Ziegelei (Vierzig Diemat): Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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|Kategorie
|Entstehungszeit
|[[:Kategorie:Gebäude in Vierzig Diemat|Vierzig Diemat]]
|1775
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|Stadtteil/-viertel
|Erbauer
|[[Vierzig Diemat]]
|[[Christian David Elter]]
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|Bauweise
|Ziegelei
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|Erhaltungszustand
|1912/1913 abgebrochen
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|Genaue Lage
|Genaue Lage
|[[Am Norder Tief]] 50
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26506 Norden
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Die '''Ziegelei von Vierzig Diemat''' befand sich auf dem [[Zuckerpolder]]. Sie wurde hier im Jahr 1775 vom Kaufmann [[Christian David Elter]] aus Amsterdam, einem gebürtigen Leeraner, errichtet. Das Gebiet gehörte damals noch zu [[Westermarsch I]]. Elter errichtete auch etwas weiter westlich eine [[Zuckerraffinerie]], ging jedoch 1778 bankrott und floh aus Norden. Die aus einem Brandhaus nebst Ofen sowie vier Pfannen- und Steinbuden bestehende Ziegelei wurde daraufhin zum Weiterbetrieb weiterverkauft.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 192</ref> Einer der Eigentümer der Folgejahre wurde [[Johann Schmertmann]], der sie am 15. Dezember 1783 aus der Insolvenzmasse von Elters ehemaligem Geschäftspartner Uken erwarb.<ref name=":0" /><ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Norden.pdf Beschreibung von Norden] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref>
Auf dem Gelände des heutigen [[Klärwerk|Klärwerks]] bzw. [[Bauhof|städtischen Bauhofs]] stand einst eine '''Ziegelei''', die hier im Jahr 1775 vom Kaufmann Christian David Elter aus Amsterdam, einem gebürtigen Leeraner, errichtet wurde. Elter errichtete auch etwas weiter östlich eine [[Zuckerraffinerie]], ging jedoch 1778 bankrott und floh aus Norden. Die Ziegelei wurde daraufhin zum Weiterbetrieb weiterverkauft.
 
Die Ziegelei gehörte Schmertmann noch bis mindestens 1817, denn in diesem Jahr beschweren sich die Norder Schiffer über den Steinschutz, der von dort in das [[Norder Tief]] gelangte und den Schiffsverkehr behinderte.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 211</ref> Zu dieser Zeit hatte das Werk eine jährliche Produktion von 275.000 Mauersteine, 58.000 Dachpannen und 2.000 Floren (Fußbodenplatten) genannt. Der Torf zum Brennen wurde aus [[Norderfehn]] (heute Berumerfehn) geliefert. Das Hauptgebäude wurde 1912/13 abgebrochen. Als einer der letzten Eigentümer wird die Familie Bos bzw. [[Johannes Bos]] genannt.<ref name=":0" />
 
== Sonstiges ==
Zwischen dieser Ziegelei und der [[Ziegelei (Westermarsch I)|Ziegelei am Altendeichsweg]] scheint es eine Verbindung gegeben zu haben. Auf der preußischen Grundkarte von ca. 1895 steht über der Ziegelei ''Zuckerpolder'', obwohl dieser wesentlich weiter südlich liegt. Wahrscheinlich handelte es sich um zwei zusammengehörige Werke, die diesen Namen als Alternativbezeichnung trugen.
 
Ostfriesland war bis in die 1960er Jahre ein ''Ziegeleiland'' mit unzähligen kleinen und großen Ziegeleien. Der marschtypische Kleiboden war vermischt mit Rohsand Ausgangsmaterial für die Herstellung von Ziegelsteinen, weshalb sich das Gebiet hervorragend dafür eignete. Der zum Brennen benötigte Torf wurde direkt vom [[Norder Hafen]] geliefert. Hier verlief auf der alten Deichlinie ein Schienennetz, das wahrscheinlich bis zur Ziegelei führte.


