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Die '''Jüdische Gemeinde''' von Norden ist eine der ältesten Glaubensgemeinschaften der Stadt. Ihre Ursprünge gehen nachweislich mindestens auf das 16. Jahrhundert zurück. Infolge der Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten, insbesondere seit der Reichspogromnacht 1938, verließen viele Juden die Stadt. Die letzten wurden 1940 deportiert. Offiziell aufgelöst wurde die Gemeinde am 27. Mai 1941 durch eine Verordnung zum Reichsbürgergesetz, infolge dessen alle ''Jüdischen'' ''Kultusvereinigungen'' von Amts wegen aufgelöst wurden.
Die '''Jüdische Gemeinde von Norden''' ist eine der ältesten Glaubensgemeinschaften der Stadt. Ihre Ursprünge gehen nachweislich mindestens auf das 16. Jahrhundert zurück. Infolge der Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten, insbesondere seit der Reichspogromnacht 1938, verließen viele Juden die Stadt. Die letzten wurden 1940 deportiert. Offiziell aufgelöst wurde die Gemeinde am 27. Mai 1941 durch eine Verordnung zum Reichsbürgergesetz, infolge dessen alle ''Jüdischen'' ''Kultusvereinigungen'' von Amts wegen aufgelöst wurden.


Zur Gemeinde gehörten neben einer [[Synagoge]] unter anderem auch Räumlichkeiten für die [[Vorsängers Haus|Gemeindemitarbeiter]] sowie eine [[Jüdische Schule|eigene Schule]].
Zur Gemeinde gehörten neben einer [[Synagoge]] unter anderem auch Räumlichkeiten für die [[Vorsängers Haus|Gemeindemitarbeiter]] sowie eine [[Jüdische Schule|eigene Schule]].
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Wann die Gemeinde ihren ersten Gebetsraum einrichtete, ist unklar. 1679 erwarb sie ein Haus am [[Neuer Weg 110|Neuen Weg 110]], das sie bis 1804 als [[Synagoge]], Schule und Wohnhaus nutzte. Auch eine Mikwe (ritueller Waschraum zur Hygiene) war in dem Gebäude untergebracht. Vielleicht wurde das Gebäude zuvor bereits mietweise als Betsaal bzw. Synagoge mit Mikwe genutzt.<ref name=":1" />
Wann die Gemeinde ihren ersten Gebetsraum einrichtete, ist unklar. 1679 erwarb sie ein Haus am [[Neuer Weg 110|Neuen Weg 110]], das sie bis 1804 als [[Synagoge]], Schule und Wohnhaus nutzte. Auch eine Mikwe (ritueller Waschraum zur Hygiene) war in dem Gebäude untergebracht. Vielleicht wurde das Gebäude zuvor bereits mietweise als Betsaal bzw. Synagoge mit Mikwe genutzt.<ref name=":1" />


Rund um dieses Haus entstand ab 1804 das jüdische Gemeindezentrum. Das Grundstück hatte seit 1752 einer jüdischen Familie aus [[Bargebur]] gehört. Noch 1804 begann der Bau der Synagoge, für die der preußische König Friedrich Wilhelm III. 100 Reichstaler bewilligte. Den Rest der Bausumme finanzierten Gemeindemitglieder und nichtjüdische Spender aus Aurich, Emden und Greetsiel.<ref name=":1" /> Im Gegensatz zu den anderen ostfriesischen Orten sah sich die jüdische Gemeinde in Norden von Beginn an mit einem offenen Antisemitismus konfrontiert, der sich mit dem verstärkten Zuzug von polnischen und russischen Juden infolge der dortigen Pogrome von 1881 bis 1884 sogar noch verstärkte. Darüber hinaus gab es zur Jahrhundertwende Gerüchte, wonach die zugezogenen Juden die Cholera übertragen würden. Der [[Ostfriesischer Kurier|Ostfriesische Kurier]] schrieb dazu, das ''"mehr ungezogene als ernst zu nehmende Gebaren gegen die Fleischnot birgt auch in Bezug auf die drohend ihr Haupt erhebende Cholera ernste Gefahren. Denn mit der Oeffnung der Grenze kommen nicht nur russische Schweine, sondern auch – russisch polnische Juden über die Grenzen!"'' Das amtliche Kreisblatt von Norden schlägt in dieselbe Kerbe und schreibt: ''"Viel gefährlicher sind in ihrer unglaublichen Unsauberkeit die russisch-polnischen Juden."''<ref name=":4">Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866. Aurich</ref>
