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==Marktplatz==
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26506 Norden
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Der '''Marktplatz''' in der Innenstadt von Norden ist der größte baumbestandene Marktplatz Deutschlands und war im Mittelalter der bedeutendste Ostfrieslands. Mit einer Größe von etwa 6,5 Hektar (1 Hektar = 1000 Quadratmeter) zählt er zudem zu den größten der Bundesrepublik.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 189</ref> Der Baumbestand geht im Wesentlichen auf das eingehende 19. Jahrhundert zurück.
Der '''Marktplatz''' in der Innenstadt von Norden ist der größte baumbestandene Marktplatz Deutschlands und war im Mittelalter der bedeutendste Ostfrieslands. Mit einer Größe von etwa 6,6 Hektar zählt er zudem zu den größten der Bundesrepublik.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 189</ref> Der Baumbestand geht im Wesentlichen auf das frühe 19. Jahrhundert zurück.
__TOC__
__TOC__
==Geschichte==
==Geschichte==
[[Datei:Marktplatz Stadtplan 1805 01.jpg|links|mini|267x267px|Der aufgeforstete Marktplatz auf einem Stadtplan von 1805.]]
[[Datei:Marktplatz Stadtplan 1805 01.jpg|mini|267x267px|Der aufgeforstete Marktplatz auf einem Stadtplan von 1805.]]
Der Marktplatz wurde planmäßig, nicht jedoch in einem Zuge errichtet. Vielmehr ist er über die Jahrhunderte gewachsen und bestand vermutlich schon zu Zeiten der ersten (bekannten) urkundlichen Erwähnung der Stadt im Jahr 1255.<ref name=":2" /> Sein Ursprung ist wohl in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zu suchen.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 10</ref> Die wesentlichen Grundzüge, die geschlossene Rahmenbebauung, stammt in ihrem Kern aus dem frühen Mittelalter. Ein reguläres Marktwesen wird es jedoch erst mit der Verleihung des [[Stadtrechtsverleihung|Stadtrechts]] im Jahre 1277 gegeben habe, da das Abhalten von Märkten ein Privileg der Städte war.<ref>Sanders, Adolf (1988): Unsere Stadt hinterm Deich, Norden, S. 5</ref>
Der Marktplatz wurde planmäßig, nicht jedoch in einem Zuge errichtet. Vielmehr ist er über die Jahrhunderte gewachsen und bestand vermutlich schon zu Zeiten der ersten (bekannten) urkundlichen Erwähnung der Stadt im Jahr 1255.<ref name=":2" /> Sein Ursprung ist wohl in jedem Fall in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zu suchen.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 10</ref> Die wesentlichen Grundzüge, die geschlossene Rahmenbebauung, stammt in ihrem Kern aus dem frühen Mittelalter. Ein reguläres Marktwesen wird es jedoch erst mit der Verleihung des [[Stadtrechtsverleihung|Stadtrechts]] im Jahre 1277 gegeben habe, da das Abhalten von Märkten ein Privileg der Städte war.<ref>Sanders, Adolf (1988): Unsere Stadt hinterm Deich, Norden, S. 5</ref> Die ersten Stadthäuser entstanden an der Nordseite des Marktplatzes zwischen der heutigen [[Norddeicher Straße]] und der [[Klosterstraße]].<ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 8</ref>


Fest steht, dass der Marktplatz seit jeher ein zentraler Punkt für die Bauern der [[Sandbauerschaft]] war, die diesen Ort zum Auftrieb der Rinder und vermutlich auch zum Weiden nutzten. Andere Deutungen, dass der Marktplatz ursprünglich ein heidnische Kultstätte oder ein Königshof zu Zeiten von Karl dem Großen war, gelten als weniger wahrscheinlich, dürfen aber keineswegs als unmöglich betrachtet werden.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2000): Norden/Norddeich - Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 35</ref>
Fest steht, dass der Marktplatz seit jeher ein zentraler Punkt für die Bauern der [[Sandbauerschaft]] war, die diesen Ort zum Auftrieb der Rinder und vermutlich auch zum Weiden nutzten. Andere Deutungen, dass der Marktplatz ursprünglich ein heidnische Kultstätte oder ein Königshof zu Zeiten von Karl dem Großen war, gelten als weniger wahrscheinlich, dürfen aber keineswegs als unmöglich betrachtet werden.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2000): Norden/Norddeich - Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 35</ref><ref name=":11">Adressbuch von 1950/1951, S. 7</ref> So war es im Rahmen der Christianisierung der heidnischen Gebiete oft üblich, dass Kirchen an früheren Kultplätzen errichtet wurden.<ref name=":11" /> Beachtet werden muss in jedem Fall, dass Marktplätze erst im Hochmittelalter entstanden und Märkte bis dahin vor allem als ''Straßenmärkte'' entlang der Hauptstraßen abgehalten wurden.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Marktplatz_(St%C3%A4dtebau) Wikipedia-Artikel zum Marktplatz], abgerufen am 26. November 2022</ref>


