Westlintel: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
K Textersetzung - „polygon =“ durch „polygons =“ |
||
| (5 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 3: | Zeile 3: | ||
==Westlintel== | ==Westlintel== | ||
|- | |- | ||
| colspan="2" |{{#display_map: | |||
| colspan="2" |{{# | |||
| Title = Westlintel | | Title = Westlintel | ||
| Text = Ungefähre Abgrenzungen | | Text = Ungefähre Abgrenzungen | ||
| center = 53.59699346665517, 7.187939604767912 | | center = 53.59699346665517, 7.187939604767912 | ||
| | | polygons = 53.59140692563457, 7.184911924702215 :53.59733374427192, 7.177728926665974 :53.601808368140375, 7.189172111959837 :53.59735308062707, 7.199014608609827 | ||
| zoom = 14 | | zoom = 14 | ||
| width = 300px | | width = 300px | ||
| height = 300px | | height = 300px | ||
}} | }} | ||
|- | |||
! colspan="2" |Basisdaten | |||
|- | |- | ||
|Administrativer Stadtteil | |Administrativer Stadtteil | ||
| Zeile 24: | Zeile 24: | ||
'''Westlintel''' ist ein Stadtviertel von [[Norden (Stadtteil)|Norden]] und damit Bestandteil des eigentlichen Stadtgebiets. Bis 1919 war der Ort ein Teil der [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]], die im genannten Jahr nach Norden eingemeindet wurde. Seither spiel die Ortsbezeichnung nur noch im allgemeinen Sprachgebrauch eine Rolle, hat jedoch keine administrative Bedeutung mehr. Der Name geht zurück auf einen dicht bewaldeten Lindenwald (Linteloh; Lintelboomen), der sich hier auf der [[Norder Geestinsel]] befand. Das Pendant zum Lindenwald kann im Eichenbestandenen [[Ekel]] (''Eckeloh'') gesehen werden. | '''Westlintel''' ist ein Stadtviertel von [[Norden (Stadtteil)|Norden]] und damit Bestandteil des eigentlichen Stadtgebiets. Bis 1919 war der Ort ein Teil der [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]], die im genannten Jahr nach Norden eingemeindet wurde. Seither spiel die Ortsbezeichnung nur noch im allgemeinen Sprachgebrauch eine Rolle, hat jedoch keine administrative Bedeutung mehr. Der Name geht zurück auf einen dicht bewaldeten Lindenwald (Linteloh; Lintelboomen), der sich hier auf der [[Norder Geestinsel]] befand. Das Pendant zum Lindenwald kann im Eichenbestandenen [[Ekel]] (''Eckeloh'') gesehen werden. | ||
Im Umfeld der in Westlintel beheimateten [[Aldersnaburg]] entstand im Laufe der Jahrhunderte eine kleine Bauernsiedlung, die nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] immer weiter mit [[Ostlintel]], [[Westgaste]] und der [[Norden (Stadtteil)|Kernstadt]] verwuchs. | Im Umfeld der in Westlintel beheimateten [[Aldersnaburg]] entstand im Laufe der Jahrhunderte eine kleine Bauernsiedlung, die nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] immer weiter mit [[Ostlintel]], [[Neustadt]], [[Westgaste]] und der [[Norden (Stadtteil)|Kernstadt]] verwuchs. | ||
__TOC__ | __TOC__ | ||
| Zeile 36: | Zeile 36: | ||
Die Bauerschaft Lintel gehörte zu den erst besiedelten Gebieten auf der [[Norder Geestinsel]]. Herren von Westlintel wurden schon bald die [[Aldersna]], die als einflussreiche Häuptlingsfamilie die [[Aldersnaburg]] im Winkel der heutigen [[Norddeicher Straße]] und [[Parkstraße]] erbauten. | Die Bauerschaft Lintel gehörte zu den erst besiedelten Gebieten auf der [[Norder Geestinsel]]. Herren von Westlintel wurden schon bald die [[Aldersna]], die als einflussreiche Häuptlingsfamilie die [[Aldersnaburg]] im Winkel der heutigen [[Norddeicher Straße]] und [[Parkstraße]] erbauten. | ||
