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Der Vorteil von Warften war, dass diese - im Vergleich zu einem Deich - relativ schnell erbaut waren. Außerdem wurden durch den Bau von Deichen auch Entwässerungsmaßnahmen notwendig, denn diese hielten das Wasser letztlich auf beiden Seiten zurück. Der größte Nachteil von Warften ist und war jedoch, dass sie nicht die für den Lebensunterhalt notwendigen Felder schützten. So waren die Felder nach Überflutungen regelmäßig zerstört und versalzen, die Ernte damit verloren. Daher waren die Felder auch die ersten, die von ''Ringdeichen'' umschlossen wurden, während die Wohnhäuser zunächst weiter auf Warften gebaut wurden.
Der Vorteil von Warften war, dass diese - im Vergleich zu einem Deich - relativ schnell erbaut waren. Außerdem wurden durch den Bau von Deichen auch Entwässerungsmaßnahmen notwendig, denn diese hielten das Wasser letztlich auf beiden Seiten zurück. Der größte Nachteil von Warften ist und war jedoch, dass sie nicht die für den Lebensunterhalt notwendigen Felder schützten. So waren die Felder nach Überflutungen regelmäßig zerstört und versalzen, die Ernte damit verloren. Daher waren die Felder auch die ersten, die von ''Ringdeichen'' umschlossen wurden, während die Wohnhäuser zunächst weiter auf Warften gebaut wurden.


Neben ihrer primären Aufgabe - dem Schutz von Hab und Gut vor Sturmfluten - dienten die Warften auch dem Schutz vor dem Binnenwasser, welches seinerzeit insbesondere im Winter wegen des allgemein höheren Grundwasserspiegels, dem schweren Marschboden und einem unzureichenden Entwässerungssystem nur schwer abfließen konnte.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 37</ref>
__NOTOC__
==Kalkwarf==
==Kalkwarf==
Eine ''Kalkwarf(t)'' bezeichnet einen Standort, an dem sich eine Kalkbrennerei befindet. Hier wurde Kalk aus Muscheln gewonnen.
Eine ''Kalkwarf(t)'' bezeichnet einen Standort, an dem sich eine Kalkbrennerei bzw. [[Kalkmühle]] zur Gewinnung von Kalk aus Muscheln befindet. Es sind mehrere Standorte überliefert, so etwa [[Am Kalkwarf]], auf dem [[Zuckerpolder]], nahe der [[Ziegelei (Westermarsch I)|Alten Ziegelei zu Westermarsch I]], am Ende der [[Sielstraße]], auf dem [[Eilandje]] oder gegen des [[Torflöschungsplatz|Torflöschungsplatzes]] am [[Berumerfehnkanal]].


==Warfsleute==
==Warfsleute==
Als ''Warfsleute'' wurden Eigentümer kleinerer Höfe oder Häuser genannt, die auf Warften standen. Sie standen damit in der sozialen Hierarchie über den Arbeitern, aber unter den [[Herdbesitzer|Herdbesitzern]]. Sie hatten dementsprechend geringere Rechte. So besaßen sie keine ganzen Stimmen bei den Wahlen zum Landtag und in kirchlichen und schulischen Angelegenheiten, wie zum Beispiel der Wahl des Schulmeisters (Lehrers). In den [[Gemeinweide|Gemeinheiten]] durften sie wenig Vieh weiden lassen, auch der Nutzungsanteil am kollektiven Ackerland war begrenzt.  
Als ''Warfsleute'' wurden Eigentümer kleinerer Höfe oder Häuser genannt, die auf Warften standen. Sie standen damit in der sozialen Hierarchie über den Arbeitern, aber unter den [[Herdbesitzer|Herdbesitzern]]. Sie hatten dementsprechend geringere Rechte. So besaßen sie keine ganzen Stimmen bei den Wahlen zum Landtag und in kirchlichen und schulischen Angelegenheiten, wie zum Beispiel der Wahl des Schulmeisters (Lehrers). In den [[Gemeinweide|Gemeinheiten]] durften sie wenig Vieh weiden lassen, auch der Nutzungsanteil am kollektiven Ackerland war begrenzt.  


== Einzelnachweise ==
==Trivia==
<references />
Der römische Offizier Pilnius, der während der Germanenkriege im 1. Jahrhundert nach Christus in die Region kam, schrieb in seinen Berichten davon, dass hier ''"ein beklagenswertes Volk hohe Erdhügel, die mit Maßgabe der höchsten Flut errichtet sind"'' bewohne und dass die Menschen auf diesen bei Flut Seefahrern, bei Ebbe jedoch Schiffbrüchigen gleichen.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2000): Norden/Norddeich - Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 27</ref>
 
==Einzelnachweise==
<references/>


==Siehe auch==
==Siehe auch==