Heimatverein Norderland: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Der '''Heimatverein Norderland''' (früher: ''Verein für Heimatkunde für den Kreis Norden'') setzt sich seit 1919 für die Bewahrung und Dokumentation der Geschichte des [[Norderland|Norderlands]] ein. Seit 1922 hat er seinen Sitz im [[Altes Rathaus|Alten Rathaus]] und betreibt hier das [[Heimat- und Teemuseum]].
Der '''Heimatverein Norderland e. V.''' (früher: ''Verein für Heimatkunde für den [[Landkreis Norden|Kreis Norden]]'') setzt sich seit 1919 für die Bewahrung und Dokumentation der Geschichte des [[Norderland|Norderlandes]] ein. Der Verein ist dabei vor allem für das von ihm seit 1922 im [[Altes Rathaus|Alten Rathaus]] betriebene [[Heimat- und Teemuseum]] bekannt.


==Geschichte==
==Geschichte==
Unter Führung des Norder Fabrikanten [[Fiepko ten Doornkaat Koolman (1861)|Fiepko ten Doornkaat Koolman]] gründen Norder Bürger am 13. Oktober 1919 den ''Verein für Heimatkunde für den Kreis Norden'', um die Geschichte des [[Norderland|Norderlands]] zu dokumentieren und damit zu bewahren. Ursächlich war vor allem die als ''Auflösungstendenzen'' verstandenen Neuerungen im Alltag durch die ''Goldenen Zwanzigern''. Anders als in den Großstädten verwahrte sich das ländliche Norden weitestgehend der Moderne und besann sich bodenständig auf die Bewahrung und Pflege der ostfriesischen Kultur sowie der niederdeutschen Sprache.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 23</ref>
Unter Führung des Norder Fabrikanten [[Fiepko Jans ten Doornkaat Koolman]] gründen Norder Bürger am 13. Oktober 1919 im [[Weinhaus]] den ''Verein für Heimatkunde für den [[Landkreis Norden|Kreis Norden]]'', um die Geschichte des [[Norderland|Norderlandes]] zu dokumentieren und damit zu bewahren.<ref>Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 7</ref><ref name=":0" /> Ursächlich war vor allem die als ''Auflösungstendenzen'' verstandenen Neuerungen im Alltag durch die ''Goldenen Zwanzigern''. Anders als in den Großstädten verwahrte sich das ländliche Norden weitestgehend der Moderne und besann sich bodenständig auf die Bewahrung und Pflege der ostfriesischen Kultur sowie der niederdeutschen Sprache.<ref name=":0">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 23</ref>


1940 musste der Verein das Heimatmuseum [[Zweiter Weltkrieg|kriegsbedingt]] schließen. Erst im Dezember 1950 öffnet es mit einer Sonderuasstelung ''Ostfriesische Städtebilder'' wieder seine Pforten. Ein Teil der Gebäudes wird jedoch während der großen Wohnungsknappheit der Nachkriegszeit noch als Wohnraum genutzt.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 60</ref> Im Mai 1989 eröffnete der Heimatverein das Ostfriesische Teemuseum. Zu den prominenten Gästen der Einweihungsfeier gehörte auch der damalige Bundespräsident Roman Herzog.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 97</ref>
Über den genauen Aufbau des Vereins beratschlagte man sich am 21. Januar 1920 bei einer Versammlung. Es wurde festgelegt, fünf Arbeitsgruppen mit verschiedenen Themenschwerpunkten (Bibliothek und Sammlungen, Geschichte, plattdeutsche Sprache und Flurnamen, heimische Natur- und Pflanzenwelt, Landschaftsbild und heimische Bauweise) einzurichten. Primäres Ziel war es anfangs, Informationen zur Erforschung der Heimatgeschichte zusammenzutragen und erhaltenswerte historische Objekte ausfindig zu machen. So sollten beispielsweise Grabplatte vom [[Alter Friedhof]] zum Schutz vor weiterem Verfall in den Chorumgang der [[Ludgerikirche]] verbracht werden.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 9</ref> Relativ früh konnte man beim [[Magistrat]] dann auch schon die Überlassung von Räumlichkeiten im [[Altes Rathaus|Alten Rathaus]] erwirken, wo am 20. August 1920 erstmalig eine Versammlung abgehalten werden konnte.<ref name=":1" /><ref>Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 10</ref>


Bis heute setzt sich der Verein gemäß Satzung für die ''Förderung der Heimatpflege und Erforschung der Heimatgeschichte'' sowie der ''zukunftsorientierten Förderung von Kultur und Volksbildung, durch Forschung und Vermittlung der Forschungsergebnisse im Bereich der Teekultur und der Volkskunde sowie der Pflege, Bewahrung und Präsentation zu diesen Kulturbereichen''.<ref>[https://www.teemuseum.de/fileadmin/user_upload/Satzung_Heimatverein_Norderland.pdf Satzung des Heimatvereins Norderland], abgerufen am 29. Juli 2021</ref>
Bereits 1937 gab es Pläne, einen Neubau für das Museum zu errichten, die sich jedoch aus finanziellen Gründen nicht realisieren ließen.<ref>Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 23</ref> Der aufkommende [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]] tat sein Übriges. 1940 musste der Verein das Heimatmuseum kriegsbedingt schließen und nahm seine Arbeit erst im Sommer 1946 wieder auf. Im Dezember 1950 öffnete auch das Museum mit einer Sonderausstellung ''Ostfriesische Städtebilder'' wieder seine Pforten. Ein Teil der Gebäudes wurde jedoch während der großen Wohnungsknappheit der Nachkriegszeit noch als Wohnraum genutzt.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 60</ref> Im Mai 1989 eröffnete der Heimatverein das Ostfriesische Teemuseum. Zu den prominenten Gästen der Einweihungsfeier gehörte auch der damalige Bundespräsident Roman Herzog, der hier mit dem Norder Bundestagsabgeordneten [[Jann-Peter Janssen]] einer ostfriesischen Teezeremonie im ''[[Rummel]]'' beiwohnte.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 97f.</ref> Das Gebäude des Teemuseums an der [[Westerstraße 1]] hatte der Verein 1986 erworben, später folgten die Häuser an der [[Westerstraße 2]], der [[Westerstraße 3]] sowie der [[Westerstraße 4]].
 
