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==Ziegelei am Altendeichsweg==
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| Title = Ziegelei am Altendeichsweg
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| Text = Gebäude in Westermarsch I
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26506 Norden
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Die '''Ziegelei in Westermarsch I''' (auch: ''Kaufmannsche Ziegelei'') war der (wesentlich unbekanntere) Vorgängerbau der [[Ziegelei (Westermarsch II)|Ziegelei in Westermarsch II]]. Sie hat ihren Ursprung im 16. Jahrhundert und befand sich in unmittelbarer Nähe einer im 18. Jahrhundert wüstgefallenen Kalkbrennerei.
Die '''Ziegelei in Westermarsch I''' (auch: ''Kaufmann'sche Ziegelei, Lantzius'sche Ziegelei'') war der (wesentlich unbekanntere) Vorgängerbau der [[Ziegelei (Westermarsch II)|Ziegelei in Westermarsch II]]. Sie hat ihren Ursprung im 16. Jahrhundert und befand sich in unmittelbarer Nähe einer im 18. Jahrhundert wüst gefallenen Kalkbrennerei.


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Das alte Ziegelwerk wurde erstmalig am 11. März 1585 in einem Kaufbrief zwischen der Familie [[Manninga]] und [[Roelf Schmidt]] als ''Tichelbude am [[Gaster Tief]]'' genannt.<ref>NLA Au, Dep. 4 II a, Nr. 98</ref> 1770 wird eine ''Stein- und Dachziegelbrennerei nebst dazu gehörigen 3 Stein Hütten an der [[Knullenbrücke]]'' erwähnt, erbaut von [[Folkmar Lantzius|Folkmar Friedrich Wilhelm Lantzius]], dem Mitbegründer der [[Norder Fehngesellschaft]].<ref>StAA, Rep. 237, Bd. 1327, Nr. 27 A</ref> Dieser hatte ein Jahr zuvor um eine Baugenehmigung ersucht, weil er die Lage am [[Gastmarscher Siel]], das auch über einen Anlegestellte verfügte, als förderlich erachtete.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 188</ref> 1777 erwarb er die verfallenen Gebäude sowie das Grundstück der alten Kalkbrennerei gemeinsam mit Amtsgerichtsassessor Roth für 1.200 Gulden, nahm diese zunächst wieder in Betrieb, doch schon 1790 wurde der Betrieb wieder eingestellt und die Gebäude bis zum 23. Februar 1793 abgebrochen, der dazugehörige halbe [[Diemat]] Land ging an den nahegelegenen [[Hof Rysdyk]]. Der Besitzer hatte dafür ein anderes Stück Land eingetauscht.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 194f.</ref>
Das alte Ziegelwerk wurde erstmalig am 11. März 1585 in einem Kaufbrief zwischen der Familie [[Manninga]] und [[Roelf Schmidt]] als ''Tichelbude am [[Gaster Tief]]'' genannt.<ref>NLA Au, Dep. 4 II a, Nr. 98</ref> 1770 wird eine ''Stein- und Dachziegelbrennerei nebst dazu gehörigen 3 Stein Hütten an der [[Knullenbrücke]]'' erwähnt, erbaut von [[Folkmar Lantzius|Folkmar Friedrich Wilhelm Lantzius]], dem Mitbegründer der [[Norder Fehngesellschaft]].<ref>StAA, Rep. 237, Bd. 1327, Nr. 27 A</ref> Dieser hatte ein Jahr zuvor um eine Baugenehmigung ersucht, weil er die Lage am [[Gastmarscher Siel]], das auch über einen Anlegestellte verfügte, als förderlich erachtete.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 188</ref> 1777 erwarb er die verfallenen Gebäude sowie das Grundstück einer alten, benachbarten Kalkbrennerei gemeinsam mit Amtsgerichtsassessor Roth für 1.200 Gulden, nahm diese zunächst wieder in Betrieb, doch schon 1790 wurde der Betrieb wieder eingestellt und die Gebäude bis zum 23. Februar 1793 abgebrochen, der dazugehörige halbe [[Diemat]] Land ging an den nahegelegenen [[Hof Rysdyk]]. Der Besitzer hatte dafür ein anderes Stück Land eingetauscht.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 194f.</ref>


