Neuer Weg 110: Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''Haus Neuer Weg 110''' wurde 1903 von der [[Jüdische Gemeinde Norden|Jüdischen Gemeinde]] errichtet und war Teil des im Umfeld des [[Synagogenweg|Synagogenwegs]] befindlichen Gemeindezentrums. Seit dem Niedergang der Gemeinde infolge der nationalsozialistischen Verfolgung wird das | Das '''Haus Neuer Weg 110''' wurde 1903 von der [[Jüdische Gemeinde Norden|Jüdischen Gemeinde]] errichtet und war Teil des im Umfeld des [[Synagogenweg|Synagogenwegs]] befindlichen Gemeindezentrums. Seit dem Niedergang der Gemeinde infolge der nationalsozialistischen Verfolgung wird das denkmalgeschützte Gebäude zu Wohn- und Geschäftszwecken genutzt.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 11. November 2021</ref> | ||
== Geschichte == | ==Geschichte== | ||
1679 erwarb die [[Jüdische Gemeinde Norden|Jüdische Gemeinde]] das Haus am Neuen Weg 110, das sie bis 1804 als [[Synagoge]], Schule und Wohnhaus nutzte. Auch eine Mikwe (ritueller Waschraum zur Hygiene) war in dem Gebäude untergebracht. Vielleicht wurde das Gebäude zuvor bereits mietweise als Betsaal bzw. Synagoge mit Mikwe genutzt.<ref name=":0">[https://web.archive.org/web/20160807044136/https://www.norden.de/media/custom/512_4970_1.PDF?1452781848 Ein Rundgang durch Norden], abgerufen am 25. März 2021</ref> 1804 erbauten sie in der unmittelbar anliegenden Judenlohne, dem heutigen [[Synagogenweg]], eine neue Synagoge. Möglicherweise gab es auch schon vor 1679 einen jüdischen Gebetsraum im Stadtgebiet, doch ist über deren Ursprung - ebenso wenig wie über den Zeitpunkt der Ansiedlung der ersten Juden in Norden - nichts näher bekannt.<ref>Schreiber, Gretje (2006): Norder Häuser (XIX). Die Bewohner des Neuen Weges, in: Ostfriesischer Kurier, 17./18. August 2006, S. 12</ref> | 1679 erwarb die [[Jüdische Gemeinde Norden|Jüdische Gemeinde]] das Haus am Neuen Weg 110, das sie bis 1804 als [[Synagoge]], Schule und Wohnhaus nutzte. Auch eine Mikwe (ritueller Waschraum zur Hygiene) war in dem Gebäude untergebracht. Vielleicht wurde das Gebäude zuvor bereits mietweise als Betsaal bzw. Synagoge mit Mikwe genutzt.<ref name=":0">[https://web.archive.org/web/20160807044136/https://www.norden.de/media/custom/512_4970_1.PDF?1452781848 Ein Rundgang durch Norden], abgerufen am 25. März 2021</ref> 1804 erbauten sie in der unmittelbar anliegenden Judenlohne, dem heutigen [[Synagogenweg]], eine neue Synagoge. Möglicherweise gab es auch schon vor 1679 einen jüdischen Gebetsraum im Stadtgebiet, doch ist über deren Ursprung - ebenso wenig wie über den Zeitpunkt der Ansiedlung der ersten Juden in Norden - nichts näher bekannt.<ref>Schreiber, Gretje (2006): Norder Häuser (XIX). Die Bewohner des Neuen Weges, in: Ostfriesischer Kurier, 17./18. August 2006, S. 12</ref> | ||
Am [[Synagogenweg]] 4 entstand 1871 als Anbau des Gebäudes die [[Jüdische Schule]]. 1903 wurde der vordere, ursprüngliche Bau der Nummer 110 abgebrochen und mit einer Lehrerwohnung im Obergeschoss neu errichtet.<ref name=":0" /> Seit dem Niedergang der Gemeinde infolge der nationalsozialistischen Verfolgung wird das Haus zu Wohn- und Geschäftszwecken genutzt und beherbergte im Laufe der Jahrzehnte viele verschiedene Einzelhandelsläden. | Am [[Synagogenweg]] 4 entstand 1871 als Anbau des Gebäudes 110 die [[Jüdische Schule]]. 1903<ref name=":0" /> (oder 1902)<ref>Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 50</ref> wurde der vordere, ursprüngliche Bau der Nummer 110 abgebrochen und mit einer Lehrerwohnung im Obergeschoss neu errichtet.<ref name=":0" /> Einige Jahre wohnte im Oberschoss der Lehrer [[Abraham Levy]] mit seiner Familie, während sich im Untergeschoss ein Putzgeschäft befand.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 70</ref> Der Vorgängerbau soll sich in einem desolaten, unzumutbaren Zustand befunden haben, sodass nur ein Neubau zielführend war.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 130</ref> | ||
[[Datei:Neuer Weg 110 - Landhausmode Kimme - 23 03 2003.jpg | |||
Seit dem Niedergang der Gemeinde infolge der nationalsozialistischen Verfolgung wird das Haus zu Wohn- und Geschäftszwecken genutzt und beherbergte im Laufe der nächsten Jahrzehnte viele verschiedene Einzelhandelsläden. Die letzten jüdischen Bewohner, die dort bis zu ihrer Verhaftung und Internierung wohnten, waren [[Lazarus Weinthal]] und seine Frau [[Julie Treidel|Julie, geb. Treidel]].<ref>[https://www.norden.de/output/download.php?fid=3170.826.1.PDF Übersicht über die Stolpersteine in der Stadt Norden], abgerufen am 15. Oktober 2022</ref> | |||
==Galerie== | |||
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Datei:Neuer Weg 110 - Landhausmode Kimme - 23 03 2003.jpg|Neuer Weg 110 - ''Landhausmode Kimme'' - Aufnahme vom 23. März 2003. | |||
Datei:Neuer Weg 110 - Sternschnuppe - 17 11 2007.jpg|Neuer Weg 110 - ''Sternschnuppe'', 12 Tage nach Neueröffnung - Aufnahme vom 17. November 2007. | |||
Datei:Neuer Weg 110 - Duo Mode + Sport - 17 03 2012.jpg|Neuer Weg 110 - ''Duo Mode + Sport'', zwei Tage nach Neueröffnung - Aufnahme vom 17. März 2012. | |||
Datei:Neuer Weg 110 - Stripiti - 25 11 2017.jpg|Neuer Weg 110 - ''Stripiti'' - Neueröffnung - Aufnahme vom 25. November 2017. | |||
Datei:Neuer Weg 110 - Grenzenlos - 09 06 2018.jpg|Neuer Weg 110 - ''Grenzenlos'' - kurz nach Neueröffnung - Aufnahme vom 9. Juni 2018. | |||
Datei:Neuer Weg 110 - Grenzenlos - 05 09 2021.jpg|Neuer Weg 110 - ''Grenzenlos'' - Aufnahme vom 5. September 2021. | |||
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==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
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==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||
*[[Liste der Häuser am Neuen Weg]] | |||
*[[Synagogenweg]] | *[[Synagogenweg]] | ||