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==Ostlintel==
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|Administrativer Stadtteil
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'''Ostlintel''' ist ein Stadtviertel von [[Norden (Stadtteil)|Norden]] und damit Bestandteil des eigentlichen Stadtgebiets. Bis 1919 war der Ort ein Teil der [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]], die im genannten Jahr nach Norden eingemeindet wurde. Seither spiel die Ortsbezeichnung nur noch im allgemeinen Sprachgebrauch eine Rolle, hat jedoch keine administrative Bedeutung mehr. Der Name geht zurück auf einen dicht bewaldeten Lindenwald (Linteloh; Lintelboomen), der sich hier auf der [[Norder Geestinsel]] befand. Das Pendant zum Lindenwald kann im Eichenbestandenen [[Ekel]] (''Eckeloh'') gesehen werden.
'''Ostlintel''' ist ein Stadtviertel von [[Norden (Stadtteil)|Norden]] und damit Bestandteil des eigentlichen Stadtgebiets. Bis 1919 war der Ort ein Teil der [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]], die im genannten Jahr nach Norden eingemeindet wurde. Seither spiel die Ortsbezeichnung nur noch im allgemeinen Sprachgebrauch eine Rolle, hat jedoch keine administrative Bedeutung mehr. Der Name geht zurück auf einen dicht bewaldeten Lindenwald (Linteloh; Lintelboomen), der sich hier auf der [[Norder Geestinsel]] befand. Das Pendant zum Lindenwald kann im Eichenbestandenen [[Ekel]] (''Eckeloh'') gesehen werden.


Im Umfeld der in Ostlintel beheimateten [[Idzingaburg]] entstand im Laufe der Jahrhunderte eine kleine Bauernsiedlung, die nach dem [[Zweiter Weltkrieg]] immer weiter mit [[Ekel]], [[Westlintel]] und der [[Norden (Stadtteil)|Kernstadt]] verwuchs.
Im Umfeld der in Ostlintel beheimateten [[Idzingaburg]] entstand im Laufe der Jahrhunderte eine kleine Bauernsiedlung, die nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] immer weiter mit [[Ekel]], [[Neustadt]], [[Westlintel]] und der [[Norden (Stadtteil)|Kernstadt]] verwuchs.


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==Geschichte==
==Geschichte==
Die Bauerschaft Lintel gehörte zu den erst besiedelten Gebieten auf der [[Norder Geestinsel]]. Herren von Ostlintel wurden schon bald die [[Idzinga]], die als einflussreiche Häuptlingsfamilie am [[Ulmenweg]] die [[Idzingaburg]] mitsamt Nebengebäuden wie dem [[Haus Barenbusch]] errichteten. Ein weiterer Hof, der heute so genannte [[Hof Lintel]] und später auch das [[Gut Lintel]] waren weitere bedeutende Güter. Bedeutendstes Gebäude jedoch war seit jeher das wohl bereits vor 1198 errichtete [[Kloster Marienthal]] einschließlich des [[Gasthaus|Gasthauses]] als dessen Nachfolger.
Die Bauerschaft Lintel gehörte zu den erst besiedelten Gebieten auf der [[Norder Geestinsel]]. Herren von Ostlintel wurden schon bald die [[Idzinga]], die als einflussreiche Häuptlingsfamilie am [[Ulmenweg]] die [[Idzingaburg]] mitsamt Nebengebäuden wie dem [[Haus Barenbusch]] errichteten. Ein weiterer Hof, der heute so genannte [[Hof Lintel]] und später auch das [[Gut Lintel]] waren weitere bedeutende Güter. Bedeutendstes Gebäude jedoch war seit jeher das wohl bereits vor 1198 errichtete [[Kloster Marienthal]] einschließlich des [[Gasthaus|Gasthauses]] als dessen Nachfolger. Die Trennung zwischen Ost- und Westlintel ist seit spätestens 1645 amtlich, dort werden die Orte auch als ''Ostlinteler [[Rott]]'' und ''Westlinteler [[Rott]]'' bezeichnet.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Norden.pdf Beschreibung von Norden] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref><ref>Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 31f.</ref>


Um die Burg, die Gutshöfe und das Kloster entwickelten sich kleine Siedlungen, deren Bewohner wohl vor allem mittelbar oder unmittelbar für die besagten Güter arbeiteten. Die hier auf der [[Geest]] siedelnden Bauern schlossen sich später zur [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]] zusammen, von der Ostlintel ein Ortsteil wurde. Nördlich der Sandbauerschaft besiedelte Gebiete in der [[Marsch]] wuchsen zu einer eigenständigen Gemeinde heran, die [[Lintelermarsch]] genannt wurde.
Um die Burg, die Gutshöfe und das Kloster entwickelten sich kleine Siedlungen, deren Bewohner wohl vor allem mittelbar oder unmittelbar für die besagten Güter arbeiteten. Die hier auf der [[Geest]] siedelnden Bauern schlossen sich später zur [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]] zusammen, von der Ostlintel ein Ortsteil wurde. Nördlich der Sandbauerschaft besiedelte Gebiete in der [[Marsch]] wuchsen zu einer eigenständigen Gemeinde heran, die [[Lintelermarsch]] genannt wurde.