Für das 19. Jahrhundert wird eine jährliche Produtkion von 275.000 Mauersteine, 58.000 Dachpannen und 2.000 Floren (Fußbodenplatten) genannt. Der Torf zum Brennen wurde aus [[Norderfehn]] (heute Berumerfehn) geliefert. Das Hauptgebäude wurde 1912/13 abgebrochen. Als letzter Eigentümer wird die Familie Bos genannt. Aufgrund des Namens ist es wahrscheinlich, dass diese - wie auch Elter - aus den Niederlanden nach Norden kamen.
==Einzelnachweise==
<references />


==Quellenverzeichnis==
==Quellenverzeichnis==
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==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Zuckerraffinerie]]
*[[Zuckerraffinerie]]
*[[Ziegelei (Westgaste)]]


[[Kategorie:Gewerbe im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude in Vierzig Diemat]]
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Vierzig Diemat]]
[[Kategorie:Vierzig Diemat]]

Aktuelle Version vom 23. Mai 2022, 17:17 Uhr

Ziegelei von Vierzig Diemat

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Basisdaten
Entstehungszeit 1775
Erbauer Christian David Elter
Bauweise Ziegelei
Erhaltungszustand 1912/1913 abgebrochen
Genaue Lage Am Norder Tief 50

26506 Norden

Die Ziegelei von Vierzig Diemat befand sich auf dem Zuckerpolder. Sie wurde hier im Jahr 1775 vom Kaufmann Christian David Elter aus Amsterdam, einem gebürtigen Leeraner, errichtet. Das Gebiet gehörte damals noch zu Westermarsch I. Elter errichtete auch etwas weiter westlich eine Zuckerraffinerie, ging jedoch 1778 bankrott und floh aus Norden. Die aus einem Brandhaus nebst Ofen sowie vier Pfannen- und Steinbuden bestehende Ziegelei wurde daraufhin zum Weiterbetrieb weiterverkauft.[1] Einer der Eigentümer der Folgejahre wurde Johann Schmertmann, der sie am 15. Dezember 1783 aus der Insolvenzmasse von Elters ehemaligem Geschäftspartner Uken erwarb.[1][2]

Die Ziegelei gehörte Schmertmann noch bis mindestens 1817, denn in diesem Jahr beschweren sich die Norder Schiffer über den Steinschutz, der von dort in das Norder Tief gelangte und den Schiffsverkehr behinderte.[3] Zu dieser Zeit hatte das Werk eine jährliche Produktion von 275.000 Mauersteine, 58.000 Dachpannen und 2.000 Floren (Fußbodenplatten) genannt. Der Torf zum Brennen wurde aus Norderfehn (heute Berumerfehn) geliefert. Das Hauptgebäude wurde 1912/13 abgebrochen. Als einer der letzten Eigentümer wird die Familie Bos bzw. Johannes Bos genannt.[1]

Sonstiges

Zwischen dieser Ziegelei und der Ziegelei am Altendeichsweg scheint es eine Verbindung gegeben zu haben. Auf der preußischen Grundkarte von ca. 1895 steht über der Ziegelei Zuckerpolder, obwohl dieser wesentlich weiter südlich liegt. Wahrscheinlich handelte es sich um zwei zusammengehörige Werke, die diesen Namen als Alternativbezeichnung trugen.

Ostfriesland war bis in die 1960er Jahre ein Ziegeleiland mit unzähligen kleinen und großen Ziegeleien. Der marschtypische Kleiboden war vermischt mit Rohsand Ausgangsmaterial für die Herstellung von Ziegelsteinen, weshalb sich das Gebiet hervorragend dafür eignete. Der zum Brennen benötigte Torf wurde direkt vom Norder Hafen geliefert. Hier verlief auf der alten Deichlinie ein Schienennetz, das wahrscheinlich bis zur Ziegelei führte.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 192
  2. Beschreibung von Norden in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
  3. Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 211

Quellenverzeichnis

  • Beschreibung von Westermarsch I in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
  • Schreiber, Gretje (2010): Historische Ortsdatenbank Ostfriesland, Westermarsch I, Manuskript
  • Uphoff, Rolf (1992): Das "Zuckerpolder-Projekt", in: Heim und Herd 24. Dezember 1992, Beilage "Ostfriesischer Kurier" Nr. 12, S. 46ff.

Siehe auch