Rund um dieses Haus entstand ab 1804 das jüdische Gemeindezentrum. Das Grundstück hatte seit 1752 einer jüdischen Familie aus [[Bargebur]] gehört. Noch 1804 begann der Bau der Synagoge, für die der preußische König Friedrich Wilhelm III. 100 Reichstaler bewilligte. Den Rest der Bausumme finanzierten Gemeindemitglieder und nichtjüdische Spender aus Aurich, Emden und Greetsiel.<ref name=":1" /> Im Gegensatz zu den anderen ostfriesischen Orten sah sich die jüdische Gemeinde in Norden von Beginn an mit einem offenen Antisemitismus konfrontiert, der sich mit dem verstärkten Zuzug von polnischen und russischen Juden infolge der dortigen Pogrome von 1881 bis 1884 sogar noch verstärkte. Darüber hinaus gab es zur Jahrhundertwende Gerüchte, wonach die zugezogenen Juden die Cholera übertragen würden. Der [[Ostfriesischer Kurier|Ostfriesische Kurier]] schrieb dazu, das ''"mehr ungezogene als ernst zu nehmende Gebaren gegen die Fleischnot birgt auch in Bezug auf die drohend ihr Haupt erhebende Cholera ernste Gefahren. Denn mit der Oeffnung der Grenze kommen nicht nur russische Schweine, sondern auch – russisch polnische Juden über die Grenzen!"'' Das amtliche Kreisblatt von Norden schlägt in dieselbe Kerbe und schreibt: ''"Viel gefährlicher sind in ihrer unglaublichen Unsauberkeit die russisch-polnischen Juden."''<ref name=":4">Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich</ref>


1891 folgte der Neubau eines neuen Gebäudes für den [[Vorsängers Haus|Vorsänger]], in dem sich auch ein Frauenbad befand und Holz zum Sargbau sowie die Totenbahren gelagert wurden. Diesem Bau ging ein älterer Bau voran, über den jedoch nichts näher bekannt ist.<ref name=":2">Schreiber, Gretje (2006): Norder Häuser (XIX). Die Bewohner des Neuen Weges, in: Ostfriesischer Kurier, 17./18. August 1006, S. 12</ref> Im selben Jahr wurde auch das [[Synagogenweg 3|Wohnhaus des Lehrers]] erbaut.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 86</ref> Hier wohnte später die bekannte jüdische Widerstandskämpferin [[Recha Freier]] mit ihrer Familie. Neben der Eingangstür sind die Namen von Gemeindevorstand und -ausschuss sowie das Baujahr in die Steine geritzt. Auch der Name von Rechas Vater ist hier zu lesen.<ref name=":0" />
1891 folgte der Neubau eines neuen Gebäudes für den [[Vorsängers Haus|Vorsänger]], in dem sich auch ein Frauenbad befand und Holz zum Sargbau sowie die Totenbahren gelagert wurden. Diesem Bau ging ein älterer Bau voran, über den jedoch nichts näher bekannt ist.<ref name=":2">Schreiber, Gretje (2006): Norder Häuser (XIX). Die Bewohner des Neuen Weges, in: Ostfriesischer Kurier, 17./18. August 1006, S. 12</ref> Im selben Jahr wurde auch das [[Synagogenweg 3|Wohnhaus des Lehrers]] erbaut.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 86</ref> Hier wohnte später die bekannte jüdische Widerstandskämpferin [[Recha Freier]] mit ihrer Familie. Neben der Eingangstür sind die Namen von Gemeindevorstand und -ausschuss sowie das Baujahr in die Steine geritzt. Auch der Name von Rechas Vater ist hier zu lesen.<ref name=":0" />


Am Synagogenweg 4 entstand die ehemalige jüdische Schule. Sie wurde 1871 als Anbau an das Haus [[Neuer Weg 110]] errichtet. Die Schule hatte einen kleinen Schulgarten, für den Sportunterricht wurde die [[Sporthalle Am Alten Siel|Turnhalle]] des [[Norder Turnverein|Norder Turnvereins]] genutzt. 1903 wurde der vordere, ursprüngliche Bau der Nummer 110 abgebrochen und mit einer Lehrerwohnung im Obergeschoss neu errichtet.<ref name=":0" /> Bereits um 1857 gab es einen Jugendverein innerhalb der jüdischen Gemeinde, der die Förderung talentierter Schüler zum Ziel hatte und sich aus freiwilligen Zuwendungen der Gemeindemitglieder finanzierte.
Am Synagogenweg 4 entstand die ehemalige jüdische Schule. Sie wurde 1871 als Anbau an das Haus [[Neuer Weg 110]] errichtet. Die Schule hatte einen kleinen Schulgarten, für den Sportunterricht wurde die [[Sporthalle Am Alten Siel|Turnhalle]] des [[Norder Turnverein|Norder Turnvereins]] genutzt. 1903 wurde der vordere, ursprüngliche Bau der Nummer 110 abgebrochen und mit einer Lehrerwohnung im Obergeschoss neu errichtet.<ref name=":0" /> Bereits um 1857 gab es einen Jugendverein innerhalb der jüdischen Gemeinde, der die Förderung talentierter Schüler zum Ziel hatte und sich aus freiwilligen Zuwendungen der Gemeindemitglieder finanzierte.
[[Datei:Synagogenweg Judenlohne Synagoge 1926 01.jpg|mini|Der Vorstand der jüdischen Gemeinde, aufgenommen am Eingang der [[Synagoge]] (1926).]]


