Gut Lintel: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Seite wurde neu angelegt: „{| class="wikitable" style="float:right; margin-left: 10px;" ! colspan="2" | ==Gut Lintel== |- ! colspan="2" |Basisdaten |- |Entstehungszeit |19. Jahrhundert |…“
 
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(26 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 2: Zeile 2:
! colspan="2" |
! colspan="2" |
==Gut Lintel==
==Gut Lintel==
|-
| colspan="2" |{{#display_map:
| Title = Gut Lintel
| Text = Gebäude in Ostlintel
| center = 53.603504805482736, 7.194827066357703
| circles = 53.603504805482736, 7.194827066357703 : 20
| zoom = 17
| width = 300px
| height = 300px
}}
|-
|-
! colspan="2" |Basisdaten
! colspan="2" |Basisdaten
|-
|-
|Entstehungszeit
|Entstehungszeit
|19. Jahrhundert
|1845 (1798)
|-
|-
|Erbauer
|Erbauer
|Familie Vissering
|[[Wilhelm Vissering]]
|-
|-
|Bauart
|Bauweise
|Große Stadtvilla
|Stadtvilla / Herrenhaus
|-
|-
|Erhaltungszustand
|Erhaltungszustand
Zeile 18: Zeile 28:
|-
|-
|Genaue Lage
|Genaue Lage
|[[Parkstraße]] 12 A
|[[Parkstraße]] 12
26506 Norden
26506 Norden
|-
| colspan="2" |{{#multimaps:
| Title = Gut Lintel
| Text = Standort
| center = 53.6035246752072, 7.194792191295874
| circle = 53.6035246752072, 7.194792191295874 : 20
| zoom = 17
| width = 300px
| height = 300px
}}
|}
|}
Das '''Gut Lintel''' ist eine große, denkmalgeschützte Stadtvilla, die sich inmitten des ''Linteler Wäldchens'' zwischen der [[Parkstraße]] und der [[Kastanienallee]] befindet. Die Zufahrt befindet sich neben dem Parkplatz an der Bushaltestelle der [[Linteler Schule]] und ist entsprechend beschildert.
Das Gut Lintel darf nicht mehr dem nahegelegenen [[Hof Lintel]] (später bekannt als ''Auktionshalle'') verwechselt werden.
__TOC__
==Geschichte==
Ursprünglich bezeichnete ''Gut Lintel'' den [[Hof Lintel]] mit umfassenden Ländereien, der westlich der [[Idzingaburg]] lag und zu dessen Nebengebäuden gehörte. Möglicherweise war es das [[Vorwerk]] der Idzingaburg oder geht auf dieses zurück.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript</ref> Zum Hof gehörten fünfzig [[Diemat]] Land, also ungefähr 285.000 qm, die sich vorwiegend auf das nähere Umland konzentrierten. Der Gutshof existierte mindestens seit dem 17. Jahrhundert, vermutlich jedoch bereits viel früher. Die Bewohner lassen sich seit dem 16. Jahrhundert nachweisen.<ref name=":0" />
1845 wurde das heute noch bestehende, erst 1798 neu errichtete und sich bis dahin im Besitz der Nachkommen des [[Engelbert Kettler (1618)|Engelbert Kettler]] befindliche Haupthaus durch [[Wilhelm Vissering]] im Stil einer großen, schlossähnlichen Stadtvilla umgestaltet.<ref name=":1">Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 219</ref><ref name=":2">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 100</ref> Es handelt sich um einen klassizistischen Backsteinbau mit modernen Anbauten. Um das Gebäude wurde ein etwa ein Hektar großer Park im englischen Stil angelegt. Der Volksmund taufte ihn später auf den Namen ''Linteler Wald'' bzw. ''Linteler Wäldchen''. Zum parkähnlichen Wald, der der [[Parkstraße]] ihren Namen gab, gehörte auch ein Teich sowie künstlich geschaffene Anhöhen. Der Entwurf dieser ''englischen Gartenanlage'' ist dem Herzoglich Oldenburgischen Hofgärtner Christian Ludwig Bosse zuzuschreiben.<ref name=":1" />
Weiterhin wurde eine Allee mit Kastanienbäumen errichtet, die von der [[Linteler Straße]] direkt auf das Haupthaus zuführt.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Heute trägt diese Allee den Namen [[Kastanienallee]]. Das Holztor, welches das Befahren von hier mit Kraftfahrzeugen verhindert, ist jedoch erst nach 1980 errichtet worden.<ref>Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0267688.jpg)</ref> An dieser Allee steht eine Baracke, die noch bis in die Zeit nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] als Lazarett der britischen Besatzungsmacht und heute als [[Vereinsheim (Kastanienallee)|Vereinsheim]] für drei Norder Vereine dient.