Die Giebel und Fassaden der sich weitestgehend aneinanderreihenden Gebäude zeugen von der wohlhabenden Vergangenheit der Stadt. Zu erkennen ist ein faszinierendes Spektrum von der Renaissance bis zur Neugotik.<ref>Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 162f.</ref> Ausschlaggebend für die Anlage des Marktplatzes dürfte wohl vor allem der seinerzeit florierende Handel mit Vieh (vor allem Rindern) gehabt haben.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, Einband</ref> Nur auf einer derart großen Fläche konnten Mensch und Tier in größerer Zahl zusammenkommen, die Händler kamen dabei sogar aus dem Süden der Niederlande, landesherrliche Verfügungen belegen, dass beispielsweise Kaufleuten aus dem südholländischen Nymwegen sowie aus Utrecht sicheres Geleit zum Norder Marktplatz gewährt wurde.<ref name=":5">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 16</ref> Auch die Lage auf dem höchsten Punkt der [[Norder Geestinsel]] ist ein unmissverständlicher Hinweis auf eine von Anfang an geplante Anlage und seine enorme Bedeutung.
Ausschlaggebend für die Anlage des Marktplatzes dürfte somit wohl vor allem der seinerzeit florierende Handel mit Vieh (vor allem Rindern) gehabt haben.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, Einband</ref> Nur auf einer derart großen Fläche konnten Mensch und Tier in größerer Zahl zusammenkommen, die Händler kamen dabei sogar aus dem Süden der Niederlande, landesherrliche Verfügungen belegen, dass beispielsweise Kaufleuten aus dem südholländischen Nymwegen sowie aus Utrecht sicheres Geleit zum Norder Marktplatz gewährt wurde.<ref name=":5">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 16</ref> Auch die Lage auf dem höchsten Punkt der [[Norder Geestinsel]] ist ein unmissverständlicher Hinweis auf eine von Anfang an geplante Anlage und seine enorme Bedeutung.


Als Bauherren fungierten wohl die um den Marktplatz ansässigen Edelgeschlechter wie die [[tom Brook]] und die [[Cirksena]]. Spätestens ab dem 15. Jahrhundert kamen auch die wohlhabenden Bauern der [[Ostermarsch|Oster-]] und [[Westermarsch]] hinzu, die insbesondere durch den Viehhandel zu ansehnlichem Wohlstand kamen und neben ihren Höfen zumeist auch ein Stadthaus am Marktplatz unterhielten. An der Rückseite ihrer Häuser befanden sich daher oftmals auch Stallungen und Scheunen für das Vieh.<ref name=":5" />
Als Bauherren fungierten wohl die um den Marktplatz ansässigen Edelgeschlechter wie die [[tom Brook]] und die [[Cirksena]]. Spätestens ab dem 15. Jahrhundert kamen auch die wohlhabenden Bauern der [[Ostermarsch|Oster-]] und [[Westermarsch]] hinzu, die insbesondere durch den Viehhandel zu ansehnlichem Wohlstand kamen und neben ihren Höfen zumeist auch ein Stadthaus am Marktplatz unterhielten. An der Rückseite ihrer Häuser befanden sich daher oftmals auch Stallungen und Scheunen für das Vieh.<ref name=":5" />


Vom Marktplatz war der nördliche und östliche Teil vom Friedhof noch bis in die Neuzeit Eigentum der anliegenden Hausbesitzer, sodass nur die südliche Hälfte für die eigentliche Marktzwecke zur Verfügung stand. Die nördliche Hälfte des Marktplatzes gehörte zum Haus [[Am Markt 59]], während die östliche Hälfte zum [[Gräfliches Haus|Gräflichen Haus]] gehörte.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 10</ref>
Die Giebel und Fassaden der sich weitestgehend aneinanderreihenden Gebäude zeugen von der wohlhabenden Vergangenheit der Stadt. Zu erkennen ist ein faszinierendes Spektrum von der Renaissance bis zur Neugotik.<ref name=":8">Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 162f.</ref> Vom Marktplatz war der nördliche und östliche Teil vom Friedhof noch bis in die Neuzeit Eigentum der anliegenden Hausbesitzer, sodass nur die südliche Hälfte für die eigentliche Marktzwecke zur Verfügung stand. Die nördliche Hälfte des Marktplatzes gehörte zum Haus [[Am Markt 59]], während die östliche Hälfte zum [[Gräfliches Haus|Gräflichen Haus]] gehörte.<ref name=":9">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 10</ref> Ein Großteil der Häuser bzw. Grundstücke gehörte damals und teilweise noch heute der [[Ludgerigemeinde Norden|Kirchen]], so etwa das [[Altes Rathaus|Alte Rathaus]] und das [[Weinhaus]].<ref name=":10">Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 277</ref>
 
[[Datei:Am Markt Marktplatz Süd Drei Schwestern Haus Monsieur Rathaus um 1900.jpg|mini|Der südliche Marktplatz mit [[Haus Monsieur]], [[Drei Schwestern]] und dem Rathaus in der Zeit um die Jahrhundertwende.]]
1785 wurde auf Veranlassung des [[Stadtrat|Stadtrates]] eine umfangreiche Umgestaltung vorgenommen. Der größte Teil wurde planmäßig mit Bäumen bepflanzt. Im Zuge dessen wurde auch der abgängige [[Pranger]] (''Kaak'') abgebrochen im Jahre 1786 und auf dem sogenannten [[Eilandje]] neu errichtet.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 81</ref><ref>Canzler, Gerhard (1992): Pranger in Norden, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier 25. Juli 1992, S. 23f.</ref> Mit Hilfe von Spenden wurden die Pflanzungen im Jahre 1819 fortgeführt und erweitert.<ref name=":0" />
1785 wurde auf Veranlassung des [[Magistrat|Magistrats]] eine umfangreiche Umgestaltung vorgenommen. Der größte Teil des Marktplatzes wurde nun planmäßig mit Bäumen bepflanzt und die schönen Promenaden (Alleen) angelegt. Im Zuge dessen wurde auch der abgängige [[Pranger]] (''Kaak'') abgebrochen im Jahre 1786 und auf dem sogenannten [[Eilandje]] neu errichtet.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 81</ref><ref>Canzler, Gerhard (1992): Pranger in Norden, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier 25. Juli 1992, S. 23f.</ref> Für die Anlage der Promenaden traten die bisherigen Eigentümer ihre Rechte an die Stadt ab, so im Falle Markt-Ost die Besitzer des Hauses [[Am Markt 6]], im Falle Markt-Nord [[Am Markt 59]].<ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 33</ref> Nach einigen Jahren der Stagnierung wurden die Baumpflanzungen im Jahre 1819 mithilfe von Spenden wohlhabender Bürger fortgeführt und erweitert.<ref name=":0" />