Der offene Antisemitismus in Norden dürfte dazu beigetragen haben, dass sich der Zionismus, die jüdische Nationalbewegung, die die Errichtung, Bewahrung und Rechtfertigung eines jüdischen Nationalstaates in Palästina zum Ziel hat, von Norden aus über Ostfriesland und die Niederlande ausbreitete. Ab 1897 gab es zionistische Vorträge in Norden. In einem Artikel von ''Die Welt'' heißt es dazu:<blockquote>"''Norden. Unsere ostfriesischen Juden, ein körperlich und geistig kerngesunder Stamm, welcher aus spagnolischer und aschkenasischer Mischung hervorgegangen ist, hatte vor einigen Tagen zum erstenmale Gelegenheit, vom Zionismus zu hören und sich für ihn zu begeistern. Herr Dr. Loewe aus Jaffa, der Palästina schon oft in allen seinen Teilen bereist hat, hielt hier einen ebenso glänzenden wie interessanten Vortrag über ‚Palästina, Land und Leute‘. Kein Mitglied der Gemeinde versäumte es, dem ‚Esra‘, in dessen Namen der Propagandavortrag stattfand, beizutreten, zum Theil mit sehr namhaften Beiträgen. Herr Dr. Loewe wird morgen in zwei anderen Städten Ostfrieslands jüdisch-nationale Beiträge Vorträge halten, um dann die zionistische Propaganda nach den Niederlanden zu tragen. Die Furcht vor dem bösen Zionismus, die geflissentlich von gewissen Rabbinern in's Volk getragen wurde, ist hier unbekannt. Gleichwohl darf man diese Erfolge umso weniger unterschätzen, als sie die Grundlage einer nach Westfriesland und Holland gerichteten Agitation sein werden. Wir wünschen dem Rufer im Streite weiteren guten Erfolg.''"<ref>Die Welt. Jahrgang 1, Heft 28 vom 10. Dezember 1897</ref></blockquote>Das sich verschärfende Klima führte langsam, aber sicher zu einem Schwinden der Gemeinde. 1864 gab es in der Stadt 316 Juden bei 6.096 Einwohnern, 1895 waren es immerhin noch 253.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 13</ref> Zur solidarischen Teilung von Krankheits- und Beerdigungskosten wurde am 13. Oktober 1912 eine ''Kranken- und Beerdigungsbrüderschaft'' gegründet. Am 8. Februar 1922 gründete sich ein jüdischer Frauenverband, die jedoch am 1. Juni 1939 wieder aufgelöst wurde. Die vorgenannte Brüderschaft wurde am 16. Oktober 1940, wahrscheinlich von den Behörden, aufgelöst.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Norden.pdf Beschreibung von Norden] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref>
Der offene Antisemitismus in Norden dürfte dazu beigetragen haben, dass sich der Zionismus, die jüdische Nationalbewegung, die die Errichtung, Bewahrung und Rechtfertigung eines jüdischen Nationalstaates in Palästina zum Ziel hat, von Norden aus über Ostfriesland und die Niederlande ausbreitete. Ab 1897 gab es zionistische Vorträge in Norden. In einem Artikel von ''Die Welt'' heißt es dazu:<blockquote>''Norden. Unsere ostfriesischen Juden, ein körperlich und geistig kerngesunder Stamm, welcher aus spagnolischer und aschkenasischer Mischung hervorgegangen ist, hatte vor einigen Tagen zum erstenmale Gelegenheit, vom Zionismus zu hören und sich für ihn zu begeistern. Herr Dr. Loewe aus Jaffa, der Palästina schon oft in allen seinen Teilen bereist hat, hielt hier einen ebenso glänzenden wie interessanten Vortrag über ‚Palästina, Land und Leute‘. Kein Mitglied der Gemeinde versäumte es, dem ‚Esra‘, in dessen Namen der Propagandavortrag stattfand, beizutreten, zum Theil mit sehr namhaften Beiträgen. Herr Dr. Loewe wird morgen in zwei anderen Städten Ostfrieslands jüdisch-nationale Beiträge Vorträge halten, um dann die zionistische Propaganda nach den Niederlanden zu tragen. Die Furcht vor dem bösen Zionismus, die geflissentlich von gewissen Rabbinern in's Volk getragen wurde, ist hier unbekannt. Gleichwohl darf man diese Erfolge umso weniger unterschätzen, als sie die Grundlage einer nach Westfriesland und Holland gerichteten Agitation sein werden. Wir wünschen dem Rufer im Streite weiteren guten Erfolg.''<ref>Die Welt. Jahrgang 1, Heft 28 vom 10. Dezember 1897</ref></blockquote>Das sich verschärfende Klima führte langsam, aber sicher zu einem Schwinden der Gemeinde. 1864 gab es in der Stadt 316 Juden bei 6.096 Einwohnern, 1895 waren es immerhin noch 253.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 13</ref> Zur solidarischen Teilung von Krankheits- und Beerdigungskosten wurde am 13. Oktober 1912 eine ''Kranken- und Beerdigungsbrüderschaft'' gegründet. Am 8. Februar 1922 gründete sich ein jüdischer Frauenverband, die jedoch am 1. Juni 1939 wieder aufgelöst wurde. Die vorgenannte Brüderschaft wurde am 16. Oktober 1940, wahrscheinlich von den Behörden, aufgelöst.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Norden.pdf Beschreibung von Norden] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref>


