Wasserturm: Unterschied zwischen den Versionen
K Textersetzung - „circle =“ durch „circles =“ |
|||
| (2 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 3: | Zeile 3: | ||
==Wasserturm== | ==Wasserturm== | ||
|- | |- | ||
| colspan="2" |{{# | | colspan="2" |{{#display_map: | ||
| Title = Wasserturm | | Title = Wasserturm | ||
| Text = Gebäude in Westgaste | | Text = Gebäude in Westgaste | ||
| center = 53.59070594014987, 7.191895684273825 | | center = 53.59070594014987, 7.191895684273825 | ||
| | | circles = 53.59070594014987, 7.191895684273825 :30 | ||
| zoom = 17 | | zoom = 17 | ||
| width = 300px | | width = 300px | ||
| Zeile 36: | Zeile 36: | ||
__TOC__ | __TOC__ | ||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Die Stadt Norden versorgte sich bis in die 1930er Jahre über ein weit verzweigtes Brunnennetz mit Wasser. So soll es 1898 neben den fünf öffentlichen am [[Marktplatz]] noch rund 540 private Brunnen gegeben haben. Dieser Umstand war längst nicht mehr zeitgemäß, sodass die [[Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden|Stadtwerke]] ab 1905 mit den Plänen für den Bau einer zentralen [[Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden#Wasserversorgung|Wasserversorgung]] begannen. Das Vorhaben scheiterte letztlich vor allem an der Finanzierung, sodass es ein gutes Vierteljahrhundert dauerte, bis die Stadtwerke die Pläne erneut aufnahmen. In Hage wurde schließlich ein geeigneter Platz für den Bau eines Wasserwerks begonnen, das sich dort bis heute in der Bahnhofstraße in unmittelbarer Nähe zur Hager Umgehungsstraße befindet. Das Wasserwerk nahm seinen Betrieb am 2. August 1939, also etwa einen Monat vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, auf.<ref name=":0" /> | Die Stadt Norden versorgte sich bis in die 1930er Jahre über ein weit verzweigtes Brunnennetz mit Wasser. So soll es 1898 neben den fünf öffentlichen am [[Marktplatz]] noch rund 540 private Brunnen gegeben haben. Dieser Umstand war längst nicht mehr zeitgemäß, sodass die [[Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden|Stadtwerke]] ab 1905 mit den Plänen für den Bau einer zentralen [[Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden#Wasserversorgung|Wasserversorgung]] begannen. Das Vorhaben scheiterte letztlich vor allem an der Finanzierung, sodass es ein gutes Vierteljahrhundert dauerte, bis die Stadtwerke die Pläne erneut aufnahmen. In Hage wurde schließlich ein geeigneter Platz für den Bau eines Wasserwerks begonnen, das sich dort bis heute in der Bahnhofstraße in unmittelbarer Nähe zur Hager Umgehungsstraße befindet. Das Wasserwerk nahm seinen Betrieb am 2. August 1939, also etwa einen Monat vor Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]], auf.<ref name=":0" /> | ||
Um die Wasserleitungen mit einem ausreichenden und gleichmäßigen Druck zu versorgen, war zunächst geplant, den Turm der Firma [[Doornkaat]] mit einem Hochbehälter auszurüsten. Hierbei wurden jedoch Probleme mit der Baustatik dieses alten Gebäudes festgestellt, was die Pläne zunichte machte. Die Stadtwerke erwarben daraufhin das Grundstück an der [[Alleestraße]], wo sie zwischen 1938 und 1939 den Wasserturm bauten und in Betrieb nahmen. Das Gelände auf der [[Westgaste]] bot sich wegen der erhöhten Lage an. Wie damals üblich, wurde auf diesem hohen Gebäude ein Fahnenmast errichtet, | Um die Wasserleitungen mit einem ausreichenden und gleichmäßigen Druck zu versorgen, war zunächst geplant, den Turm der Firma [[Doornkaat]] mit einem Hochbehälter auszurüsten. Hierbei wurden jedoch Probleme mit der Baustatik dieses alten Gebäudes festgestellt, was die Pläne zunichte machte. Die Stadtwerke erwarben daraufhin das Grundstück an der [[Alleestraße]], wo sie zwischen 1938 und 1939 den Wasserturm bauten und in Betrieb nahmen. Das Gelände auf der [[Westgaste]] bot sich wegen der erhöhten Lage an. | ||
Wie damals üblich, wurde auf diesem hohen Gebäude ein Fahnenmast errichtet, im Frühjahr 1943 wurde hier eine [[Liste der Flakstellungen|Flugabwehrkanone (Flak)]] zum Schutz vor alliierten Luftangriffen errichtet.<ref name=":0">Aschenbeck, Nils / Schmidt, Jens (2003): Wassertürme im Nordwesten, Oldenburg, S. 52</ref><ref name=":1" /> Bereits zuvor war das Gebäudedach mit Maschinengewehren zum Schutz vor feindlichen Flugzeugen ausgestattet.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 105</ref> Möglicherweise war die Stellung deshalb auch verbunkert (befestigt).<ref name=":1">[http://www.luftschutzbunker-wilhelmshaven.de/umkreis/wasserturm_norden.html Luftschutzbunker Wilhelmshaven, Standort Norden], abgerufen am 24. Februar 2021</ref> Ausschlaggebend könnte ein Angriff britischer Bomber am 6. November 1942 sein, bei der vier Bomben auf die [[Alleestraße]] fielen. Inzwischen befinden sich Mobilfunkantennen auf dem Dach. | |||
Aufgrund hoher Betriebskosten, einer anstehenden, kostenintensiven Sanierung sowie technischen Fortschritts in der Erzeugung des Wasserdrucks begannen ab etwa 1960 Überlegungen, den Turm von den Aufgaben der städtischen Wasserversorgung zu entbinden. Als dann nach einer Sturmflut das Stromnetz der Stadt zusammenbrach, funktionierte die Wasserversorgung jedoch weiter reibungslos, da diese weitgehend ohne elektrische Pumpen auskam. So entschied man sich, den Wasserturm in Betrieb zu halten.<ref name=":0" /> | Aufgrund hoher Betriebskosten, einer anstehenden, kostenintensiven Sanierung sowie technischen Fortschritts in der Erzeugung des Wasserdrucks begannen ab etwa 1960 Überlegungen, den Turm von den Aufgaben der städtischen Wasserversorgung zu entbinden. Als dann nach einer Sturmflut das Stromnetz der Stadt zusammenbrach, funktionierte die Wasserversorgung jedoch weiter reibungslos, da diese weitgehend ohne elektrische Pumpen auskam. So entschied man sich, den Wasserturm in Betrieb zu halten.<ref name=":0" /> | ||