Im 19. Jahrhundert bis 1921 war der Marktplatz regelmäßig Endpunkt von feierlichen Umzügen, in der Regel zu Ehren heimkehrender Soldaten oder zur Erinnerung an siegreiche Schlachten wie die Schlacht bei Sedan gegen Frankreich am 1. und 2. September 1870, deren Ausgang maßgeblich zum Sieg der Deutschen gegen die Franzosen beitrug. An den wichtigsten Hauptstraßen wurden prachtvolle Triumphbögen errichtet und die Straßenzüge mit Fahnen und Flaggen geschmückt. Auf dem Marktplatz fand dann abschließend ein großes Volksfest statt.<ref>Ostfriesischer Kurier vom 24. April 2021, S. 13-16</ref>
Im 19. Jahrhundert bis 1921 war der Marktplatz regelmäßig Endpunkt von feierlichen Umzügen, in der Regel zu Ehren heimkehrender Soldaten oder zur Erinnerung an siegreiche Schlachten wie die Schlacht bei Sedan gegen Frankreich am 1. und 2. September 1870, deren Ausgang maßgeblich zum Sieg der Deutschen gegen die Franzosen beitrug. An den wichtigsten Hauptstraßen wurden prachtvolle Triumphbögen errichtet und die Straßenzüge mit Fahnen und Flaggen geschmückt. Auf dem Marktplatz fand dann abschließend ein großes Volksfest statt.<ref>Ostfriesischer Kurier vom 24. April 2021, S. 13-16</ref>


Der Norder Marktplatz wird jedoch nicht nur Schauort freudiger Ereignisse (wenn man von den Anprangerungen u. ä.) absieht: Im Sommer 1931 prügeln sich Anhänger der Nationalsozialisten mit kommunistisch orientierten Bürgern.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 26</ref> Schlägereien zwischen den beiden verfeindeten Lagern sind zu dieser Zeit beinahe an der Tagesordnung. Nach der Machtergreifung der NSDAP nutzen die Parteifunktionäre den Markt regelmäßig für öffentliche Machtdemonstrationen und Aufmärsche.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 27</ref> Ein nicht minder unerfreuliches Ereignis geschah am 13. November 1944: 2.000 Volkssturmmänner, zumeist alte Männer und junge Männer, die nach heutiger Definition als Kindersoldaten gelten würden, werden als letztes Aufgebot auf Führer, Volk und Vaterland eingeschworen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 41</ref> Der Krieg ist zu diesem Zeitpunkt längst verloren, doch soll der Wahnsinn erst im Mai des Folgejahres enden. Noch im April 1945 werden unter dem Vorwand eines Krankheitsbefalls zahlreiche uralte Ulmen auf und um den Markt gefällt, um hieraus Gewehrschäfte herzustellen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 42</ref> 1954 und 1956 werden weitere 40 Bäume gefällt, diesmal jedoch aus Krankheitsgründen und mit anschließender Aufforstung.<ref name=":4">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 62</ref>
Der Norder Marktplatz war jedoch nicht nur Schauort derart freudiger Ereignisse absieht: Im Sommer 1931 prügelten sich beispielsweise Anhänger der Nationalsozialisten mit kommunistisch orientierten Bürgern.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 26</ref> Schlägereien zwischen den beiden verfeindeten Lagern waren zu dieser Zeit beinahe an der Tagesordnung. Nach der Machtergreifung der NSDAP nutzten die Parteifunktionäre den Markt regelmäßig für öffentliche Machtdemonstrationen und Aufmärsche.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 27</ref> Ein nicht minder unerfreuliches Ereignis geschah am 13. November 1944: 2.000 Volkssturmmänner, zumeist alte Männer und junge Männer, die nach heutiger Definition als Kindersoldaten gelten würden, werden als letztes Aufgebot auf Führer, Volk und Vaterland eingeschworen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 41</ref> Der Krieg war zu diesem Zeitpunkt längst verloren, doch sollte der Wahnsinn erst im Mai des Folgejahres enden. Noch im April 1945 wurden unter dem Vorwand eines Krankheitsbefalls zahlreiche uralte Ulmen auf und um den Markt gefällt, um hieraus Gewehrschäfte herzustellen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 42</ref> 1954 und 1956 wurden weitere 40 Bäume gefällt, diesmal jedoch aus Krankheitsgründen sowie mit anschließender Aufforstung.<ref name=":4">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 62</ref>


Anfang 1953 kamen Überlegungen vonseiten der Politik und der Verwaltung auf, an der Nordseite des Marktes eine Großtankstelle zu errichten. Dank einer massiven Intervention von Bürgern mit Unterstützung der Ostfriesischen Landschaft und dem niedersächsischen Landeskonservator konnte das Vorhaben rechtzeitig gestoppt werden und dadurch die historische Struktur des Marktes erhalten werden.<ref name=":4" /> Einige Jahren später verschwanden dann auch die öffentlichen ''Bedürfnisanstalten'', von denen es sowohl ober- als auch unterirdische gab, aus dem Umfeld der den [[Alter Friedhof|Alten Friedhof]] umgebenden Mauer.
Anfang 1953 kamen Überlegungen vonseiten der Politik und der Verwaltung auf, an der Nordseite des Marktes eine Großtankstelle zu errichten. Dank einer massiven Intervention von Bürgern mit Unterstützung der Ostfriesischen Landschaft und dem niedersächsischen Landeskonservator konnte das Vorhaben rechtzeitig gestoppt werden und dadurch die historische Struktur des Marktes erhalten werden.<ref name=":4" /> Einige Jahren später verschwanden dann auch die öffentlichen ''Bedürfnisanstalten'' (Toiletten), von denen es sowohl ober- als auch unterirdische gab, aus dem Umfeld der den [[Alter Friedhof|Alten Friedhof]] umgebenden Mauer.