In den 1920er-Jahren gab es unter den Norder Juden noch über 30 Viehhändler und 14 Schlachter. Andere waren in anderen Berufen tätig. Es gab je zwei Kommissionäre und Buchhalter, einen Bürstenmacher, drei Lederfabrikanten, 19 Kaufleute und sieben Händler, darunter zwei Altwarenhändler, ein Getreidehändler, ein Produktenhändler, ein Eisenhändler und ein Pferdehändler. Schon vor dem Ersten Weltkrieg hatte sich ein jüdischer Zahnarzt in Norden niedergelassen.<ref name=":3" />
In den 1920er-Jahren gab es unter den Norder Juden noch über 30 Viehhändler und 14 Schlachter. Andere waren in anderen Berufen tätig. Es gab je zwei Kommissionäre und Buchhalter, einen Bürstenmacher, drei Lederfabrikanten, 19 Kaufleute und sieben Händler, darunter zwei Altwarenhändler, ein Getreidehändler, ein Produktenhändler, ein Eisenhändler und ein Pferdehändler. Schon vor dem Ersten Weltkrieg hatte sich ein jüdischer Zahnarzt in Norden niedergelassen.<ref name=":3" />
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===Niedergang===
===Niedergang===
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde das Klima gegenüber der Norder Juden noch feindlicher. Schon kurz nach der Regierungsübernahme der Nationalsozialisten begann schrittweise die Entrechtung und Enteignung jüdischer Bürger. Die 1931 verabschiedete ''Reichsfluchtsteuer'' fungierte seit 1934 fast ausschließlich als Sondersteuer für jüdische Auswanderer.<ref name=":5">[https://www.sparkasse-aurich-norden.de/content/dam/myif/spk-aurich-norden/work/dokumente/pdf/ihre-sparkasse/Chronik.pdf?n=true Chronik der Sparkasse Aurich-Norden], abgerufen am 2. Juni 2021</ref> Bereits ab 1933 wurden die ersten der rund 1.000 Juden im [[Landkreis Norden|Kreisgebiet]] in ''Schutzhaft'' genommen.<ref name=":3" /><ref name=":6">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 241</ref> Ärzte, Juristen, Lehrer und Beamte wurden entlassen oder mit einem Berufsverbot belegt.<ref>Ökumenischer Arbeitskreis (2021): Kleiner Rundgang durch Norden, Norden, S. 12</ref> Zu dieser Zeit gab es noch 50 Handelsbetriebe und Geschäfte mit jüdischen Eigentümern. Ihre Erwerbstätigkeit richtete sich vor allem auf den Handel mit Vieh, Düngemitteln, Getreide und Brennstoffen aus. Zudem unterhielten sie Handelsvertretungen und betrieben Schlachtereien.<ref name=":6" />
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde das Klima gegenüber der Norder Juden noch feindlicher. Schon kurz nach der Regierungsübernahme der Nationalsozialisten begann schrittweise die Entrechtung und Enteignung jüdischer Bürger. Die 1931 verabschiedete ''Reichsfluchtsteuer'' fungierte seit 1934 fast ausschließlich als Sondersteuer für jüdische Auswanderer.<ref name=":5">[https://www.sparkasse-aurich-norden.de/content/dam/myif/spk-aurich-norden/work/dokumente/pdf/ihre-sparkasse/Chronik.pdf?n=true Chronik der Sparkasse Aurich-Norden], abgerufen am 2. Juni 2021</ref> Bereits ab 1933 wurden die ersten der rund 1.000 Juden im [[Landkreis Norden|Kreisgebiet]] in ''Schutzhaft'' genommen.<ref name=":3" /><ref name=":6">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 241</ref> Ärzte, Juristen, Lehrer und Beamte wurden entlassen oder mit einem Berufsverbot belegt.<ref>Ökumenischer Arbeitskreis (2021): Kleiner Rundgang durch Norden, Norden, S. 12</ref> Zu dieser Zeit gab es noch 50 Handelsbetriebe und Geschäfte mit jüdischen Eigentümern. Ihre Erwerbstätigkeit richtete sich vor allem auf den Handel mit Vieh, Düngemitteln, Getreide und Brennstoffen aus. Zudem unterhielten sie Handelsvertretungen und betrieben Schlachtereien.<ref name=":6" />
[[Datei:Julius Wolff Christine Neemann Polizei Juden Nationalsozialismus Osterstraße 22 07 1935 01.jpg|links|mini|[[Christine Neemann]] und [[Julius Wolff]] werden von SA-Männern stadtauswärts über die [[Osterstraße]] (damals: ''Adolf-Hitler-Straße'') getrieben.]]
