Gemeindehaus (Lutherische Gemeinde): Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''Gemeindehaus''' der [[Ludgerigemeinde Norden|evangelisch-lutherischen Gemeinde]] befindet sich seit 1909 an der [[Norddeicher Straße]] 159, unmittelbar gegenüber des [[Ulrichsgymnasium|Ulrichsgymnasiums]]. | Das '''Gemeindehaus''' der [[Ludgerigemeinde Norden|evangelisch-lutherischen Gemeinde]] befindet sich seit 1909 an der [[Norddeicher Straße]] 159, unmittelbar gegenüber des [[Ulrichsgymnasium|Ulrichsgymnasiums]]. Wegen seiner historischen Bedeutung steht es unter Denkmalschutz.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 3. Dezember 2021</ref> | ||
__TOC__ | |||
==Geschichte== | |||
Das Gemeindehaus wurde auf Betreiben der ersten Gemeindeschwester, Diakonisse [[Marie Janssen]], errichtet. Sie war 41 Jahre für die Gemeinde tätig und wird als tiefgläubige, gutherzige Frau beschrieben. Sie hatte um 1900 den ''Jung-Mädchen-Verein'' ins Leben gerufen; die Zusammenkünfte hielt sie in ihrem eigenen Haus ab. Da die Gruppe immer größer und das Haus dadurch zu klein wurde, wuchs in ihr schon bald der Wunsch nach einem außerkirchlichen Gemeindezentrum. Einem glücklichen Zufall zu verdanken war es, dass eine Freundin von ihr einen Bauplatz an der östlichen [[Norddeicher Straße]] besaß, den sie Janssen überließ. Diese trug daraufhin 6.000 Mark durch Spenden zusammen und überließ dem Kirchenvorstand der [[Ludgerigemeinde Norden|Ludgerigemeinde]] den Bauplatz mitsamt des Spendengeldes unter der Bedingung, ein Gemeindehaus an besagter Stelle zu errichten.<ref name=":1">[https://www.norden-ludgeri.de/Gemeinde/Gemeindehaus Geschichte des Gemeindehauses der Ludgerigemeinde Norden], abgerufen am 11. Oktober 2021</ref> | |||
Im November 1909 wurde das neue Gemeindehaus schließlich eingeweiht. Es umfasste einen großen Saal, zwei kleine Vorzimmer und eine kleine Wohnung. Auch wurde es bald vom Kindergottesdienst, den Jungmädchen- und Blaukreuzverein genutzt. Weiterhin diente es dem Konfirmandenunterricht, Wochengottesdienst und sonstigen Gemeindeveranstaltungen. Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurden hier zudem (seit Ende Oktober 1915) die Abendgottesdienste gefeiert, da der allgemeine Mangel an Petroleum dazu führte, dass die [[Ludgerikirche]] nicht ausreichend erhellt werden konnte.<ref>Ostfriesischer Kurier vom 30. Oktober 1915, S. 2</ref> | |||
Der Gospelchor, Flötenkreis, die Kantorei und der Posaunenchor üben im Gemeindehaus, der Seniorenkreis, die Geburtstagsrunde und der Frauenkreis trafen (und treffen) sich dort regelmäßig, ebenso die Russland-Deutschen, der Sozialverband und eine Krebs-Selbsthilfegruppe. Das Gemeindebüro wurde schnell zum Herzstück der Gemeinde.<ref name=":1" /> Als die katholische [[Ludgeruskirche]] 1968 bis 1970 renoviert wurde, fand zudem der katholische Gottesdienst zeitweise im lutherischen Gemeindehaus statt.<ref name=":0">Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 11ff.</ref> | |||
Im Laufe der Zeit wurde das Gemeindehaus immer wieder renoviert und umgebaut. Die Küche mit dem großen Tresen hatte den Willkommensbereich inzwischen vergrößert und war fortan für die Bewirtung auch größerer Gruppen ausgestattet. Auch der Eingang war bis 1977 noch an der Giebelseite des Hauses. Heute gibt es immer noch einen großen Saal, dazu drei kleinere Räume und eine Küche im Eingangsbereich.<ref>[https://www.norden-ludgeri.de/Gemeinde/Gemeindehaus Geschichte des Gemeindehauses der Ludgerigemeinde Norden], abgerufen am 11. Oktober 2021</ref> | |||
==Gemeindehaus Kampweg== | |||
Bis 2008 verfügte die Kirchengemeinde zudem über ein weiteres Gemeindehaus am [[Kampweg]] 30, das jedoch infolge des anhaltenden Mitgliederschwundes im besagten Jahr an das Bestattungshaus ''Behrends'' (heute ''Zobel'') verkauft wurde.<ref>[https://bestattungen-zobel.de/content/ueber-uns/standort/ Internetseite von Bestattungen Zobel], abgerufen am 11. Oktober 2021</ref> Dort fanden zuletzt vorwiegend Konfirmandenunterrichte statt. In dem angrenzenden Wohnhaus wohnte eine Pastorin, heute die Inhaberfamilie des Bestattungshauses. | |||
Von Ende der 1990er Jahre bis Anfang der 2000er lebte zudem eine türkische Familie im Obergeschoss des Gemeindehauses am Kampweg. Ihr wurde wegen politischer Verfolgung ''Kirchenasyl'' gewährt und die Räumlichkeiten zum Wohnen zur Verfügung gestellt. | |||
==Galerie== | |||
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Datei:Norddeicher Straße Gemeindehaus unbekanntes Datum 01.jpg|Undatierte Aufnahme. | |||
Datei:Norddeicher Straße 159 - 15 08 2021.jpg|Aufnahme vom 15. August 2021. | |||
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==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||