Bis heute setzt sich der Verein gemäß Satzung für die "''Förderung der Heimatpflege und Erforschung der Heimatgeschichte'' sowie der ''zukunftsorientierten Förderung von Kultur und Volksbildung, durch Forschung und Vermittlung der Forschungsergebnisse im Bereich der Teekultur und der Volkskunde sowie der Pflege, Bewahrung und Präsentation zu diesen Kulturbereichen"'' ein.<ref>[https://www.teemuseum.de/fileadmin/user_upload/Satzung_Heimatverein_Norderland.pdf Satzung des Heimatvereins Norderland], abgerufen am 29. Juli 2021</ref>


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
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==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Theelacht]]
*[[Theelacht]]
== Weblinks ==
* [https://teemuseum.de/wp-content/uploads/2021/05/Satzung_Heimatverein_Norderland.pdf Vereinssatzung]


[[Kategorie:Körperschaften im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Körperschaften im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]

Aktuelle Version vom 7. September 2023, 19:54 Uhr

Heimatverein Norderland

Basisdaten
Gründung 13. Oktober 1919
Auflösung -
Rechtsform eingetragener Verein (e. V.)
Hauptsitz Am Markt 36

26506 Norden

Der Heimatverein Norderland e. V. (früher: Verein für Heimatkunde für den Kreis Norden) setzt sich seit 1919 für die Bewahrung und Dokumentation der Geschichte des Norderlandes ein. Der Verein ist dabei vor allem für das von ihm seit 1922 im Alten Rathaus betriebene Heimat- und Teemuseum bekannt.

Geschichte

Unter Führung des Norder Fabrikanten Fiepko Jans ten Doornkaat Koolman gründen Norder Bürger am 13. Oktober 1919 im Weinhaus den Verein für Heimatkunde für den Kreis Norden, um die Geschichte des Norderlandes zu dokumentieren und damit zu bewahren.[1][2] Ursächlich war vor allem die als Auflösungstendenzen verstandenen Neuerungen im Alltag durch die Goldenen Zwanzigern. Anders als in den Großstädten verwahrte sich das ländliche Norden weitestgehend der Moderne und besann sich bodenständig auf die Bewahrung und Pflege der ostfriesischen Kultur sowie der niederdeutschen Sprache.[2]

Über den genauen Aufbau des Vereins beratschlagte man sich am 21. Januar 1920 bei einer Versammlung. Es wurde festgelegt, fünf Arbeitsgruppen mit verschiedenen Themenschwerpunkten (Bibliothek und Sammlungen, Geschichte, plattdeutsche Sprache und Flurnamen, heimische Natur- und Pflanzenwelt, Landschaftsbild und heimische Bauweise) einzurichten. Primäres Ziel war es anfangs, Informationen zur Erforschung der Heimatgeschichte zusammenzutragen und erhaltenswerte historische Objekte ausfindig zu machen. So sollten beispielsweise Grabplatte vom Alter Friedhof zum Schutz vor weiterem Verfall in den Chorumgang der Ludgerikirche verbracht werden.[3] Relativ früh konnte man beim Magistrat dann auch schon die Überlassung von Räumlichkeiten im Alten Rathaus erwirken, wo am 20. August 1920 erstmalig eine Versammlung abgehalten werden konnte.[3][4]

Bereits 1937 gab es Pläne, einen Neubau für das Museum zu errichten, die sich jedoch aus finanziellen Gründen nicht realisieren ließen.[5] Der aufkommende Zweite Weltkrieg tat sein Übriges. 1940 musste der Verein das Heimatmuseum kriegsbedingt schließen und nahm seine Arbeit erst im Sommer 1946 wieder auf. Im Dezember 1950 öffnete auch das Museum mit einer Sonderausstellung Ostfriesische Städtebilder wieder seine Pforten. Ein Teil der Gebäudes wurde jedoch während der großen Wohnungsknappheit der Nachkriegszeit noch als Wohnraum genutzt.[6] Im Mai 1989 eröffnete der Heimatverein das Ostfriesische Teemuseum. Zu den prominenten Gästen der Einweihungsfeier gehörte auch der damalige Bundespräsident Roman Herzog, der hier mit dem Norder Bundestagsabgeordneten Jann-Peter Janssen einer ostfriesischen Teezeremonie im Rummel beiwohnte.[7] Das Gebäude des Teemuseums an der Westerstraße 1 hatte der Verein 1986 erworben, später folgten die Häuser an der Westerstraße 2, der Westerstraße 3 sowie der Westerstraße 4.

Bis heute setzt sich der Verein gemäß Satzung für die "Förderung der Heimatpflege und Erforschung der Heimatgeschichte sowie der zukunftsorientierten Förderung von Kultur und Volksbildung, durch Forschung und Vermittlung der Forschungsergebnisse im Bereich der Teekultur und der Volkskunde sowie der Pflege, Bewahrung und Präsentation zu diesen Kulturbereichen" ein.[8]

Einzelnachweise

  1. Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 7
  2. 2,0 2,1 Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 23
  3. 3,0 3,1 Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 9
  4. Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 10
  5. Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 23
  6. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 60
  7. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 97f.
  8. Satzung des Heimatvereins Norderland, abgerufen am 29. Juli 2021

Siehe auch