schuster, Bäcker sowie eine Tankstelle mit angeschlossenem Taxibetrieb. Das letzte Lebensmittelgeschäft schloss 2008, es befand sich am [[Königsweg]] 23a, ungefähr gegenüber der alten Schule.
1960 und 1961 wurden zwei Kirchen gebaut, eine für die [[Evangelisch-lutherische Kirche Leybuchtpolder|evangelisch-lutherischen Siedler]] und eine für die [[Evangelisch-reformierte Kirche Leybuchtpolder|evangelisch-reformierten]]. Die reformierte Kirche ist mittlerweile aufgrund Mitgliederschwundes geschlossen. Hier befindet sich heute das Dorfgemeinschaftshaus des Ortes, welches auch ''Lüttje Kark'' (niederdeutsch für ''Kleine Kirche'') genannt wird. Die Reformierten nutzen seitdem die Räumlichkeiten der lutherischen Kirche.


Die Anzahl der nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsstätten sank zunächst von 14 (1950) auf 11 (1961), stieg dann aber wieder deutlich auf 19 (1970) an. Handwerksbetriebe hatten 1950 mit fast 29 % und 1961 mit gut 27 % daran Anteil. Die Summe der Erwerbspersonen verminderte sich von 389 (1950), über 236 (1961) auf 183 (1970). Dagegen erhöhte sich die Quote der Auspendler stetig von fast 7 %, über 17 % auf annähernd 37 %. 1961 betrug der Anteil der Einpendler 18 %.  
Die anderen Konfessionen besuchten seit jeher die [[Liste der Sakralbauten|entsprechende Gotteshäuser der Stadt]], so etwa die katholische [[Ludgeruskirche]] an der [[Osterstraße]].


Die noch bestehenden Höfe betreiben vorwiegend Milchviehwirtschaft und Kartoffelanbau, der in dem äußerst fruchtbaren Marschboden von Neuwesteel sehr gute Erträge bringt. Viele Höfe verkaufen ihre Waren in kleinen Hofläden direkt an die Verbraucher und bzw. oder bieten "Ferien auf dem Bauernhof" für Touristen an.
==Gesundheit und Soziales==
Das nächstgelegene [[Kreiskrankenhaus Norden|Krankenhaus]] befindet sich seit jeher in Norden. In Leybuchtpolder gab und gibt es kein Krankenhaus oder ähnliches.


Neuwesteel verfügt auch über einen Campingplatz, welcher sich am Ende des [[Fährweg]] in unmittelbarer Lage zum [[Norder Tief]] befindet. Hier befindet sich auch ein Haus mit Ferienappartements das zum [[Hotel Reichshof]] gehört. Anliegend befindet sich ein kleiner Fähranleger, von dem aus man als Fußgänger oder Fahrradfahrer mit einer [[Kurbelpünte]] das Norder Tief zum [[Lorenzweg]] überqueren kann.
==Wirtschaft und Verkehr==
Die praktisch einzigen Erwerbszweige Leybuchtpolders sind die Landwirtschaft und der Fremdenverkehr. 1960 gab es in Leybuchtpolder 104 landwirtschaftliche Betriebe, davon zählte nur einer zu den großen Betrieben, 74 zu den mittelgroßen und 29 zu den kleinen Betrieben. 1961 gab es 19 nicht-landwirtschaftliche Arbeitsstätten, von denen vier Handwerksbetriebe waren, was einer Quote von 21 % entspricht. Die Zahl der Erwerbspersonen belief sich auf 315. Der Anteil der Auspendler und Einpendler lag bei 11 bzw. 20 %.


== Sehenswürdigkeiten ==
==Erwähnenswerte Gebäude==
* siehe auch: [[:Kategorie:Gebäude in Leybuchtpolder|Kategorie:Gebäude in Leybuchtpolder]]
* [[Altes Feuerwehrhaus (Leybuchtpolder)|Altes Feuerwehrhaus]]
* [[Denkmal (Störtebekerdeich)|Denkmal zum Bau des ehemaligen Störtebekerdeichs]]
* Dorfgemeinschaftshaus ''Lüttje Kark'' (ehemals [[Evangelisch-reformierte Kirche Leybuchtpolder]])
* [[Dorfteich]] mit Wasserfontäne
* [[Evangelisch-lutherische Kirche Leybuchtpolder]]
* [[Siedlerdenkmal|Ehrenmal für die ersten Siedler auf dem Marktplatz]]
* [[Feuerwehrhaus (Leybuchtpolder)|Feuerwehrhaus]]
* [[Sporthalle An der Leybucht|Sporthalle]]


== Einzelnachweise ==
<references />


== Quellenverzeichnis ==
== Quellenverzeichnis ==
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* [https://www.norden.de/index.php?ModID=7&FID=3170.8883.1&object=tx%7C3170.8883.1 Norden.de: Einwohnerzahl nach Ortsteilen]
* [https://www.norden.de/index.php?ModID=7&FID=3170.8883.1&object=tx%7C3170.8883.1 Norden.de: Einwohnerzahl nach Ortsteilen]
* [https://www.norden.de/Stadtleben/Die-Stadt/Ortsteile/ Norden.de: Ortsteile der Stadt Norden]
* [https://www.norden.de/Stadtleben/Die-Stadt/Ortsteile/ Norden.de: Ortsteile der Stadt Norden]
== Siehe auch ==
* [[Leypolder]]


[[Kategorie:Stadtteile von Norden]]
[[Kategorie:Stadtteile von Norden]]
[[Kategorie:Neuwesteel]]
[[Kategorie:Leybuchtpolder]]