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==Neuer Friedhof==
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26506 Norden
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Der '''Jüdische Friedhof''' befindet sich in unmittelbarer Nähe zum [[Neuer Friedhof|christlichen Friedhof]] in [[Ostlintel]]. Der Friedhof wurde von der in Norden seit dem 16. Jahrhundert ansässigen [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdischen Gemeinde]] angelegt und als solcher bis 1938 genutzt.
Der '''Jüdische Friedhof''' befindet sich in unmittelbarer Nähe zum [[Neuer Friedhof|christlichen Friedhof]] in [[Ostlintel]]. Der Friedhof wurde von der in Norden seit dem 16. Jahrhundert ansässigen [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdischen Gemeinde]] angelegt und als solcher bis 1938 genutzt.  
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==Geschichte==
==Geschichte==
[[Datei:Neuer Friedhof Judenfriedhof 15052021 17.jpg|links|mini|252x252px|Erläuterungen zum Mahnmal für die ermordeten Norder Juden.]]
[[Datei:Neuer Friedhof Judenfriedhof 15052021 17.jpg|links|mini|252x252px|Erläuterungen zum Mahnmal für die ermordeten Norder Juden.]]
Der jüdische Friedhof gilt als der älteste Ostfrieslands. Wann genau er angelegt wurde, ist nicht bekannt, eine Anlage erfolgte jedoch in jedem Fall zwischen 1529 und 1559. Eine [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdische Gemeinde]] in der Stadt ist seit dem 16. Jahrhundert belegt, spätestens seit 1581.<ref name=":1">[https://www.alemannia-judaica.de/norden_synagoge.htm Norden (Kreis Aurich, Ostfriesland): Jüdische Geschichte / Synagoge]  auf Alemannia Judaica, abgerufen am 14. April 2021</ref> Da das [[Kloster Marienthal]] auf dessen Ländereien erst 1529 säkularisiert (aufgelöst, verweltlicht) wurde, ist eine frühere Anlage äußerst zweifelhaft, denn jüdische Gräber auf ''christlichem Boden'' wären sicherlich nicht toleriert worden.
Der jüdische Friedhof gilt als der älteste Ostfrieslands. Wann genau er angelegt wurde, ist nicht bekannt, eine Anlage erfolgte jedoch in jedem Fall zwischen 1529 und 1559. Eine [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdische Gemeinde]] in der Stadt ist seit dem 16. Jahrhundert belegt, spätestens seit 1581.<ref name=":1">[https://www.alemannia-judaica.de/norden_synagoge.htm Norden (Kreis Aurich, Ostfriesland): Jüdische Geschichte / Synagoge]  auf Alemannia Judaica, abgerufen am 14. April 2021</ref> Da das [[Kloster Marienthal]] auf dessen Ländereien erst 1529 säkularisiert (aufgelöst, verweltlicht) wurde, ist eine frühere Anlage äußerst zweifelhaft, denn jüdische Gräber auf ''christlichem Boden'' wären sicherlich nicht toleriert worden. Zunächst bestand nur der Teil im Bereich der heutigen Zuwegung, das Stück östlich der [[Friedhofskapelle]] kam erst später dazu.


