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==Hof Lintel==
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|Entstehungszeit
|Entstehungszeit
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|Erbauer
|Erbauer
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|[[Laurenz van Hülst]]
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|Bauweise
|Bauweise
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|Genaue Lage
|Genaue Lage
|[[Parkstraße]] 5 - 7
|[[Parkstraße]] 5-7
26506 Norden
26506 Norden
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Der '''Hof Lintel''' (früher: Hof Cremer) ist ein großer Gutshof an der [[Parkstraße]] in [[Ostlintel]]. Er wurde nach seiner landwirtschaftlichen Nutzung anderen Zwecken zugeführt, eine dazugehörige Scheune diente bespielsweise lange Zeit als ''Auktionshalle'', das Hauptgebäude selbst beherbergte noch bis etwa 2010 eine Begegnungsstätte und wird heute unter dem Namen ''to huus'' zur Betreuung unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge genutzt.
Der '''Hof Lintel''' (früher: ''Hof Cremer'') ist ein denkmalgeschützter Gutshof an der [[Parkstraße]] in [[Ostlintel]]. Er wurde nach seiner landwirtschaftlichen Nutzung anderen Zwecken zugeführt, eine dazugehörige Scheune diente bespielsweise lange Zeit als ''Auktionshalle'', das Hauptgebäude selbst beherbergte noch bis etwa 2010 eine Begegnungsstätte und wird heute unter dem Namen ''to huus'' zur Betreuung unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge genutzt.


Der Hof Lintel darf nicht mit dem benachbarten [[Gut Lintel]] verwechselt werden.
Der Hof Lintel darf nicht mit dem benachbarten [[Gut Lintel]] verwechselt werden, obgleich er in früherer Zeit auch so genannt wurde.
__TOC__
__TOC__
==Geschichte==
==Geschichte==
Wann genau der Hof errichtet wurde, lässt sich nicht mehr mit Sicherheit sagen. Aller Wahrscheinlichkeit gehen seine Ursprünge jedoch auf die Zeit des Bestehens der [[Idzingaburg]] zurück, die in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts abgebrochen wurde. Der Linteler Hof, seinerzeit auch Gut Lintel genannt, hat heute keine Beziehung mehr zum heute [[Gut Lintel]] genannten, benachbarten Anwesen. Der Hof war vermutlich ein Vorwerk der Idzingaburg und diente dessen Unterhalt. Zum Hof gehörten 50 [[Diemat]] Land, also ungefähr 285.000 qm, die sich vorwiegend auf das nähere Umland konzentrierten. Der heutige Hof stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert, seine Bewohner lassen sich seit dem 16. Jahrhundert nachweisen.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript</ref> Es handelt sich um die einflussreiche Familie [[Rykena]].<ref>[http://www.familie-hilling.de/Genealogie/goeke/goeke-frm3.htm Biographische Daten der Familie Hilling und Verwandtschaften], abgerufen am 28. Oktober 2021</ref>
Wann genau der Hof errichtet wurde, lässt sich nicht mehr mit Sicherheit sagen. Aller Wahrscheinlichkeit gehen seine Ursprünge jedoch auf die Zeit des Bestehens der [[Idzingaburg]] zurück, die in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts abgebrochen wurde. Der Linteler Hof, seinerzeit auch ''Gut Lintel'' genannt, hat heute keine Beziehung mehr zum bereits länger [[Gut Lintel|''Gut Lintel'']] genannten, benachbarten Anwesen.


Bis zu dessen Tod im Jahre 1864 gehörte der Hof zum umfangreichen Besitz des wohlhabenden Kaufmanns [[Sicco Doden Cremer]]. Aus dieser Erbschaft heraus gelangte dessen Enkel [[Sicco Theodor van Hülst]] - direkt oder indirekt - 1871 in den Besitz des Hofs und ließ diesen bewirtschaften.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Huelst.pdf Haddinga, Johann (2017): Biographie des Sicco Thedor van Hülst], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref><ref name=":1">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 102</ref> Der mehr als 40 Hektar große Gutsbesitz umfasste neben dem Haupthaus weitere Wirtschaftsgebäude, so etwa eine Scheune, die später als ''Auktionshalle'' bekannt wurde.<ref name=":1" />
Der Hof war vermutlich ein Vorwerk der Idzingaburg und diente dessen Unterhalt. Zum Hof gehörten 50 [[Diemat]] Land, also ungefähr 285.000 qm, die sich vorwiegend auf das nähere Umland konzentrierten. Der heutige Hof stammt vermutlich im Kern aus dem 17. Jahrhundert, wurde jedoch 1865 neu erbaut oder zumindest umbaut.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 11. November 2021</ref><ref name=":0" /> Seine Bewohner lassen sich seit dem 16. Jahrhundert nachweisen.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript</ref> Die ersten von ihnen entstammten der einflussreichen und wohlhabenden [[Rykena|Familie Rykena]].<ref>[http://www.familie-hilling.de/Genealogie/goeke/goeke-frm3.htm Biographische Daten der Familie Hilling und Verwandtschaften], abgerufen am 28. Oktober 2021</ref>
 
Bis zu dessen Tod im Jahre 1864 gehörte der Hof zum umfangreichen Besitz des wohlhabenden Kaufmanns [[Sicco Doden Cremer]]. Aus dieser Erbschaft heraus gelangte der Hof in den Besitz seines Schwiegersohns [[Laurenz van Hülst]]. Die Initialien ''LvH'' und das Jahr ''1865'' am westlichen Giebel der Gulfscheune weisen daraufhin, dass dieser den Hof neu erbaute. Nach seinem Tode im Jahre 1869 wiederum ging der Besitz an seinen Sohn [[Sicco Theodor van Hülst]], der diesen offenbar seit spätestens 1871 bewirtschaften ließ bzw. verpachtete.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Huelst.pdf Haddinga, Johann (2017): Biographie des Sicco Thedor van Hülst], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref><ref name=":1">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 102</ref> Der mehr als 40 Hektar große Gutsbesitz umfasste neben dem Haupthaus weitere Wirtschaftsgebäude wie etwa eine Scheune.
 
In der Zeit um 1915 wohnte in dem Hof offenbar die Familie Hinrichs, die hier unter anderem Fahrräder verkaufte.<ref>Ostfriesischer Kurier vom 3. Oktober 1915, S. 3</ref>
 
Spätestens seit den 1960er Jahren betrieb Folkert Janssen hier die ''Auktionshalle'', eine bekannte Kneipe, in der auch Auktionen stattfanden.<ref name=":1" />


==Galerie==
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