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==Mittelhaus==
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|Entstehungszeit
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|1877
|1999-2000 (1877)
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|Erbauer
|Erbauer
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|[[Michael Möss]]
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|Bauweise
|Bauweise
|Backsteinbau
|Ziegelsteinbau
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|Erhaltungszustand
|Erhaltungszustand
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|[[Neuer Weg]] 11
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26506 Norden
26506 Norden
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__NOTOC__
Das '''Mittelhaus''' (früher: ''Dat Middelhus'') ist die älteste und noch ausschließlich als solche genutzte bzw. bestehende Gaststätte in Norden. Der erste Wirt dieser Gaststätte war [[Jacob Oldewurtel|Jacob Willms Oldewurtel]], Sohn des Senators und Zichorienfabrikanten [[Enno Oldewurtel]] aus der [[Westerstraße]], der das Gebäude 1877 erwarb. Er gab seiner Schenke den bis heute geltenden Namen, da sie sinnbildlich ''mitten auf dem [[Neuer Weg|Neuen Weg]]'' lag.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 129</ref>
Das '''Mittelhaus''' (früher: ''Dat Middelhus'') ist die älteste und noch ausschließlich als solche genutzte bzw. bestehende Gaststätte in Norden. Der erste Wirt dieser Gaststätte war [[Jacob Oldewurtel|Jacob Willms Oldewurtel]], Sohn des Senators und Zichorienfabrikanten [[Enno Oldewurtel]] aus der [[Westerstraße]], der das Gebäude 1877 erwarb. Er gab seiner Schenke den bis heute geltenden Namen, da sie sinnbildlich ''mitten auf dem [[Neuer Weg|Neuen Weg]]'' lag.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 129</ref>


== Geschichte ==
Das heutige Gebäude wurde 1999 bis 2000 in Anlehnung an den Vorgängerbau neu errichtet und fügt sich damit harmonisch in das historische Ensemble des Neuen Wegs ein.
Gemeinsam mit seiner Ehefrau Ihtje Janssen Backer hatte der Goldschmied [[Johann Conrad Hicken]] das Haus, das damals noch die Anschrift ''Nummer 70, [[Osterkluft]], 4. [[Rott]]'' hatte, im Jahre 1877 von einem Mann namens Christian Andreassen erworben. Das Ehepaar Hicken hatte das Haus später an die beiden Kinder Adelheit und [[Johann Hicken]] vererbt, wobei Johann ab 1819 als alleiniger Besitzer geführt wird.<ref name=":02">Schreiber, Gretje (2006): Norder Häuser (II): Die Bewohner des Neuen Weges, in: Ostfriesischer Kurier</ref> Johann Hicken war mit Gerina Elisabeth Ihben verheiratet. 1877 ging das Haus an die Erben von Johann und Gerina Hicken. Tochter Maria Magdalena Hicken war seit 1874 mit [[Jacob Oldewurtel|Jacob Willms Oldewurtel]] verheiratet, einem Hausknecht und Kaufmann, der 1845 in Sandhorst geboren wurde, als Sohn des Webermeisters Reindt Arends Oldewurtel und dessen Frau Annecken Jacobs Oldewurtel, geborene Thiems.
__TOC__
==Geschichte==
Gemeinsam mit seiner Ehefrau hatte der Goldschmied [[Johann Conrad Hicken]] das Haus, das damals noch die Anschrift ''Nummer 70, [[Osterkluft]], 4. [[Rott]]'' gegen Ende des 18. Jahrhunderts von einem Maler namens Dör erworben.<ref>Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden (1973): Chronik. 70 Jahre Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden, Norden, S. 65</ref> Das Ehepaar Hicken hatte das Haus später an die beiden Kinder Adelheit und [[Johann Hicken]] vererbt, wobei Johann ab 1819 als alleiniger Besitzer geführt wurde.<ref name=":02">Schreiber, Gretje (2006): Norder Häuser (II): Die Bewohner des Neuen Weges, in: Ostfriesischer Kurier</ref> 1877 ging das Haus als Erbschaft über seine Tochter an [[Jacob Oldewurtel|Jacob Willms Oldewurtel]], mit dem sie seit 1874 verheiratet war.<ref>Lentz, Conrad (2021): Private Familienchronik; hier verschriftlicht am 24. Juni 2021</ref> Dort gründete er 1877 die Schankwirtschaft ''Dat Middelhus''.