Ein erster Hinweis auf den Friedhof datiert auf den 22. August 1669. An diesem Tage beschwerte sich der in Norden ansässige ''Hofjude'' [[Meyer Calmans]] bei der Fürstin Christine Charlotte von Württemberg-Teck darüber, dass Hirten auf den jüdischen Friedhof eindrängen würden, der nun bereits vor über 100 Jahren vom Vorsteher des Norder Armenhauses gepachtet worden sei. Die Fürstin gestattete der Gemeinde daraufhin, das Areal einzuzäunen. Bei der Erneuerung des Pachtvertrages am 20. September 1669 wurden diese Angaben bestätigt und darauf hingewiesen, dass die Juden nach Anweisung die Heuer (Pachtgebühr) alle Jahr richtig und pünktlich bezahlt hätten.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich</ref>
Ein erster Hinweis auf den Friedhof datiert auf den 22. August 1669. An diesem Tage beschwerte sich der in Norden ansässige ''Hofjude'' [[Meyer Calmans]] bei der Fürstin Christine Charlotte von Württemberg-Teck darüber, dass Hirten auf den jüdischen Friedhof eindrängen würden, der nun bereits vor über 100 Jahren vom Vorsteher des Norder Armenhauses gepachtet worden sei. Die Fürstin gestattete der Gemeinde daraufhin, das Areal einzuzäunen. Bei der Erneuerung des Pachtvertrages am 20. September 1669 wurden diese Angaben bestätigt und darauf hingewiesen, dass die Juden nach Anweisung die Heuer (Pachtgebühr) alle Jahr richtig und pünktlich bezahlt hätten.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich</ref>
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Nach 1945 wurden mehrfach Restaurationen vorgenommen. So wurden vom 30. Oktober bis 10. November 1945 rund 280 ehemalige [[NSDAP Ortsgruppe Norden|NSDAP-Mitglieder]] von der britischen Militärregierung dazu verpflichtet, den jüdischen Friedhof unter Aufsicht des Friedhofswärters [[Johann Weege]] wieder herzurichten.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 91</ref><ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 94f.</ref> Auch war es die Militärregierung, die den Friedhof - wie auch alle anderen, im ehemals jüdischen Gemeindebesitz befindlichen Vermögenswerte - eine Sperre legte und das Vermögen schließlich der ''Jewish Trust Corporation'' in London übertrug. Diese überschrieb die Besitzrechte mit Schenkungsurkunde vom 13. Juli 1959 auf den Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen e.V. mit Sitz in Hannover. Von diesem Verein wird der Friedhof bis heute verwaltet.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 95</ref>
Nach 1945 wurden mehrfach Restaurationen vorgenommen. So wurden vom 30. Oktober bis 10. November 1945 rund 280 ehemalige [[NSDAP Ortsgruppe Norden|NSDAP-Mitglieder]] von der britischen Militärregierung dazu verpflichtet, den jüdischen Friedhof unter Aufsicht des Friedhofswärters [[Johann Weege]] wieder herzurichten.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 91</ref><ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 94f.</ref> Auch war es die Militärregierung, die den Friedhof - wie auch alle anderen, im ehemals jüdischen Gemeindebesitz befindlichen Vermögenswerte - eine Sperre legte und das Vermögen schließlich der ''Jewish Trust Corporation'' in London übertrug. Diese überschrieb die Besitzrechte mit Schenkungsurkunde vom 13. Juli 1959 auf den Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen e.V. mit Sitz in Hannover. Von diesem Verein wird der Friedhof bis heute verwaltet.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 95</ref>


Weitere Restaurationen folgten in den Jahren 1951, 1952, 1957 und 1978. In letztgenanntem Jahr sowie 1981 wurde der Friedhof geschändet. 1993 wurden ältere Grabsteine mithilfe einer großzügigen Spende von von [[Heinz Ewald Samson]] restauriert.<ref name=":1" /> Vorangegangen waren umfangreiche Freilegungen versunkener Gräber durch Schüler der [[Berufsbildende Schule|Berufsbildenden Schule]] im Jahre 1986.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 85</ref>
1977 wurde der Friedhof durch das Reichsarchiv Groningen (Niederlande) schriftlich und fotografisch dokumentiert. Dabei wurde auch die Inschrift aller (sichtbaren) Grabsteine übersetzt.<ref>[https://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/FRIEDHOF/NIEDERSA/PROJEKTE/liste-f.htm#Norden Zentralarchiv der jüdischen Friedhöfe], abgerufen am 30. April 2022</ref>
 
In den Jahren 1951, 1952, 1957 und 1978 folgten weitere, umfangreiche Restaurationen am Friedhof. In letztgenanntem Jahr sowie 1981 wurde der Friedhof geschändet. 1993 wurden zahlreiche ältere Grabsteine mithilfe einer großzügigen Spende von von [[Heinz Ewald Samson]] restauriert.<ref name=":1" /> Vorangegangen waren umfangreiche Freilegungen versunkener Gräber durch Schüler der [[Berufsbildende Schule|Berufsbildenden Schule]] im Jahre 1986.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 85</ref>


== Grabstätten ==
== Grabstätten ==