Mit dem Wachsen der Siedlung stieg auch die Zahl anderer Betriebe. Für das Jahr 1848 sind 166 Einwohner belegt, die sich auf 27 Wohnhäuser verteilten. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Haushaltsgröße von sechs bis sieben Personen. Um die Jahrhundertwende entstanden entlang der [[Linteler Straße]] mehrere eindrucksvolle Stadtvillen, die größtenteils von reichen Marschbauern als stadtnaher Alterswohnsitz errichtet wurden. Um die selbe Zeit, nämlich im Jahre 1908, wurde auch die ursprünglich aus der Zeit vor 1530 stammende [[Linteler Mühle]] neu errichtet.
Für das Jahr 1848 sind 166 Einwohner belegt, die sich auf 27 Wohnhäuser verteilten.<ref>Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848</ref> Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Haushaltsgröße von sechs bis sieben Personen. Um die Jahrhundertwende entstanden entlang der [[Linteler Straße]] mehrere eindrucksvolle Stadtvillen, die größtenteils von reichen Marschbauern als stadtnaher Alterswohnsitz errichtet wurden. Um die selbe Zeit, nämlich im Jahre 1908, wurde auch die ursprünglich aus der Zeit vor 1530 stammende [[Linteler Mühle]] neu errichtet.


Der einst dichte und namensgebende Lindenwald wurde im Laufe der Jahre gerodet. Erhalten geblieben sind nur wenige, vereinzelte Bäume. Durch Landkauf der Stadt wuchs der Ort mit dieser weiter zusammen, insbesondere im späten 19. Jahrhundert, beginnend mit dem [[Neuer Friedhof|Friedhofsgelände]]. Es folgte weitere Landkäufe um das spätere [[Krankenhaus Norden|Krankenhaus]] an der [[Feldstraße]] und schließlich die vollständige Eingemeindung der [[Sandbauerschaft]] in die [[Stadt Norden]] zum 1. April 1919.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 90f.</ref> Schon bald begann man auch hier mit der Erschließung neuen Baulands, wie beispielsweise an der [[Ubbo-Emmius-Straße]].
Der einst dichte und namensgebende Lindenwald wurde im Laufe der Jahre gerodet. Erhalten geblieben sind nur wenige, vereinzelte Bäume. Durch Landkauf der Stadt wuchs der Ort mit dieser weiter zusammen, insbesondere im späten 19. Jahrhundert, beginnend mit dem [[Neuer Friedhof|Friedhofsgelände]]. Es folgte weitere Landkäufe um das spätere [[Krankenhaus Norden|Krankenhaus]] an der [[Feldstraße]] und schließlich die vollständige Eingemeindung der [[Sandbauerschaft]] in die [[Stadt Norden]] zum 1. April 1919.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 90f.</ref> Schon bald begann man auch hier mit der Erschließung neuen Baulands, wie beispielsweise an der [[Ubbo-Emmius-Straße]].


1938 wurde auf dem [[Stuvert]] der [[Jahnplatz]]. Das Land gehörte ursprünglich zum [[Gut Lintel]], musste aber von dessen in Geldnot geratenden Besitzer verkauft werden. Im und nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] befanden sich hier mehrere Baracken, die sowohl als Lazarett als auch als Unterkunftsgebäude für Flüchtlinge und Vertriebene dienten. Die einzige noch erhaltene Baracke an der [[Kastanienallee]] dient heute als [[Vereinsheim (Kastanienallee)|Vereinsheim]]. Nach dem Krieg wuchs Ostlintel schließlich vollends mit den umliegenden Siedlungen zusammen und ist heute untrennbar mit der Stadt verbunden.
1938 wurde auf dem [[Stuvert]] der [[Jahnplatz]]. Das Land gehörte ursprünglich zum [[Gut Lintel]], musste aber von dessen in Geldnot geratenden Besitzer verkauft werden. Im und nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] befanden sich hier mehrere Baracken, die sowohl als Lazarett als auch als Unterkunftsgebäude für Flüchtlinge und Vertriebene dienten. Die einzige noch erhaltene Baracke an der [[Kastanienallee]] dient heute als [[Vereinsheim (Kastanienallee)|Vereinsheim]]. Nach dem Krieg wuchs Ostlintel schließlich vollends mit den umliegenden Siedlungen zusammen und ist heute untrennbar mit der Stadt verbunden.
Einhergehend mit der dichteren Besiedlung wuchs auch die Bedeutung des Ortes. 1955 bis 1956 wurde die [[Grundschule Lintel]] erbaut, 1964 das [[Frisia Bad]] und 1977 das [[Jugendzentrum]]. Durch Ausweisung weiteren Baulands wuchs der Ort immer weiter in nördliche Richtung an der Grenze der [[Lintelermarsch]] und ist nur in östlichen Teilen, insbesondere im Bereich der [[Wirde]], aber auch nördlich des [[Barenbuscher Weg|Barenbuscher Wegs]] noch nicht besiedelt worden. Große Teile von Ost- und Westlintel werden seit 1950 jedoch nicht mehr zu diesen gezählt, sondern als [[Neustadt]] bezeichnet. Konkrete Grenzen existieren jedoch nicht, im Allgemeinen wird jedoch der alte [[Linteler Weg]] hierfür herangezogen.


==Erwähnenswerte Gebäude==
==Erwähnenswerte Gebäude==
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* Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg
* Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg
* Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript
* Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript
* Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848


==Siehe auch==
==Siehe auch==