Im Todesjahr der Eltern 1877 übernahmen Maria Magdalena und [[Jacob Willms Oldewurtel]] das elterliche Haus am heutigen Neuen Weg und gründeten die Schankwirtschaft ''Dat Middelhus''. Die Geschwister von Maria Magdalena konnten ausgezahlt werden, sodass das Haus 1880 in den alleinigen Besitz von Maria Magdalena überging.<ref>Lentz, Conrad (2021): Private Familienchronik; hier verschriftlicht am 24. Juni 2021</ref> In der weiteren Erbfolge übernahm 1907 nach dem Tod des Vaters der Sohn [[Reinhard Oldewurtel]].<ref name=":02" /> Die Gaststätte erfreute sich stetiger Beliebtheit, vor allem Mitarbeiter der [[Eisenhütte]] sollen hier nach Feierabend eingekehrt sein und ihren Lohn durchgebracht haben. In den 1920er Jahren gründete sich hier der stadtbekannte ''Bitternklub'', der seinen Namen davon erhalten hat, dass bei den Treffen dieser Runde ausschließlich [[Doornkaat]]-Bitterschnaps getrunken wurde.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 130</ref>
In der weiteren Erbfolge übernahm 1907 nach dem Tod des Vaters der Sohn [[Reinhard Oldewurtel]].<ref name=":02" /> Die Gaststätte erfreute sich stetiger Beliebtheit, vor allem Mitarbeiter der [[Eisenhütte]] sollen hier nach Feierabend eingekehrt sein und ihren Lohn durchgebracht haben. In den 1920er Jahren gründete sich hier der stadtbekannte ''Bitternklub'', der seinen Namen davon erhalten hat, dass bei den Treffen dieser Runde ausschließlich [[Doornkaat]]-Bitterschnaps getrunken wurde.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 130</ref>


Im April 1977 übernahm [[Uwe Oldewurtel]] die Gaststätte in der nunmehr vierten Generation.<ref name=":1" /> Seit dem Jahr 2000 wird sie von [[Michael Möss]] betrieben.  
Im April 1977 übernahm [[Uwe Oldewurtel]] die Gaststätte in der nunmehr vierten Generation.<ref name=":1" /> 1999 veräußerte er sie aus gesundheitlichen Gründen an [[Michael Möss]].<ref>[http://www.noord-norden.de/index_htm_files/NOORD%20Chronik%201-10neu.pdf Festschrift zum 100-jährigen Vereinsjubiläum von Noord Norden], abgerufen am 30. Dezember 2021</ref><ref name=":2" /> Dieser ließ das Gebäude abbrechen und es bis 2000 in Anlehnung an seinen historischen Vorgänger neu errichten.<ref name=":2">Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 19f.</ref>


== Beschreibung ==
==Beschreibung==
Im Erdgeschoss befindet sich ein großer Saal, der hauptsächlich für die allgemeine Bewirtung der Gäste genutzt wird. Im Obergeschoss befindet sich ein weiterer Saal, der in etwa halb so groß wie jener im Erdgeschoss ist. Dieser Saal wird, ebenso wie ein weiterer, gegenüberliegender, kleinerer Saal, vorwiegend für private Veranstaltungen genutzt.
Im Erdgeschoss befindet sich ein großer Saal, der hauptsächlich für die allgemeine Bewirtung der Gäste genutzt wird. Im Obergeschoss befindet sich ein weiterer Saal, der in etwa halb so groß wie jener im Erdgeschoss ist. Dieser Saal wird, ebenso wie ein weiterer, gegenüberliegender, kleinerer Saal, vorwiegend für private Veranstaltungen genutzt.
Über dem Haupteingang hängt ein kleines Schild, das spaßeshalber darauf hinweist, dass hier ''Original Ostfriesischer Apfelstrudel von geklauten Äpfeln'' serviert wird.
==Galerie==
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Datei:Neuer Weg um 1910 02.jpg|Aufnahme aus der Zeit um 1910 (2. von rechts).
Datei:Neuer Weg Mittelhaus um 1930 01.jpg|Der alte Gasthof (rechts) in der Zeit um 1930.
Datei:Neuer Weg Mittelhaus um 1970 01.jpg|Aufnahme aus der Zeit um 1970.
Datei:Mittelhaus Neuer Weg 11 11042020.jpg|Aufnahme vom 11. April 2020.
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==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
<references/>
<references/>


==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Alde Piano]]
*[[Liste der Häuser am Neuen Weg]]
*[[Lentzhof]]
*[[Haus des Gastes]]
*[[Landhaus Möss]]


[[Kategorie:Gastwirtschaften im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gastwirtschaften im Stadtgebiet]]