Im Sommer 2004 wird der Torfmarkt neu gestaltet und erhält unter anderem eine neue Bepflasterung und in seiner Mitte einen festen Baumständer für den alljährlichen Mai- sowie den Weihnachtsbaum.
Im Sommer 2004 wird der Torfmarkt neu gestaltet und erhält unter anderem eine neue Bepflasterung und in seiner Mitte einen festen Baumständer für den alljährlichen Mai- sowie den Weihnachtsbaum.
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==Gliederung==
==Gliederung==
[[Datei:Am Markt Marktplatz Ludgerikirche Alter Friedhof Luftaufnahme um 1960 01.jpg|mini|Luftaufnahme vom Marktplatz (um 1960).]]
[[Datei:Am Markt Marktplatz Ludgerikirche Alter Friedhof Luftaufnahme um 1960 01.jpg|mini|Luftaufnahme vom Marktplatz (um 1960).]]
Im wesentlichen kann man den Marktplatz in drei Teile gliedern: Der Marktplatz im eigentlichen Sinne besteht aus dem sogenannten ''Torfmarkt'' im Osten, dem ''Mittelmarkt'' in der Mitte und dem ''Blücherplatz'' (mit Schweinemarkt) im Westen. An den Blücherplatz in nördliche Richtung schließt sich der [[Arp-Schnitger-Platz]] an. Weniger bekannt ist der als ''Schulplatz'' bezeichnete, nordwestliche Teil des Marktplatzes. Ebenso wenig ist die Bezeichnung ''Eckelwarf'' für den nordwestlichen Teil bekannt. Der südlich des Glockenturms befindliche Platz wird seit 2020 [[Arp-Schnitger-Platz]] genannt.
[[Datei:Bus Cassens Hage auf Norder Marktplatz um 1940 01.jpg|mini|Junge Leute, darunter ein Wehrmachtssoldat (hinten links) auf dem Torfmarkt (um 1940).]]
Im Wesentlichen kann man den Marktplatz in drei Teile gliedern: Der Marktplatz im eigentlichen Sinne besteht aus dem sogenannten ''Torfmarkt'' im Osten, dem ''Mittelmarkt'' in der Mitte und dem ''Blücherplatz'' (mit Schweinemarkt) im Westen. An den Blücherplatz in nördliche Richtung schließt sich der [[Arp-Schnitger-Platz]] an. Weniger bekannt ist der als ''Schulplatz'' bezeichnete, nordwestliche Teil des Marktplatzes. Ebenso wenig ist die Bezeichnung ''Eckelwarf'' für den nordwestlichen Teil bekannt. Der südlich des Glockenturms befindliche Platz wird seit 2020 [[Arp-Schnitger-Platz]] genannt.


===Torfmarkt===
===Torfmarkt===
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===Mittelmarkt===
===Mittelmarkt===
Der Mittelmarkt ist das Zentrum der Wochenmärkte. Noch heute kommen jeden Montag und Samstag die unterschiedlichsten Marktbeschicker nach Norden, um ihre Waren den Marktbesuchern feilzubieten. Das Spektrum reicht von traditioneller Handwerkskunst über Blumenhändlern bis hin zu Bäckern, Fleischern und Fischverkäufern. Schon zu Lebzeiten von [[Ubbo Emmius]] (1547 - 1625) gab es den montäglichen Wochenmarkt.<ref name=":1">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 90</ref>
Der Mittelmarkt ist das Zentrum der Wochenmärkte. Noch heute kommen jeden Montag und Samstag die unterschiedlichsten Marktbeschicker nach Norden, um ihre Waren den Marktbesuchern feilzubieten. Das Spektrum reicht von traditioneller Handwerkskunst über Blumenhändlern bis hin zu Bäckern, Fleischern und Fischverkäufern. Schon zu Lebzeiten von [[Ubbo Emmius]] (1547-1625) gab es den montäglichen Wochenmarkt.<ref name=":1">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 90</ref>