[[Datei:Julius Wolff Christine Neemann Polizei Juden Nationalsozialismus Osterstraße 22 07 1935 01.jpg|mini|[[Christine Neemann]] und [[Julius Wolff]] werden von SA-Männern stadtauswärts über die [[Osterstraße]] (damals: ''Adolf-Hitler-Straße'') getrieben.]]
[[Datei:Julius Wolff Christine Neemann Polizei Juden Nationalsozialismus Osterstraße 22 07 1935 02.jpg|mini|Zahlreiche Schaulustige beobachten das unwürdige Treiben.]]
Am 22. Juli 1935, kurz vor der Einführung der Rassegesetze, wurden Juden, die mit ''arischen'' Norder Frauen Kontakt hatten, mit diesen durch die Hauptstraßen des Ortes getrieben, um den Hals ein Schild mit herabwürdigenden Aufschriften. Ein bekanntes Bild dieser Zeit zeigt die Demütigung des jüdischen Lehrers [[Julius Wolff]] mit seiner ''arischen'' Freundin [[Christine Neemann]]. Später wird [[Elise Extra]], deren Verlobten man nicht ''rechtzeitig'' fand, aus ähnlichen Gründen durch die Straßen getrieben. Sie trägt, ebenso wie Neemann, ein Schild mit der Aufschrift ''"Ich bin ein deutsches Mädchen und habe mich vom Juden schänden lassen"'' um den Hals. Wolff trug ein Schild, auf dem ''"Ich bin ein Rasseschänder"'' stand. Alle drei wurden nach der Demütigung in ''Schutzhaft'' genommen.
Am 22. Juli 1935, kurz vor der Einführung der Rassegesetze, wurden Juden, die mit ''arischen'' Norder Frauen Kontakt hatten, mit diesen durch die Hauptstraßen des Ortes getrieben, um den Hals ein Schild mit herabwürdigenden Aufschriften. Ein bekanntes Bild dieser Zeit zeigt die Demütigung des jüdischen Lehrers [[Julius Wolff]] mit seiner ''arischen'' Freundin [[Christine Neemann]]. Später wird [[Elise Extra]], deren Verlobten man nicht ''rechtzeitig'' fand, aus ähnlichen Gründen durch die Straßen getrieben. Sie trägt, ebenso wie Neemann, ein Schild mit der Aufschrift ''"Ich bin ein deutsches Mädchen und habe mich vom Juden schänden lassen"'' um den Hals. Wolff trug ein Schild, auf dem ''"Ich bin ein Rasseschänder"'' stand. Alle drei wurden nach der Demütigung in ''Schutzhaft'' genommen.


Seit 1937 konnten Bankkonten jüdischer Kunden unter fadenscheinigen Vorwänden per Sicherungsanordnung gesperrt werden. Nach dem eingeschränkten Zugang zum Banksafe folgte 1939 die zwangsweise Übertragung des Kapitalvermögens von Juden auf nur noch eingeschränkt zugängliche Sicherungskonten. Die Aufsicht darüber übernahmen die Zollfahndungsstellen.<ref name=":5" /> Bis dahin hatten bereits rund 500 Juden den [[Landkreis Norden]] nach Südamerika, Großbritannien, Palästina oder in die Vereinigten Staaten verlassen.<ref name=":7">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 92</ref>  
Seit 1937 konnten Bankkonten jüdischer Kunden unter fadenscheinigen Vorwänden per Sicherungsanordnung gesperrt werden. Nach dem eingeschränkten Zugang zum Banksafe folgte 1939 die zwangsweise Übertragung des Kapitalvermögens von Juden auf nur noch eingeschränkt zugängliche Sicherungskonten. Die Aufsicht darüber übernahmen die Zollfahndungsstellen.<ref name=":5" /> Bis dahin hatten bereits rund 500 Juden den [[Landkreis Norden]] nach Südamerika, Großbritannien, Palästina oder in die Vereinigten Staaten verlassen.<ref name=":7">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 92</ref>


In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es auch in Norden zu den von Goebbels und Hitler befohlenen Ausschreitungen gegen die Juden, die später als ''Reichskristallnacht'' bzw. ''Reichspogromnacht'' bezeichnet wurden, die allerdings einen in dieser Nacht für die damaligen Verhältnisse zunächst ungewöhnlichen Verlauf hatten: Der Kreisleiter der NSDAP von Norden-Krummhörn, [[Lenhard Everwien]], wurde erst um Mitternacht von dem zufällig in Emden anwesenden Gauhauptstellenleiter Meyer erreicht. Dieser teilte ihm mit, dass der zuständige SA-Führer in Norden, Sturmbannführer Wiedekin, nicht erreichbar sei. Ewerwien solle, so im Ablauf, ''"dies nun persönlich in die Hand nehmen"''. Nachdem Ewerwien zunächst untätig blieb, wurde er dann gegen 01:00 Uhr in der Nacht direkt von Oldenburg aus aufgefordert, Wiedekin zu wecken. Everwien rief daraufhin die Partei- und die SA-Führung sowie die [[Feuerwehr Norden|Feuerwehr]] in den frühen Morgenstunden des 10. November zusammen. Er informierte sie über die Weisung, dass die Synagoge anzuzünden und alle Juden zu verhaften seien. Von der Feuerwehr verlangte er Garantien zum Schutz der Nachbarhäuser. Der inzwischen geweckte Wiedekin gab nach der Alarmierung der SA den Befehl an die ihm unterstellte SA in Dornum weiter.<ref>Rheiderland Zeitung vom 4. April 1933</ref>