Die Brennöfen der Ziegeleien der Umgebung wurden vor allem mit Torf aus [[Norderfehn]] (heute Berumerfehn) geheizt, wobei Lantzius natürlich zugute kam, dass er zugleich Gründungsdirektor der den Torf importierenden [[Norder Fehngesellschaft]] war. Ostfriesland war bis in die 1960er Jahre ein ''Ziegeleiland'' mit unzähligen kleinen und großen Ziegeleien. Der marschtypische Kleiboden war vermischt mit Rohsand Ausgangsmaterial für die Herstellung von Ziegelsteinen, weshalb sich das Gebiet hervorragend dafür eignete. So ist es nicht verwunderlich, dass für das Jahr 1785 immerhin 43.550 Steine und ein Jahr später sogar 66.800 Steine und Pfannen gebrannt und exportiert wurden.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 190</ref>
Die Brennöfen der Ziegeleien der Umgebung wurden vor allem mit Torf aus [[Norderfehn]] (heute Berumerfehn) geheizt, wobei Lantzius natürlich zugute kam, dass er zugleich Gründungsdirektor der den Torf importierenden [[Norder Fehngesellschaft]] war. Ostfriesland war bis in die 1960er Jahre ein ''Ziegeleiland'' mit unzähligen kleinen und großen Ziegeleien. Der [[Marsch|marschtypische]] Kleiboden war vermischt mit Rohsand Ausgangsmaterial für die Herstellung von Ziegelsteinen, weshalb sich das Gebiet hervorragend dafür eignete. So ist es nicht verwunderlich, dass für das Jahr 1785 immerhin 43.550 Steine und ein Jahr später sogar 66.800 Steine und Pfannen gebrannt und exportiert wurden.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 190</ref>


Aus der Zeit vor dem Abbruch der Ziegelei im Jahre 1912/13 existiert ein Foto der Ziegelei, die damals ''Götzentempel'' genannt wurde. Um 1897 hatte [[Rolf Kaufmann|Ro(h)lf Kaufmann]] die Ziegelei, die hier bis 1908 oder 1909 in Betrieb blieb, übernommen, danach wurde der Betrieb in die Ziegeleistraße verlegt.<ref>Imhoff, Mathilde (1988): Heim und Herd (Beilage zum Ostfriesischen Kurier) vom 30. April 1988, Nr. 1f.</ref><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 289</ref>
Nach dem Tode von Lantzius ging die Ziegelei an seine Nachkommen und von diesen 1862 an [[Hinderk Jacobs Rosenboom]], der sie für 11.370 Reichstaler in Gold erwarb. Anschließend wurde [[Johannes Bos]] neuer Eigentümer und 1897 schließlich [[Rolf Kaufmann]]. Unter dessen Inhaberschaft blieb die Ziegelei noch bis 1909 in Betrieb und wurde danach an die [[Ziegeleistraße]] verlegt (siehe auch: [[Ziegelei (Westermarsch II)|Ziegelei zu Westermarsch II]]).<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 246</ref><ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 289</ref>
 
Aus der Zeit vor dem Abbruch der Ziegelei im Jahre 1912/13 existiert ein Foto der Ziegelei, die damals ''Götzentempel'' genannt wurde.<ref>Imhoff, Mathilde (1988): Heim und Herd (Beilage zum Ostfriesischen Kurier) vom 30. April 1988, Nr. 1f.</ref><ref name=":1" /> In dieser Zeit wurde die alte Ziegelei schließlich auch abgebrochen.<ref name=":0" />


== Sonstiges ==
== Sonstiges ==