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==Leybuchtsiel==
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Pläne zur Errichtung eines [[Siel|Siels]] in unmittelbarer Nähe zur [[Leybucht]] gab es bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Gedanke seinerzeit war, die Verschlickung des [[Norder Tief|Norder Tiefs]] durch die Gezeiten aufzuhalten, die das Befahren des [[Norder Hafen|Norder Hafens]] mit größeren Schiffen unmöglich machten. Der Plan scheiterte jedoch an einer Finanzierung und der fehlenden Unterstützung des Amtsverwalters [[Hajo Laurenz Damm]].<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 150ff.</ref>
Pläne zur Errichtung eines [[Siel|Siels]] in unmittelbarer Nähe zur [[Leybucht]] gab es bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Gedanke seinerzeit war, die Verschlickung des [[Norder Tief|Norder Tiefs]] durch die Gezeiten aufzuhalten, die das Befahren des [[Norder Hafen|Norder Hafens]] mit größeren Schiffen unmöglich machten. Der Plan scheiterte jedoch an einer Finanzierung und der fehlenden Unterstützung des Amtsverwalters [[Hajo Laurenz Damm]].<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 150ff.</ref>


Mit der Eindeichung von [[Neuwesteel]] war es schließlich notwendig geworden, dieses neu gewonnene Land entwässern zu können. Der offene Zugang stand einer wirkungsvollen Entwässerung entgegen und barg zudem immer wieder die Gefahr von Sturmfluten an diesen küstennahen Regionen. Das [[Norder Tief]] war zudem im Laufe der Jahre so verschlickt, dass es zu einem akuten ''Binnenwasser-Notstand'' kam. Trotz widerstreitender Interessen mit der [[Stadt Norden]], die mit dem Bau des Siels ihren Zugang zum offenen Meer verlor, wurde der Bau 1928 begonnen und schließlich 1929 fertiggestellt.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 77</ref> Maßgeblich wurde das Projekt von [[Popke Fegter]] vorangetrieben, der dem jungen [[Entwässerungsverband Norden|Entwässerungsverband]] seit seiner Gründung (1926) vorstand und sich gemeinsam mit seinem Sohn [[Georg Fegter]] auf langen Fahrten und Besichtigungen in den Niederlanden, Dänemark und Norddeutschland umfangreiche Anregungen und Erkenntnisse eingeholt hatte.<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874-1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 18</ref> Dieser gab auch den Bau eines neuen Seedeichs in Auftrag, wofür er sich ein großzügiges Darlehen der Preußischen Staatsbank in Höhe von einer Millionen Mark sichern konnte.<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874-1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 19</ref>
Mit der Eindeichung von [[Neuwesteel]] war es schließlich notwendig geworden, dieses neu gewonnene Land entwässern zu können. Der offene Zugang stand einer wirkungsvollen Entwässerung entgegen und barg zudem immer wieder die Gefahr von Sturmfluten an diesen küstennahen Regionen. Das [[Norder Tief]] war zudem im Laufe der Jahre so verschlickt, dass es zu einem akuten ''Binnenwasser-Notstand'' kam. Trotz widerstreitender Interessen mit der [[Stadt Norden]], die mit dem Bau des Siels ihren Zugang zum offenen Meer verlor, wurde der Bau 1928 begonnen und schließlich 1929 fertiggestellt.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 77</ref> Am 25. Juli 1929 um 19:00 Uhr lief zum letzten Mal die Flut der Nordsee am [[Zweites Siel|Alten Siel]] auf.<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874-1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 80</ref>
 
Maßgeblich wurde das Projekt von [[Popke Fegter]] vorangetrieben, der dem jungen [[Entwässerungsverband Norden|Entwässerungsverband]] seit seiner Gründung (1926) vorstand und sich gemeinsam mit seinem Sohn [[Georg Fegter]] auf langen Fahrten und Besichtigungen in den Niederlanden, Dänemark und Norddeutschland umfangreiche Anregungen und Erkenntnisse eingeholt hatte.<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874-1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 18</ref> Dieser gab auch den Bau eines neuen Seedeichs in Auftrag, wofür er sich ein großzügiges Darlehen der Preußischen Staatsbank in Höhe von einer Millionen Mark sichern konnte.<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874-1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 19</ref>


Die Aufrechterhaltung des Betriebs am [[Norder Hafen]] hatte schließlich aufgrund der Gegebenheiten keinen Sinn mehr. Die letzte unmittelbare Nordseeflut erreichte den Hafen im Juli 1929. Anschließend wurden alle Siele zwischen Norden und Leybuchtsiel, wie beispielsweise das [[Fridericussiel]] oder das [[Großes Norder Siel|Große Norder Siel]], ebenso überflüssig wie die Deiche zu beiden Seiten des Norder Tiefs, da das Tief nun keinen direkten Meereszugang mehr hatte und damit nicht mehr unmittelbar von Sturmfluten betroffen war.
Die Aufrechterhaltung des Betriebs am [[Norder Hafen]] hatte schließlich aufgrund der Gegebenheiten keinen Sinn mehr. Die letzte unmittelbare Nordseeflut erreichte den Hafen im Juli 1929. Anschließend wurden alle Siele zwischen Norden und Leybuchtsiel, wie beispielsweise das [[Fridericussiel]] oder das [[Großes Norder Siel|Große Norder Siel]], ebenso überflüssig wie die Deiche zu beiden Seiten des Norder Tiefs, da das Tief nun keinen direkten Meereszugang mehr hatte und damit nicht mehr unmittelbar von Sturmfluten betroffen war.
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==Galerie==
==Galerie==
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Datei:Grenzweg Überschwemmung 12 1960 01.jpg|Sinnbildhafte Überschwemmungen am [[Grenzweg]] vor dem Bau des neuen Schöpfwerkes, aufgenommen im Dezember 1960.
Datei:Leybucht um 1962 01.jpg|Blick vom Schöpfwerk auf das Sammelbecken (um 1962).
Datei:Leybucht um 1962 01.jpg|Blick vom Schöpfwerk auf das Sammelbecken (um 1962).
Datei:Leybucht Wetterhahn Schöpfwerk um 1962 01.jpg|Der Wetterhahn auf dem Schöpfwerk (um 1962).
Datei:Leybucht Wetterhahn Schöpfwerk um 1962 01.jpg|Der Wetterhahn auf dem Schöpfwerk (um 1962).
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==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
<references />
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==Quellenverzeichnis==
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