Das '''Gut Lintel''' bezeichnet heute große Stadtvilla, die sich inmitten eines kleinen Wäldchens zwischen der [[Parkstraße]] und der [[Kastanienallee]] befindet. Die Zufahrt befindet sich neben dem Parkplatz an der Bushaltestelle der [[Linteler Schule]] und ist entsprechend beschildert.
Das Linteler Wäldchen ist heute städtischer Besitz und frei zugänglich. Die Anhöhen und der Teich sind noch vorhanden, jedoch ist das Gebiet über die Jahrzehnte verwildert und kaum mehr als Park zu erkennen.<ref name=":1" /> Mit dem Bau des [[Jahnplatz|Jahnplatzes]] hat es zudem einen Teil seiner Fläche einbüßen müssen. Bereits seit mindestens 1800 verlief hier ein wichtiger Verbindungsweg der Bewohner von [[Ostlintel]] zur [[Linteler Mühle]] und zur [[Ludgerikirche]], weshalb der Weg auch amtlich als ''Kirchweg'' verzeichnet war. Als [[Wilhelm Vissering]] diesen Weg 1851 absperrte, kam es zu einem Rechtsstreit zwischen ihm und der [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]], zu der Ostlintel seinerzeit noch gehörte. Vissering unterlag und musste den Weg wieder freigeben.<ref name=":2" />
__NOTOC__


Ursprünglich bezeichnete das "Gut Lintel" einen Hof mit umfassenden Ländereien, der östlich der [[Idzingaburg]] lag und zu dessen Nebengebäuden gehörte. Vermutlich war es das Vorwerk der Idzingaburg (vgl. [[Ekeler Vorwerk]]).
Nach dem Tod von [[Wilhelm Vissering]] (er starb 1860) ging das Gut in den Besitzs eines Sohnes [[Friedrich Bodewin Vissering]] über. Später erbt sein Sohn [[Karl Vissering]] das Gut. Bereits vor dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] ging es mit seinen Besitztümern jedoch abwärts. Auch eine Konsolidierung durch die Währungsreform nach der Inflationszeit gelang nicht. 1919 wurde Vissering wegen überhöhter Preisforderungen für Gemüse angezeigt und zur Rechenschaft gezogen. Der wirtschaftliche Ruin Visserings vollzog sich immer weiter, obwohl zu dieser Zeit noch der [[Hof Flökershausen]] mit 61 Hektar, der [[Hof Breepott]] mit 50 Hektar und der [[Hof Uhlenwarf]] mit 5 Hektar zu seinem Besitz zählten. Weiterhin war er Pächter der [[Petersbörg]], des [[Zuckerpolder|Zuckerpolders]] sowie von Ländereien und [[Heller|Hellern]] in der Größe von 150 Hektar auf Norderney.<ref name=":2" />


Zum Hof gehörten fünfzig Diemat Land, also ungefähr 285.000 qm. Er existiert mindestens seit dem 17. Jahrhundert, vermutlich bereits viel früher. Vermutlich nach dem Ende der Herrschaft der [[Idzinga]] ging auch das Gut Lintel in Privatbesitz über.
1929 war er zum Verkauf des [[Hof Breepott|Hofs Breepott]] mitsamt der dazugehörigen Ländereien gezwungen.<ref name=":02">[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Vissering.pdf Mahmens, Sven (2007): Biographie des Karl Vissering], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref> Zuvor musste er bereits umfangreiche Ländereien im Umfeld des Guts, so etwa den [[Stuvert]] (wo bis 1938 der [[Jahnplatz]] entstand) veräußern. Unbeirrt dessen versuchte er sich weiterhin in der kostenintensiven Zucht von Pferden und brachte 1924 ein Buch mit dem Titel ''Gut Lintel bei Norden (Ostfriesland) - Zuchtstätte rotbrauner Ostfriesen'' heraus.<ref>[https://books.google.de/books/about/Gut_Lintel_bei_Norden_Ostfriesland_Zucht.html?id=3RQBmQEACAAJ&redir_esc=y Bücherverzeichnis von Google Books], abgerufen am 23. April 2021</ref> Nach vorheriger Zwangsverwaltung wurde 1932 die Zwangsversteigerung seines restlichen Besitzes, des Guts Lintel, eingeleitet.<ref name=":02" /> Neuer Eigentümer wurde die [[Sparkasse Aurich-Norden]], die es an den Getreidehändler Wilhelm Bley aus Emden veräußerte.<ref name=":2" />