Um die Burg, die Gutshöfe und das Kloster entwickelten sich kleine Siedlungen, deren Bewohner wohl vor allem mittelbar oder unmittelbar für die besagten Güter arbeiteten. Die hier auf der [[Geest]] siedelnden Bauern schlossen sich später zur [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]] zusammen, von der Westlintel ein Ortsteil wurde. Nördlich der Sandbauerschaft besiedelte Gebiete in der [[Marsch]] wuchsen zu einer eigenständigen Gemeinde heran, die [[Lintelermarsch]] genannt wurde. Das zu Westlintel gehörende Ackerland war der [[Escher]], der Wiesenbesitz die [[Wildbahn]]. | Um die Burg, die Gutshöfe und das Kloster entwickelten sich kleine Siedlungen, deren Bewohner wohl vor allem mittelbar oder unmittelbar für die besagten Güter arbeiteten. Die hier auf der [[Geest]] siedelnden Bauern schlossen sich später zur [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]] zusammen, von der Westlintel ein Ortsteil wurde. Nördlich der Sandbauerschaft besiedelte Gebiete in der [[Marsch]] wuchsen zu einer eigenständigen Gemeinde heran, die [[Lintelermarsch]] genannt wurde. Das zu Westlintel gehörende Ackerland war der [[Escher]], der Wiesenbesitz die [[Wildbahn]]. Die Trennung zwischen Ost- und Westlintel ist seit spätestens 1645 amtlich, dort werden die Orte auch als ''Ostlinteler [[Rott]]'' und ''Westlinteler [[Rott]]'' bezeichnet.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Norden.pdf Beschreibung von Norden] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref><ref>Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 31f.</ref> | ||
Für das Jahr 1848 sind 95 Einwohner belegt, die sich auf 16 Wohnhäuser verteilten.<ref>Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848</ref> Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Haushaltsgröße von fünf bis sechs Personen. Um die Jahrhundertwende entstanden entlang der [[Linteler Straße|Norddeicher Straße]] mehrere eindrucksvolle Stadtvillen, die größtenteils von reichen Marschbauern als stadtnaher Alterswohnsitz errichtet wurden. | |||
Der einst dichte Lindenwald wurde im Laufe der Jahre gerodet. Erhalten geblieben sind nur wenige, vereinzelte Bäume. Durch Ausweisung neuen Baulands wuchs der Ort deutlich, weist aber immer noch einige Freiflächen auf. Große Teile von Ost- und Westlintel werden seit 1950 jedoch nicht mehr zu diesen gezählt, sondern als [[Neustadt]] bezeichnet. Bedeutende Gebäude, wie das Mitte der 1970er Jahre errichtete [[Schulzentrum Wildbahn]], liegen also eigentlich gar nicht mehr in Westlintel, sondern in Neustadt, wobei keine konkreten Grenzen existieren. Im Allgemeinen wird der alte [[Linteler Weg]] hierfür herangezogen. | Der einst dichte Lindenwald wurde im Laufe der Jahre gerodet. Erhalten geblieben sind nur wenige, vereinzelte Bäume. Durch Ausweisung neuen Baulands wuchs der Ort deutlich, weist aber immer noch einige Freiflächen auf. Große Teile von Ost- und Westlintel werden seit 1950 jedoch nicht mehr zu diesen gezählt, sondern als [[Neustadt]] bezeichnet. Bedeutende Gebäude, wie das Mitte der 1970er Jahre errichtete [[Schulzentrum Wildbahn]], liegen also eigentlich gar nicht mehr in Westlintel, sondern in Neustadt, wobei keine konkreten Grenzen existieren. Im Allgemeinen wird der alte [[Linteler Weg]] hierfür herangezogen. | ||
| Zeile 47: | Zeile 47: | ||
==Erwähnenswerte Gebäude== | ==Erwähnenswerte Gebäude== | ||
Die im 13. Jahrhundert erbaute [[Aldersnaburg]] wurde schon 1353 während Kämpfen mit verfeindeten Adelsfamilien beschädigt und letztlich geschliffen. Ein Wiederaufbau fand nicht statt. Heute steht dort ein Haus. Die [[Warft]], auf der die Burg stand, ist noch gut zu erkennen. Weitere nennenswerte Gebäude gibt es in Westlintel kaum, da diese sich zwar oftmals in dessen unmittelbarer Umgebung befinden, aber letztlich zu [[Westgaste]], [[Neustadt]], [[Ostlintel]] oder der [[Norden (Stadtteil)|Altstadt]] gezählt werden. | Die im 13. Jahrhundert erbaute [[Aldersnaburg]] wurde schon 1353 während Kämpfen mit verfeindeten Adelsfamilien beschädigt und letztlich geschliffen. Ein Wiederaufbau fand nicht statt. Heute steht dort ein Haus. Die [[Warft]], auf der die Burg stand, ist noch gut zu erkennen. Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] soll der alte Burgkeller als Bunker genutzt worden sein. | ||
Weitere nennenswerte Gebäude gibt es in Westlintel kaum, da diese sich zwar oftmals in dessen unmittelbarer Umgebung befinden, aber letztlich zu [[Westgaste]], [[Neustadt]], [[Ostlintel]] oder der [[Norden (Stadtteil)|Altstadt]] gezählt werden. | |||
== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == | ||