Herrnhuter Brüdergemeine: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Mitgliederzahl der Norder Gemein(d)e lag selten über 30 (1811: 39)<ref>Cremer, Ufke (1934): Die Einwohner der Stadt Norden im Jahre 1811, Norden, S. 14</ref>, dennoch hat sie in den fast 160 Jahren ihres Bestehens für die Wirtschaft der ostfriesischen Kleinstadt sowie für das kirchliche Leben in Ostfriesland eine nicht zu unterschätzende Bedeutung gehabt. Sie brachte ''"tüchtige Gewerbetreibende und erwünschte Handwerker"'' niederländischer und Schweizer Herkunft nach Norden. Dazu gehörten Gerber, Seifensieder, Roßmüller, Brauer, Uhrmacher, Schneider und Schuster, aber auch Händler und Kaufleute.<ref name=":0" /> | Die Mitgliederzahl der Norder Gemein(d)e lag selten über 30 (1811: 39)<ref>Cremer, Ufke (1934): Die Einwohner der Stadt Norden im Jahre 1811, Norden, S. 14</ref>, dennoch hat sie in den fast 160 Jahren ihres Bestehens für die Wirtschaft der ostfriesischen Kleinstadt sowie für das kirchliche Leben in Ostfriesland eine nicht zu unterschätzende Bedeutung gehabt. Sie brachte ''"tüchtige Gewerbetreibende und erwünschte Handwerker"'' niederländischer und Schweizer Herkunft nach Norden. Dazu gehörten Gerber, Seifensieder, Roßmüller, Brauer, Uhrmacher, Schneider und Schuster, aber auch Händler und Kaufleute.<ref name=":0" /> Die von einem der Gemeindemitglieder erbaute Lederfabrik wird in einem Reiseführer von 1791 gar als Sehenswürdigkeit beschrieben.<ref>Gilbert, Ludewig Wilhelm (1791): Handbuch für Reisende durch Deutschland, Leipzig, S. 385</ref> | ||
Beim Blick auf den kleinen Mitgliederkreis darf der große Kreis von Freunden der Herrnhuter Bewegung nicht übersehen werden. Die Freunde blieben Mitglieder ihrer angestammten Kirchen, trafen sich aber an verschiedenen Orten Ostfrieslands zu privaten Erbauungszusammenkünften und wurden in ihrem Glauben und Leben von der Herrnhuter Frömmigkeit geprägt. Ein Beispiel dafür ist der bereits erwähnte Mennonitenprediger [[Johannes Deknatel]]. Neben dem Einsatz der Herrnhuter Missionare waren es vor allem die Literaturarbeit sowie das reichhaltige geistliche Liedgut der Herrnhuter, das Menschen mit der Brüdergemeine in Kontakt brachte. Darüber hinaus wirkte sich auch „die Aktivität der Herrnhuter auf dem Gebiet der äußeren Mission“ befruchtend auf die landeskirchlichen Gemeinden Ostfrieslands und ihre Verbände aus. Sowohl die 1798 gegründete ostfriesische ''Missionssocietät zum Senfkorn'' als auch die ''Ostfriesische Evangelische Missionsgesellschaft'' wurden nicht unwesentlich von den Herrnhutern beeinflusst. In den ersten Jahrbüchern dieser Gesellschaften finden sich umfassende Berichte über das missionarische Engagement der Brüdergemeine in Grönland, Labrador, Westindien, Suriname und unter den amerikanischen Ureinwohnern. Kollekten, die man in den lutherischen und reformierten Gemeinden Ostfrieslands für diese Missionsarbeit zusammenlegte, wurden über den Prediger der Herrnhuter Gemeine Norden ihrem Zweck entsprechend weitergeleitet.<ref name=":1" /> | Beim Blick auf den kleinen Mitgliederkreis darf der große Kreis von Freunden der Herrnhuter Bewegung nicht übersehen werden. Die Freunde blieben Mitglieder ihrer angestammten Kirchen, trafen sich aber an verschiedenen Orten Ostfrieslands zu privaten Erbauungszusammenkünften und wurden in ihrem Glauben und Leben von der Herrnhuter Frömmigkeit geprägt. Ein Beispiel dafür ist der bereits erwähnte Mennonitenprediger [[Johannes Deknatel]]. Neben dem Einsatz der Herrnhuter Missionare waren es vor allem die Literaturarbeit sowie das reichhaltige geistliche Liedgut der Herrnhuter, das Menschen mit der Brüdergemeine in Kontakt brachte. Darüber hinaus wirkte sich auch „die Aktivität der Herrnhuter auf dem Gebiet der äußeren Mission“ befruchtend auf die landeskirchlichen Gemeinden Ostfrieslands und ihre Verbände aus. Sowohl die 1798 gegründete ostfriesische ''Missionssocietät zum Senfkorn'' als auch die ''Ostfriesische Evangelische Missionsgesellschaft'' wurden nicht unwesentlich von den Herrnhutern beeinflusst. In den ersten Jahrbüchern dieser Gesellschaften finden sich umfassende Berichte über das missionarische Engagement der Brüdergemeine in Grönland, Labrador, Westindien, Suriname und unter den amerikanischen Ureinwohnern. Kollekten, die man in den lutherischen und reformierten Gemeinden Ostfrieslands für diese Missionsarbeit zusammenlegte, wurden über den Prediger der Herrnhuter Gemeine Norden ihrem Zweck entsprechend weitergeleitet.<ref name=":1" /> | ||