In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das heute noch bestehende Haupthaus im Stil einer großen, schlossähnlichen Stadtvilla errichtet. Es handelt sich um einen klassizistischen Backsteinbau mit modernen Anbauten. Um das Gebäude wurde ein etwa einen Hektar großer Park im englischen Stil angelegt. Der Volksmund taufte ihn später auf "Linteler Wald" bzw. "Linteler Wäldchen". Zum parkähnlichen Wald, der der [[Parkstraße]] ihren Namen gab, gehörte auch ein Teich sowie künstlich geschaffene Anhöhen. Als Besitzer ist für diese Zeit ein Friedrich Bodewin Vissering belegt, der 1885 starb. Die Familie Vissering war es wohl auch, die das Gebäude erbauten.
1940 erging erneut ein Pfändungsbeschluss gegen Vissering, der seit 1935 als Landwirt in Leer-Loga tätig war.<ref name=":02" /> 1977 oder 1978 gelangte das Gut schließlich in den Besitz des Rechtsanwalts [[Veit Wucherpfennig]], der auch das [[Schöninghsches Haus|Schöninghsche Haus]] vor dem Verfall bewahrte.<ref name=":1" /> Heute steht das Anwesen im Eigentum eines Norder Ärztepaares.


Weiterhin wurde eine Allee mit Kastanienbäumen errichtet, die von der [[Linteler Straße]] direkt auf das Haupthaus zuführt. Heute trägt diese Allee den Namen [[Kastanienallee]]. Das Holztor, welches das Befahren von hier mit Kraftfahrzeugen verhindert, ist vermutlich noch weitestgehend im Originalzustand.
==Galerie==
<gallery>
Datei:Parkstraße Linteler Wäldchen Linteler Wald Jahnplatz Gut Lintel Kastanienallee 20 09 2021 02.jpg|Das ''Linteler Wäldchen'' mit Blickrichtung zur [[Parkstraße]] - Aufnahme vom 20. September 2021.
Datei:Parkstraße Linteler Wäldchen Linteler Wald Jahnplatz Gut Lintel Kastanienallee 20 09 2021 01.jpg|Überreste eines alten Teichs - Aufnahme vom 20. September 2021.
Datei:Parkstraße Linteler Wäldchen Linteler Wald Jahnplatz Gut Lintel Kastanienallee 20 09 2021 03.jpg|Die [[Kastanienallee]] am Ende des Wäldchens mit Blickrichtung zur [[Linteler Straße]] - Aufnahme vom 20. September 2021.
Datei:Parkstraße Linteler Wäldchen Linteler Wald Jahnplatz Gut Lintel Kastanienallee 20 09 2021 04.jpg|Blick auf das Gut Lintel von der [[Kastanienallee]] - Aufnahme vom 20. September 2021.
</gallery>


Das Linteler Wäldchen ist heute städtischer Besitz und frei zugänglich. Die Anhöhen und der Teich sind noch vorhanden, jedoch ist das Gebiet über die Jahrzehnte verwildert und kaum mehr als Park zu erkennen.
==Einzelnachweise==
<references />


==Quellenverzeichnis==
==Siehe auch==
* Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
*[[Gut Ekel]]
* Schreiber, Gretje (2011): Gretje Schreiber, Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript
*[[Gut Wirde]]
* [http://www.familie-herlyn.de/webtrees/individual.php?pid=I19275&ged=familie_herlyn.ged Stammbaum der Familie Heryln], abgerufen am 17. Januar 2021


[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude in Ostlintel]]
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Ostlintel]]
[[Kategorie:Ostlintel]]

Aktuelle Version vom 31. Januar 2024, 13:46 Uhr

Gut Lintel

Die Karte wird geladen …
Basisdaten
Entstehungszeit 1845 (1798)
Erbauer Wilhelm Vissering
Bauweise Stadtvilla / Herrenhaus
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Parkstraße 12

26506 Norden

Das Gut Lintel ist eine große, denkmalgeschützte Stadtvilla, die sich inmitten des Linteler Wäldchens zwischen der Parkstraße und der Kastanienallee befindet. Die Zufahrt befindet sich neben dem Parkplatz an der Bushaltestelle der Linteler Schule und ist entsprechend beschildert.

Das Gut Lintel darf nicht mehr dem nahegelegenen Hof Lintel (später bekannt als Auktionshalle) verwechselt werden.

Geschichte

Ursprünglich bezeichnete Gut Lintel den Hof Lintel mit umfassenden Ländereien, der westlich der Idzingaburg lag und zu dessen Nebengebäuden gehörte. Möglicherweise war es das Vorwerk der Idzingaburg oder geht auf dieses zurück.[1] Zum Hof gehörten fünfzig Diemat Land, also ungefähr 285.000 qm, die sich vorwiegend auf das nähere Umland konzentrierten. Der Gutshof existierte mindestens seit dem 17. Jahrhundert, vermutlich jedoch bereits viel früher. Die Bewohner lassen sich seit dem 16. Jahrhundert nachweisen.[1]