Bis in das 19. Jahrhunderts standen montags am [[Glockenturm]] die (vor allem) ost- und westfälischen Wanderarbeiter, um hier ihre Arbeitskraft für die wohlhabenden [[Marsch|Marschbauern]] anzubieten.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 133</ref> In einem Reisebericht dieser Zeit heißt es dazu: ''"Norden hat einen ungeheuren Markt, besetzt mit Bäumen, den besten Häusern und einer uralten Kirche. Es liegt im fettesten Marschlande, daher die reichen Bauern, welche arme südliche Westphalinger für sich arbeiten lassen. Jeden Sonntag ist auf dem Kirchhof ein Tagelöhner-Markt, wo diese Reichen die armen Arbeiter sich auslesen wie die Plantagenbesitzer die Neger. Überall ist der Arme der Neger der Reichen."'' <ref>[https://www.sparkasse-aurich-norden.de/content/dam/myif/spk-aurich-norden/work/dokumente/pdf/ihre-sparkasse/Chronik.pdf?n=true Chronik der Sparkasse Aurich-Norden], abgerufen am 2. Juni 2021</ref><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 255</ref>
Bis in das 19. Jahrhunderts standen montags am [[Glockenturm]] die (vor allem) ost- und westfälischen Wanderarbeiter, um hier ihre Arbeitskraft für die wohlhabenden [[Marsch|Marschbauern]] anzubieten.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 133</ref> In einem Reisebericht dieser Zeit heißt es dazu: ''"Norden hat einen ungeheuren Markt, besetzt mit Bäumen, den besten Häusern und einer uralten Kirche. Es liegt im fettesten Marschlande, daher die reichen Bauern, welche arme südliche Westphalinger für sich arbeiten lassen. Jeden Sonntag ist auf dem Kirchhof ein Tagelöhner-Markt, wo diese Reichen die armen Arbeiter sich auslesen wie die Plantagenbesitzer die Neger. Überall ist der Arme der Neger der Reichen."'' <ref>[https://www.sparkasse-aurich-norden.de/content/dam/myif/spk-aurich-norden/work/dokumente/pdf/ihre-sparkasse/Chronik.pdf?n=true Chronik der Sparkasse Aurich-Norden], abgerufen am 2. Juni 2021</ref><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 255</ref>
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===Blücherplatz===
===Blücherplatz===
[[Datei:Am Markt Marktplatz Blücherplatz Kriegerdenkmal um 1910 01.jpg|mini|319x319px|Ehemaliges [[Kriegerdenkmal]] auf dem Blücherplatz.]]
Der Blücherplatz wurde zu Ehren des preußischen Generalfeldmarschalls Gebhard Leberecht von Blücher benannt, der maßgeblichen Anteil am Sieg über die [[Französische Besatzungszeit|Franzosen]] unter Napoleon hatte und von 1804 bis 1806 sein Quartier in Norden bezog.<ref name=":1" /><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 19</ref><ref name=":6">Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 110</ref> Blücher ließ an eben jenem Ort Truppen für die preußische ''Landwehr'' anwerben. Da der Andrang der Freiwilligen so groß war, musste ein Los über den Wehrdienst entscheiden.<ref name=":6" /> Die ausgehobenen Soldaten wurden schließlich mit weiteren Kräften aus Ostfriesland und dem Emsland zu Bataillonsstärke aufgestockt und dem ''3. Westfälischen Landwehrregiment'' unterstellt. Das Regiment wiederum gehörte zum ''1. Armeekorps'' unter General Hans Ernst Karl von Zieten, das die geschlagenen Franzosen nach er Schlacht bei Waterloo bis Paris und in die Normandie verfolgte.<ref>Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 111</ref>
Der Blücherplatz wurde zu Ehren des preußischen Generalfeldmarschalls Gebhard Leberecht von Blücher benannt, der maßgeblichen Anteil am Sieg über die [[Französische Besatzungszeit|Franzosen]] unter Napoleon hatte und von 1804 bis 1806 sein Quartier in Norden bezog.<ref name=":1" /><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 19</ref><ref name=":6">Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 110</ref> Blücher ließ an eben jenem Ort Truppen für die preußische ''Landwehr'' anwerben. Da der Andrang der Freiwilligen so groß war, musste ein Los über den Wehrdienst entscheiden.<ref name=":6" /> Die ausgehobenen Soldaten wurden schließlich mit weiteren Kräften aus Ostfriesland und dem Emsland zu Bataillonsstärke aufgestockt und dem ''3. Westfälischen Landwehrregiment'' unterstellt. Das Regiment wiederum gehörte zum ''1. Armeekorps'' unter General Hans Ernst Karl von Zieten, das die geschlagenen Franzosen nach er Schlacht bei Waterloo bis Paris und in die Normandie verfolgte.<ref>Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 111</ref>


Der Platz wurde 1865 mit Bäumen, Pflanzen und einer Umzäunung zur Erinnerung an das 50-jährige Jubiläum der Schlacht von Waterloo angelegt.<ref name=":1" /> Hinter der Umzäunung befanden sich Stangen (''Tüdderstangen''), an die das Vieh während des [[Beestmarkt|Beestmarktes]] angebunden wurde. Die Stangen waren zudem beliebte Turngeräte der Kinder.<ref name=":7">Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 81</ref> Die Benutzung hierfür war jedoch eigentlich durch eine [[Polizeiordnung|städtische Polizeiordnung]] verboten.
Der Platz wurde 1865 mit Bäumen, Pflanzen und einer Umzäunung zur Erinnerung an das 50-jährige Jubiläum der Schlacht von Waterloo angelegt.<ref name=":1" /> Hinter der Umzäunung befanden sich Stangen (''Tüdderstangen''), an die das Vieh während des [[Beestmarkt|Beestmarktes]] angebunden wurde. Die Stangen waren zudem beliebte Turngeräte der Kinder.<ref name=":7">Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 81</ref> Die Benutzung hierfür war jedoch eigentlich durch eine [[Polizeiordnung|städtische Polizeiordnung]] verboten.


In der Mitte des Blücherplatzes befand sich später ein Kriegsdenkmal, das an den Deutsch-Französischen Krieg (1870-1871) erinnerte und die geflügelte Germania mit Eichenlaub und Schwert auf zwei übereinander gestapelten, hohen Sockeln zeigte. Es wurde während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] demontiert und das Material der Statue, wie beispielsweise auch die [[Osterpoort]], für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen.<ref name=":7" />
In der Mitte des Blücherplatzes befand sich seit August/September 1874 (Einweihung am Sedantag, 2. September 1874) ein [[Kriegerdenkmal]], das an den Deutsch-Französischen Krieg (1870-1871) erinnerte und die geflügelte Victoria mit Loorbeerkranz und Palmzweig auf zwei übereinander gestapelten, hohen Sockeln zeigte.<ref name=":7" /><ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 174f.</ref> Es wurde während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] demontiert und das Material der Statue, wie beispielsweise auch die [[Osterpoort]], für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen.<ref name=":7" />


1894 errichtete [[Jan ten Doornkaat Koolman (1850)|Jan ten Doornkaat Koolman III.]] anlässlich einer Gewerbeschau einen Pavillon im nördlichen Bereich des Platzes. Diesen stiftete er später der Stadt, die ihn vornehmlich als ''[[Musikpavillon]]'' nutzte.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 20</ref> Heute ist der Blücherplatz mit Rasen bewachsen und der Pavillon längst verschwunden. Auf dem Platz der ehemaligen Statue überragt heute ein hoher, breiter Baum die Umgebung.
1894 errichtete [[Jan ten Doornkaat Koolman (1850)|Jan ten Doornkaat Koolman III.]] anlässlich einer Gewerbeschau einen Pavillon im nördlichen Bereich des Platzes. Diesen stiftete er später der Stadt, die ihn vornehmlich als ''[[Musikpavillon]]'' nutzte.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 20</ref> Heute ist der Blücherplatz mit Rasen bewachsen und der Pavillon längst verschwunden. Auf dem Platz der ehemaligen Statue überragt heute ein hoher, breiter Baum die Umgebung.
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===Eckelwarf===
===Eckelwarf===
Diese wenig bekannte Bezeichnung trägt die Nordostecke des Marktes. Wie auch im Falle von [[Ekel]] leitet sich der Name von einem ehemaligen Eichenbaumbestand ab. Es handelt sich jedoch um keine [[Warft|Warf]], vielmehr ist hier von einer Alternativbezeichnung für einen Platz auszugehen. Der alte Baumbestand verschwand bis etwa 1970, um Platz für Parkmöglichkeiten zu schaffen.
Diese wenig bekannte Bezeichnung trägt die Nordostecke des Marktes. Wie auch im Falle von [[Ekel]] leitet sich der Name von einem ehemaligen Eichenbaumbestand ab.<ref name=":12">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 155</ref> Es handelt sich jedoch um keine [[Warft|Warf]], vielmehr ist hier von einer Alternativbezeichnung für einen Platz auszugehen. Der alte Baumbestand verschwand bis etwa 1970, um Platz für Parkmöglichkeiten zu schaffen.


Möglicherweise, aber dabei handelt es sich nur um Vermutungen, könnte der Bereich hier ein heiliger Eichenhain unserer heidnischen Vorfahren gewesen sein.
Möglicherweise, aber dabei handelt es sich nur um Vermutungen, könnte der Bereich hier ein heiliger Eichenhain unserer heidnischen Vorfahren gewesen sein.
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==Bedeutende Gebäude==
==Bedeutende Gebäude==


* siehe auch: [[Liste der Gebäude Am Markt]]
* siehe auch: [[Liste der Häuser am Neuen Weg|Liste der Häuser Am Markt]]
 
[[Datei:Am Markt Ludgerikirche 1954 01.jpg|mini|Die [[Ludgerikirche]] - hier eine Aufnahme aus dem Jahr 1954 - ist das größte und bekannteste Gebäude am Marktplatz.]]
Rund um den Marktplatz bzw. der Straßenzug [[Am Markt]] befinden sich eine Vielzahl an historisch bedeutenden Gebäuden.
Rund um den Marktplatz bzw. der Straßenzug [[Am Markt]] befinden sich eine Vielzahl an historisch bedeutenden Gebäuden. Die Giebel und Fassaden der sich weitestgehend aneinanderreihenden Gebäude zeugen von der wohlhabenden Vergangenheit der Stadt. Zu erkennen ist ein faszinierendes Spektrum von der Renaissance bis zur Neugotik.<ref name=":8" /> Vom Marktplatz war der nördliche und östliche Teil vom Friedhof noch bis in die Neuzeit Eigentum der anliegenden Hausbesitzer, sodass nur die südliche Hälfte für die eigentliche Marktzwecke zur Verfügung stand. Die nördliche Hälfte des Marktplatzes gehörte zum Haus [[Am Markt 59]], während die östliche Hälfte zum [[Gräfliches Haus|Gräflichen Haus]] gehörte.<ref name=":9" /> Ein Großteil der Häuser bzw. Grundstücke gehörte damals und teilweise noch heute der [[Ludgerigemeinde Norden|Kirchen]], so etwa das [[Altes Rathaus|Alte Rathaus]] und das [[Weinhaus]].<ref name=":10" />
 
'''Altes Rathaus'''
 
Die Westseite des Marktplatzes wird vor allem vom [[Altes Rathaus |Alten Rathaus]] bestimmt. Es handelt sich um einen ansehnlichen Steinbau mit Turm, der Ähnlichkeiten mit der [[Uldingaburg]] aufweist und in dem im Laufe der Jahrhunderte neben der Stadtverwaltung noch zahlreiche weitere Institutionen ihren Sitz hatten oder bis heute haben. Ältester Nutzer ist die [[Theelacht]].