Im Juni 1938 kam es zur Deportierung der ersten 14 Norder Juden, die unter dem Vorwurf der Arbeitsverweigerung im KZ Buchenwald interniert worden. Vier von ihnen verstarben innerhalb von etwa sieben Monaten.<ref name=":02">Unbekannter Autor: Wir wohnten neben euch. Norden zur Zeit des Nationalsozialismus (Online-Publikation als .pdf-Dokument)</ref>  


Ab jetzt unterscheidet sich der Ablauf nicht von anderen Orten: Kurz nach dem Befehl brannte die [[Synagoge]], die [[Feuerwehr Norden|Feuerwehr]] wurde herbeigeholt, um eine Ausbreitung des Feuers auf nichtjüdischen Besitz zu verhindern, jedoch nicht die brennende Synagoge zu retten. Die Juden wurden anhand einer Judenkartei von der SA zusammengetrieben, gedemütigt und zum [[Schlachthof|Norder Schlachthof]] getrieben, wo sie in Viehboxen gesperrt und anschließend ''verhört'' wurden. Während dieser Stunden wurden die jüdischen Wohnungen durchsucht, wobei das Bargeld beschlagnahmt und viel anderes gestohlen wurde.<ref name=":3" /> Am nächsten Tag wurden sie zunächst zu Aufräumarbeiten an der Synagoge eingesetzt, wobei die SA sie zwang, noch erhaltene Kultgegenstände zu verbrennen. Anschließend wurden die Frauen entlassen und die Männer zum Teil in der Schule, zum Teil im [[Gefängnis|Norder Gefängnis]] untergebracht. Am 11. November wurden sie schließlich zusammen mit etwa 200 anderen jüdischen Ostfriesen nach Oldenburg ''überstellt'', wo sie in einer Kaserne zusammengetrieben wurden. Etwa 1.000 jüdische Ostfriesen, Oldenburger und Bremer wurden anschließend mit einem Zug in das Konzentrationslager Sachsenhausen nördlich von Berlin deportiert, wo sie bis Dezember 1938 oder Anfang 1939 inhaftiert blieben.<ref name=":4" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 242</ref>
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es auch in Norden zu den von Goebbels und Hitler befohlenen Ausschreitungen gegen die Juden, die später als ''Reichskristallnacht'' bzw. ''Reichspogromnacht'' bezeichnet wurden, die allerdings einen in dieser Nacht für die damaligen Verhältnisse zunächst ungewöhnlichen Verlauf hatten: Der Kreisleiter der NSDAP von Norden-Krummhörn, [[Lenhard Everwien]], wurde erst um Mitternacht von dem zufällig in Emden anwesenden Gauhauptstellenleiter Meyer erreicht. Dieser teilte ihm mit, dass der zuständige SA-Führer in Norden, Sturmbannführer Wiedekin, nicht erreichbar sei. Everwien solle, so im Ablauf, ''"dies nun persönlich in die Hand nehmen"''. Nachdem Everwien zunächst untätig blieb, wurde er dann gegen 01:00 Uhr in der Nacht direkt von Oldenburg aus aufgefordert, Wiedekin zu wecken. Everwien rief daraufhin die Partei- und die SA-Führung sowie die [[Feuerwehr Norden|Feuerwehr]] in den frühen Morgenstunden des 10. November zusammen. Er informierte sie über die Weisung, dass die Synagoge anzuzünden und alle Juden zu verhaften seien. Von der Feuerwehr verlangte er Garantien zum Schutz der Nachbarhäuser. Der inzwischen geweckte Wiedekin gab nach der Alarmierung der SA den Befehl an die ihm unterstellte SA in Dornum weiter.<ref>Rheiderland Zeitung vom 4. April 1933</ref>


Zunächst nach und nach wieder freigelassen, mussten sie die Folgekosten der angeordneten Zerstörung der Synagoge selbst aufbringen; der Wiederaufbau der Synagoge selbst wurde verboten. Alle Konten jüdischer Bürger wurden gesperrt und mit einer ''Judenabgabe'' von 500 bis 3.000 Reichsmark belegt, sie erhielten lediglich einen Freibetrag von 150 Reichsmark im Monat. Die Überreste wurden an einen einen Altwarenhändler zur Verwertung und Beseitigung übergeben. Jüdische Geschäfte und die [[Jüdische Schule|Schule]] wurden geschlossen und die jüdische Bevölkerung aus Arbeits- und Lehrstellen, Schulen und Vereinen ausgeschlossen. Viele von ihnen emigrierten, Häuser und Besitz mussten sie unter Wert verkaufen. Wohnten 1938 noch 78 Juden im Ort und weitere 10 im zur Synagogengemeinde gehörenden Marienhafe, sank diese Zahl bis zum 16. April 1940 auf 11 Personen. Neun von ihnen wurden kurz darauf abtransportiert, während die beiden halbwüchsigen Söhne eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter ab Oktober 1940 bei auswärtigen Verwandten versteckt werden konnten und nicht mehr auffindbar waren.<ref name=":4" />