1845 wurde das heute noch bestehende, erst 1798 neu errichtete und sich bis dahin im Besitz der Nachkommen des Engelbert Kettler befindliche Haupthaus durch Wilhelm Vissering im Stil einer großen, schlossähnlichen Stadtvilla umgestaltet.[2][3] Es handelt sich um einen klassizistischen Backsteinbau mit modernen Anbauten. Um das Gebäude wurde ein etwa ein Hektar großer Park im englischen Stil angelegt. Der Volksmund taufte ihn später auf den Namen Linteler Wald bzw. Linteler Wäldchen. Zum parkähnlichen Wald, der der Parkstraße ihren Namen gab, gehörte auch ein Teich sowie künstlich geschaffene Anhöhen. Der Entwurf dieser englischen Gartenanlage ist dem Herzoglich Oldenburgischen Hofgärtner Christian Ludwig Bosse zuzuschreiben.[2]

Weiterhin wurde eine Allee mit Kastanienbäumen errichtet, die von der Linteler Straße direkt auf das Haupthaus zuführt.[4] Heute trägt diese Allee den Namen Kastanienallee. Das Holztor, welches das Befahren von hier mit Kraftfahrzeugen verhindert, ist jedoch erst nach 1980 errichtet worden.[5] An dieser Allee steht eine Baracke, die noch bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg als Lazarett der britischen Besatzungsmacht und heute als Vereinsheim für drei Norder Vereine dient.

Das Linteler Wäldchen ist heute städtischer Besitz und frei zugänglich. Die Anhöhen und der Teich sind noch vorhanden, jedoch ist das Gebiet über die Jahrzehnte verwildert und kaum mehr als Park zu erkennen.[2] Mit dem Bau des Jahnplatzes hat es zudem einen Teil seiner Fläche einbüßen müssen. Bereits seit mindestens 1800 verlief hier ein wichtiger Verbindungsweg der Bewohner von Ostlintel zur Linteler Mühle und zur Ludgerikirche, weshalb der Weg auch amtlich als Kirchweg verzeichnet war. Als Wilhelm Vissering diesen Weg 1851 absperrte, kam es zu einem Rechtsstreit zwischen ihm und der Gemeinde Sandbauerschaft, zu der Ostlintel seinerzeit noch gehörte. Vissering unterlag und musste den Weg wieder freigeben.[3]

Nach dem Tod von Wilhelm Vissering (er starb 1860) ging das Gut in den Besitzs eines Sohnes Friedrich Bodewin Vissering über. Später erbt sein Sohn Karl Vissering das Gut. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg ging es mit seinen Besitztümern jedoch abwärts. Auch eine Konsolidierung durch die Währungsreform nach der Inflationszeit gelang nicht. 1919 wurde Vissering wegen überhöhter Preisforderungen für Gemüse angezeigt und zur Rechenschaft gezogen. Der wirtschaftliche Ruin Visserings vollzog sich immer weiter, obwohl zu dieser Zeit noch der Hof Flökershausen mit 61 Hektar, der Hof Breepott mit 50 Hektar und der Hof Uhlenwarf mit 5 Hektar zu seinem Besitz zählten. Weiterhin war er Pächter der Petersbörg, des Zuckerpolders sowie von Ländereien und Hellern in der Größe von 150 Hektar auf Norderney.[3]

1929 war er zum Verkauf des Hofs Breepott mitsamt der dazugehörigen Ländereien gezwungen.[6] Zuvor musste er bereits umfangreiche Ländereien im Umfeld des Guts, so etwa den Stuvert (wo bis 1938 der Jahnplatz entstand) veräußern. Unbeirrt dessen versuchte er sich weiterhin in der kostenintensiven Zucht von Pferden und brachte 1924 ein Buch mit dem Titel Gut Lintel bei Norden (Ostfriesland) - Zuchtstätte rotbrauner Ostfriesen heraus.[7] Nach vorheriger Zwangsverwaltung wurde 1932 die Zwangsversteigerung seines restlichen Besitzes, des Guts Lintel, eingeleitet.[6] Neuer Eigentümer wurde die Sparkasse Aurich-Norden, die es an den Getreidehändler Wilhelm Bley aus Emden veräußerte.[3]

1940 erging erneut ein Pfändungsbeschluss gegen Vissering, der seit 1935 als Landwirt in Leer-Loga tätig war.[6] 1977 oder 1978 gelangte das Gut schließlich in den Besitz des Rechtsanwalts Veit Wucherpfennig, der auch das Schöninghsche Haus vor dem Verfall bewahrte.[2] Heute steht das Anwesen im Eigentum eines Norder Ärztepaares.

Galerie

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 219
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 100
  4. Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
  5. Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0267688.jpg)
  6. 6,0 6,1 6,2 Mahmens, Sven (2007): Biographie des Karl Vissering, veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft
  7. Bücherverzeichnis von Google Books, abgerufen am 23. April 2021

Siehe auch