==Öffentliche Brunnen==
==Öffentliche Brunnen==
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Eine öffentliche [[Wasserversorgung]] im heutigen Sinne gab es erst seit 1939, doch schon ab 1895 wurden die bis dahin von den Anliegern und Interessentengemeinschaften betriebenen Brunnen am Marktplatz von der Stadt übernommen.<ref>Stadtwerke Norden (2021): Zeitreise in Text und Bild. 125 Jahre Stadtwerke Norden, Norden, S. 5</ref>
Eine öffentliche [[Wasserversorgung]] im heutigen Sinne gab es erst seit 1939, doch schon ab 1895 wurden die bis dahin von den Anliegern und Interessentengemeinschaften betriebenen Brunnen am Marktplatz von der Stadt übernommen.<ref>Stadtwerke Norden (2021): Zeitreise in Text und Bild. 125 Jahre Stadtwerke Norden, Norden, S. 5</ref>
Die am Marktplatz befindlichen Brunnen wurden aufgrund einer Bürgerinitiative wieder nach ihren historischen Vorbildern rund um den Marktplatz aufgebaut und im April 2008 eingeweiht.<ref>Informationsschild auf dem Brunnen am Arp-Schnitger-Platz, eingesehen am 15. September 2024</ref>


==Märkte und Veranstaltungen==
==Märkte und Veranstaltungen==
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1897 wurde die gerade vier Jahre alte [[Recha Freier]] mit ihrer Familie durch ein Schild mit der Aufschrift ''"Hunden und Juden ist das Betreten verboten"'' am Betreten des Blücherplatzes gehindert. Dieses Ereignis prägte sie nachhaltig und ihre Familie emigrierte nachfolgend nach Niederschlesien.
1897 wurde die gerade vier Jahre alte [[Recha Freier]] mit ihrer Familie durch ein Schild mit der Aufschrift ''"Hunden und Juden ist das Betreten verboten"'' am Betreten des Blücherplatzes gehindert. Dieses Ereignis prägte sie nachhaltig und ihre Familie emigrierte nachfolgend nach Niederschlesien.
== Trivia ==
Die wohl in den 1970er Jahren errichtete Uhr am Taxi-Stand des Marktplatzes beinhaltete früher ein Telefon zum Taxi-Ruf. Wenn man die Rufnummer 4444 wählte, klingelte es laut in der Reklame. Der Fahrer des ersten wartenden Taxis stieg daraufhin aus und öffnete die Klappe zum Telefon, um den Anruf entgegenzunehmen.<ref>Kommentar von Otto Onkes unter dem [https://www.facebook.com/photo/?fbid=25763262473272106&set=g.403157474761079 facebook-Beitrag] vom 3. Juni 2024</ref>