Ab jetzt unterscheidet sich der Ablauf nicht von anderen Orten: Kurz nach dem Befehl brannte die [[Synagoge]], die [[Feuerwehr Norden|Feuerwehr]] wurde herbeigeholt, um eine Ausbreitung des Feuers auf nicht-jüdischen Besitz zu verhindern, jedoch nicht die brennende Synagoge zu retten. Die Juden wurden anhand einer Judenkartei von der SA zusammengetrieben, gedemütigt und zum [[Schlachthof|Norder Schlachthof]] getrieben, wo sie in Viehboxen gesperrt und anschließend ''verhört'' wurden. Während dieser Stunden wurden die jüdischen Wohnungen durchsucht, wobei das Bargeld beschlagnahmt und viel anderes gestohlen wurde.<ref name=":3" /> Am nächsten Tag wurden sie zunächst zu Aufräumarbeiten an der Synagoge eingesetzt, wobei die SA sie zwang, noch erhaltene Kultgegenstände zu verbrennen. Anschließend wurden die Frauen entlassen und die Männer zum Teil in der Schule, zum Teil im [[Gefängnis|Norder Gefängnis]] untergebracht. Am 11. November wurden sie schließlich zusammen mit etwa 200 anderen jüdischen Ostfriesen nach Oldenburg ''überstellt'', wo sie in einer Kaserne zusammengetrieben wurden. Etwa 1.000 jüdische Ostfriesen, Oldenburger und Bremer wurden anschließend mit einem Zug in das Konzentrationslager Sachsenhausen nördlich von Berlin deportiert, wo sie bis Dezember 1938 oder Anfang 1939 inhaftiert blieben.<ref name=":4" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 242</ref>
 
Zunächst nach und nach wieder freigelassen, mussten sie die Folgekosten der angeordneten Zerstörung der Synagoge selbst aufbringen; der Wiederaufbau der Synagoge selbst wurde verboten. Alle Konten jüdischer Bürger wurden gesperrt und mit einer ''Judenabgabe'' von 500 bis 3.000 Reichsmark belegt, sie erhielten lediglich einen Freibetrag von 150 Reichsmark im Monat. Die Überreste wurden an einen einen Altwarenhändler zur Verwertung und Beseitigung übergeben. Jüdische Geschäfte und die [[Jüdische Schule|Schule]] wurden geschlossen und die jüdische Bevölkerung aus Arbeits- und Lehrstellen, Schulen und Vereinen ausgeschlossen. Viele von ihnen emigrierten, Häuser und Besitz mussten sie unter Wert verkaufen. Wohnten 1938 noch 78 Juden im Ort und weitere 10 im zur Synagogengemeinde gehörenden Marienhafe, sank diese Zahl bis zum 16. April 1940 auf 11 Personen. Neun von ihnen wurden kurz darauf abtransportiert, während die beiden halbwüchsigen Söhne eines jüdischen Vaters und einer nicht-jüdischen Mutter ab Oktober 1940 bei auswärtigen Verwandten versteckt werden konnten und nicht mehr auffindbar waren.<ref name=":4" />


Mit der Deportation der letzten Jüdinnen und Juden endete 1940 die fast 400-jährige Geschichte der Jüdischen Gemeinde Norden. Offiziell aufgelöst wurde die Gemeinde am 27. Mai 1941 durch eine Verordnung zum Reichsbürgergesetz, wonach alle ''Jüdischen'' ''Kultusvereinigungen'' von Amts wegen aufgelöst wurden. Fast 50 % der jüdischen Norder wurden im Holocaust ermordet. Eine jüdische Gemeinde existiert seitdem nicht mehr. Nach 1945 sind nur drei frühere jüdische Gemeindeglieder für kurze Zeit nach Norden zurückgekehrt.<ref name=":3" /> Es kam jedoch nicht mehr zur Bildung einer jüdischen Gemeinde.
Mit der Deportation der letzten Jüdinnen und Juden endete 1940 die fast 400-jährige Geschichte der Jüdischen Gemeinde Norden. Offiziell aufgelöst wurde die Gemeinde am 27. Mai 1941 durch eine Verordnung zum Reichsbürgergesetz, wonach alle ''Jüdischen'' ''Kultusvereinigungen'' von Amts wegen aufgelöst wurden. Fast 50 % der jüdischen Norder wurden im Holocaust ermordet. Eine jüdische Gemeinde existiert seitdem nicht mehr. Nach 1945 sind nur drei frühere jüdische Gemeindeglieder für kurze Zeit nach Norden zurückgekehrt.<ref name=":3" /> Es kam jedoch nicht mehr zur Bildung einer jüdischen Gemeinde.