==Galerie==
==Galerie==
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Datei:Am Markt Marktplatz Fahrgeschäft Ferdinand Müller um 1920 01.jpg|Jahrmarkt in der Zeit um 1920.
Datei:Am Markt Marktplatz Fahrgeschäft Ferdinand Müller um 1920 01.jpg|Jahrmarkt in der Zeit um 1920.
Datei:Am Markt Marktplatz Osterstraße Ludgerikirche 1935 01.jpg|Blick von der [[Osterstraße]] zum Marktplatz (1935).
Datei:Am Markt Marktplatz Osterstraße Ludgerikirche 1935 01.jpg|Blick von der [[Osterstraße]] zum Marktplatz (1935).
Datei:Norden Marktplatz Luftaufnahme um 1950 01.jpg|Luftaufnahme um 1950.
Datei:Am Markt Marktplatz Winter 1950 01.jpg|Winterliches Bild aus der Zeit um 1950.
Datei:Am Markt Marktplatz Winter 1950 01.jpg|Winterliches Bild aus der Zeit um 1950.
Datei:Am Markt Marktplatz Busbahnhof um 1950 01.jpg|Der Busbahnhof am Marktplatz (um 1950).
Datei:Am Markt Marktplatz Busbahnhof um 1950 01.jpg|Der Busbahnhof am Marktplatz (um 1950).
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Datei:Am Markt Marktplatz Torfmarkt Erneuerung um 1955 02.jpg|Erneuerung von Untergrund und Pflasterung auf dem Torfmarkt (1956).
Datei:Am Markt Marktplatz Torfmarkt Erneuerung um 1955 02.jpg|Erneuerung von Untergrund und Pflasterung auf dem Torfmarkt (1956).
Datei:Am Markt Marktplatz Torfmarkt Erneuerung um 1955 03.jpg|Erneuerung von Untergrund und Pflasterung auf dem Torfmarkt (1956).
Datei:Am Markt Marktplatz Torfmarkt Erneuerung um 1955 03.jpg|Erneuerung von Untergrund und Pflasterung auf dem Torfmarkt (1956).
Datei:Am Markt Marktplatz Winter 1958 01.JPG|Der Marktplatz im Winter 1958.
Datei:Am Markt Marktplatz Winter 1959 01.JPG|Der Marktplatz im Winter 1959.
Datei:Am Markt Marktplatz Winter 1959 02.JPG|Der Marktplatz im Winter 1959.
Datei:Am Markt Marktplatz Winter 1959 03.JPG|Der Marktplatz im Winter 1959.
Datei:Am Markt Marktplatz Winter 1959 04.JPG|Der Marktplatz im Winter 1959.
Datei:Am Markt Marktplatz Winter 1959 05.JPG|Der Marktplatz im Winter 1959.
Datei:Am Markt Marktplatz Winter 1959 06.JPG|Der Marktplatz im Winter 1959.
Datei:Am Markt Marktplatz Winter 1959 07.JPG|Der Marktplatz im Winter 1959.
Datei:Am Markt Marktplatz Bundeswehr Ausstellung Unser Heer 1960 01.JPG|Ausstellung der Bundeswehr (''Unser Heer'') im Jahre 1960.
Datei:Am Markt Marktplatz Bundeswehr Ausstellung Unser Heer 1960 02.JPG|Ausstellung der Bundeswehr (''Unser Heer'') im Jahre 1960.
Datei:Am Markt Marktplatz Bundeswehr Ausstellung Unser Heer 1960 03.JPG|Ausstellung der Bundeswehr (''Unser Heer'') im Jahre 1960.
Datei:Am Markt Marktplatz Bundeswehr Ausstellung Unser Heer 1960 04.JPG|Ausstellung der Bundeswehr (''Unser Heer'') im Jahre 1960.
Datei:Am Markt Marktplatz Bundeswehr Ausstellung Unser Heer 1960 05.JPG|Ausstellung der Bundeswehr (''Unser Heer'') im Jahre 1960.
Datei:Am Markt Marktplatz Kreistierschau 26 06 1957 01.JPG|''Kreistierschau'' am 26. Juni 1957.
Datei:Am Markt Marktplatz Kreistierschau 30 06 1961 01.JPG|''Kreistierschau'' am 30. Juni 1961.
Datei:Am Markt Marktplatz Kreistierschau 30 06 1961 02.JPG|''Kreistierschau'' am 30. Juni 1961.
Datei:Am Markt Marktplatz Kreistierschau 30 06 1961 03.JPG|''Kreistierschau'' am 30. Juni 1961.
Datei:Am Markt Marktplatz Kreistierschau 30 06 1961 04.JPG|''Kreistierschau'' am 30. Juni 1961.
Datei:Am Markt Marktplatz Kreistierschau 30 06 1961 05.JPG|''Kreistierschau'' am 30. Juni 1961.
Datei:Am Markt Marktplatz Kreistierschau 30 06 1961 08.JPG|''Kreistierschau'' am 30. Juni 1961.
Datei:Am Markt Marktplatz Pfingstmarkt 1959 01.JPG|[[Pfingstmarkt]] 1959.
Datei:Am Markt Marktplatz Pfingstmarkt 1959 02.JPG|[[Pfingstmarkt]] 1959.
Datei:Am Markt Marktplatz Pfingstmarkt 1959 03.JPG|[[Pfingstmarkt]] 1959.
Datei:Am Markt Marktplatz Pfingstmarkt 1960 01.JPG|[[Pfingstmarkt]] 1960.
Datei:Am Markt Marktplatz Pfingstmarkt 1960 02.JPG|[[Pfingstmarkt]] 1960.
Datei:Am Markt Marktplatz Pfingstmarkt 1960 03.JPG|[[Pfingstmarkt]] 1960.
Datei:Am Markt Marktplatz Pfingstmarkt 1960 04.JPG|[[Pfingstmarkt]] 1960.
Datei:Am Markt Marktplatz Pfingstmarkt 03 06 1963 01.JPG|[[Pfingstmarkt]] am 3. Juni 1963.
Datei:Am Markt Marktplatz Pfingstmarkt 03 06 1963 02.JPG|[[Pfingstmarkt]] am 3. Juni 1963.
Datei:Am Markt Marktplatz Demo Erhalt Landkreis Norden Polizei Polizist 4000 Teilnehmer 11 08 1969 02.JPG|Demonstration gegen die Auflösung des [[Landkreis Norden|Landkreises Norden]] am 11. August 1969.
Datei:Am Markt Marktplatz Demo Erhalt Landkreis Norden Polizei Polizist 4000 Teilnehmer 11 08 1969 04.JPG|Demonstration gegen die Auflösung des [[Landkreis Norden|Landkreises Norden]] am 11. August 1969.
Datei:Am Markt Auto von Focko Rose im Hintergrund Am Markt Nord 10 10 1963.jpg|Der nördliche Marktplatz am 10. Oktober 1963.
Datei:Am Markt Marktplatz 23 12 1963.JPG|Der Torfmarkt vom 23. Dezember 1963.
Datei:Blick aus dem Feuerwehrturm in Richtung Altstadt 21 07 1977 (0268416) MZ.jpg|Blick vom Schlauchturm der [[Feuerwehrtechnische Zentrale|Feuerwehrtechnischen Zentrale]] - Aufnahme vom 21. Juli 1977.
Datei:Blick aus dem Feuerwehrturm in Richtung Altstadt 21 07 1977 (0268416) MZ.jpg|Blick vom Schlauchturm der [[Feuerwehrtechnische Zentrale|Feuerwehrtechnischen Zentrale]] - Aufnahme vom 21. Juli 1977.
Datei:Am Markt Marktplatz um 1980 01.jpg|Blick auf den Marktplatz von der [[Ludgerikirche]] (um 1980).
Datei:Am Markt Marktplatz um 1980 01.jpg|Blick auf den Marktplatz von der [[Ludgerikirche]] (um 1980).
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Datei:Am Markt - Wochenmarkt mit Ludgerikirche - 05052018.jpg|[[Wochenmarkt]] mit Blick auf die [[Ludgerikirche]] - Aufnahme vom 5. Mai 2018.
Datei:Am Markt - Wochenmarkt mit Ludgerikirche - 05052018.jpg|[[Wochenmarkt]] mit Blick auf die [[Ludgerikirche]] - Aufnahme vom 5. Mai 2018.
Datei:Am Markt - Glockenturm mit Gerüst - 15092018.jpg|Blick auf den [[Glockenturm]] mit Gerüst - Aufnahme vom 15. September 2018.
Datei:Am Markt - Glockenturm mit Gerüst - 15092018.jpg|Blick auf den [[Glockenturm]] mit Gerüst - Aufnahme vom 15. September 2018.
Datei:Am Markt - 27072021.jpg|Der heutige Marktkiosk (''Hevemeyer-Kiosk'') - [[Bismarckdenkmal|''Bismarck'']] schaut über das Dach hinaus - Aufnahme vom 27. Jul 2021.  
Datei:Am Markt - 27072021.jpg|Der heutige Marktkiosk (''Hevemeyer-Kiosk'') - [[Bismarckdenkmal|''Bismarck'']] schaut über das Dach hinaus - Aufnahme vom 27. Jul 2021.
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