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==Gemeindeentwicklung==
==Gemeindeentwicklung==
Die jüdische Gemeinde in Norden unterhielt ab 1878 eine Außenstelle auf Norderney, um den vielen dortigen jüdischen Badegästen gerecht zu werden. Weitere Orte, deren jüdische Bürger von der Norder Synagogengemeinde aus betreut wurden, waren Hage, Marienhafe und Westerende. In Norden wohnten die meisten Juden im Altstadtbereich, konrekt an der [[Sielstraße]], der [[Heringstraße]] und der [[Uffenstraße]].<ref name=":7" />
Die jüdische Gemeinde in Norden unterhielt ab 1878 eine Außenstelle auf Norderney, um den vielen dortigen jüdischen Badegästen gerecht zu werden. Weitere Orte, deren jüdische Bürger von der Norder Synagogengemeinde aus betreut wurden, waren Hage, Marienhafe und Westerende. In Norden wohnten die meisten Juden im Altstadtbereich, konkret an der [[Sielstraße]], der [[Heringstraße]] und der [[Uffenstraße]].<ref name=":7" />
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==Gedenkstätte und Stolpersteine==
==Gedenkstätte und Stolpersteine==
An die jüdische Gemeinde erinnern die Gedenkstätte für die niedergebrannte Synagoge am Synagogenweg und ein Mahnmal auf dem [[Jüdischer Friedhof|Jüdischen Friedhof]]. Die Gedenkstätte auf dem Grundstück der ehemalige Synagoge entstand 1987 auf Initiative [[Ökumenischer Arbeitskreis Synagogenweg Norden|Ökumenischer Arbeitskreis Synagogenweg]]. Zentraler Bestandteil des kleinen Platzes ist ein bereits im September 1985 freigelegtes Grundmauerfragment der alten Synagoge.<ref name=":3" /> Das sich unterhalb des Straßenniveaus befindliche Mauernfragment wird über eine mehrstufige terrassenförmig angelegte Treppe erschlossen. Ein Hinweisschild über dem Mauernfragment erklärt seine Bedeutung. Abgerundet wird der Platz der Synagoge durch einen Gedenkstein zur Erinnerung und zur Mahnung. Die Einweihung der Anlage erfolgte aus Anlass der ''Woche der Begegnung'' im Jahre 1987 (16. bis 18. August 1987) im Beisein ehemaliger Norder Juden und deren Angehörigen.<ref>[https://web.archive.org/web/20140810105721/https://www.norden.de/index.phtml?La=1&sNavID=1652.4&ffsm=1&object=tx%7C1652.82.1&FID=1652.82.1 Bericht zur "Woche der Begegnung] auf Norden.de, abgerufen am 14. April 2021</ref> Der bis dahin ''Judenlohne'' genannte Weg wurde durch die Stadt in ''Synagogenweg'' umbenannt. Weitere Gebäude des alten jüdischen Gemeindezentrums sind im unmittelbaren Umfeld der ehemaligen Synagoge vollständig erhalten.
An die jüdische Gemeinde erinnern die Gedenkstätte für die niedergebrannte Synagoge am Synagogenweg und ein Mahnmal auf dem [[Jüdischer Friedhof|Jüdischen Friedhof]]. Die Gedenkstätte auf dem Grundstück der ehemalige Synagoge entstand 1987 auf Initiative [[Ökumenischer Arbeitskreis Synagogenweg Norden|Ökumenischer Arbeitskreis Synagogenweg]]. Zentraler Bestandteil des kleinen Platzes ist ein bereits im September 1985 freigelegtes Grundmauerfragment der alten Synagoge.<ref name=":3" /> Das sich unterhalb des Straßenniveaus befindliche Mauernfragment wird über eine mehrstufige terrassenförmig angelegte Treppe erschlossen. Ein Hinweisschild über dem Mauernfragment erklärt seine Bedeutung. Abgerundet wird der Platz der Synagoge durch einen Gedenkstein zur Erinnerung und zur Mahnung. Die Einweihung der Anlage erfolgte aus Anlass der ''Woche der Begegnung'' im Jahre 1987 (16. bis 18. August 1987) im Beisein ehemaliger Norder Juden und deren Angehörigen.<ref>[https://web.archive.org/web/20140810105721/https://www.norden.de/index.phtml?La=1&sNavID=1652.4&ffsm=1&object=tx%7C1652.82.1&FID=1652.82.1 Bericht zur "Woche der Begegnung] auf Norden.de, abgerufen am 14. April 2021</ref> Der bis dahin ''Judenlohne'' genannte Weg wurde durch die Stadt in ''Synagogenweg'' umbenannt. Weitere Gebäude des alten jüdischen Gemeindezentrums sind im unmittelbaren Umfeld der ehemaligen Synagoge vollständig erhalten.
== Literatur ==
* Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==