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'''Christine Neemann''' erlangte traurige Bekanntheit durch ihre Beziehung mit dem jüdischen Lehrer [[Julius Wolf]]. Die beiden wurden am 24. Juli 1935 von SA-Männern durch die Hauptstraßen von Norden getrieben. Beide mussten hierbei Schilder mit herabwürdigenden Sprüchen tragen.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 241</ref> Die Geschehnisse schilderte sie später wie folgt: ''"Anfang Juli 1935 wurde ich von sechs SA-Männern aus der Wohnung meiner Mutter geholt, weil ich mit einem Juden, Julius Wolff, verlobt war. Man hat uns zusammen durch die Straßen geführt, jeder ein Plakat um den Hals: Rassenschänder. Auf offener Straße hat man mich geschlagen und die Haare aus dem Kopf gerissen und dann ins Gefängnis gebracht.".<ref name=":0">[https://www.annefrank.de/fileadmin/Redaktion/Ausstellung_Berlin/Dokumente/160315_Einfuehrung_fuer_Lehrkraefte_A4.pdf Information zur Ausstellungsvorbereitung über Anne Frank], abgerufen am 11. August 2021</ref>''
[[Datei:Julius Wolff Christine Neemann Polizei Juden Nationalsozialismus Osterstraße 22 07 1935 02.jpg|mini|Prangermarsch von Wolff und Neemann.]]
'''Christine Neemann''' erlangte traurige Bekanntheit durch ihre Beziehung mit dem jüdischen Lehrer [[Julius Wolff]]. Die beiden wurden am 22. Juli 1935 von SA-Männern durch die Hauptstraßen von Norden getrieben. Beide mussten hierbei Schilder mit herabwürdigenden Sprüchen (''"Ich bin ein deutsches Mädchen und habe mich vom Juden schänden lassen"'' und ''"Ich bin ein Rasseschänder")'' tragen.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 241</ref> Das Bild fotografierte der örtliche Drogist im Auftrag der Partei. Er war selbst NSDAP- und SA-Mitglied und stellte die Bilder in seinem Schaufenster aus. Der Prozess, der 1949 wegen der Verfolgung des Paares geführt wurde, hatte die Verurteilung von sechs Angeklagten zu einer Freiheitsstrafen zwischen drei und sieben Monaten zur Folge. Der SA-Sturmführer Jäger und ein Polizist wurden aus Mangel an Beweisen freigesprochen.<ref name=":0" />


Neemann kam zuerst ins Gefängnis und von dort aus für etwa einen Monat ins Konzentrationslager Moringen. Danach wurde sie von ihrem Arbeitgeber entlassen und weiterhin gedemütigt. Wolff konnte in die Vereinigten Staaten fliehen. Das Bild fotografierte der örtliche Drogist im Auftrag der Partei. Er war selbst NSDAP- und SA-Mitglied und stellte die Bilder in seinem Schaufenster aus. Der Prozess, der 1949 wegen der Verfolgung des Paares geführt wurde, hatte die Verurteilung von sechs Angeklagten zu einer Freiheitsstrafen zwischen drei und sieben Monaten zur Folge. Der SA-Sturmführer Jäger und ein Polizist wurden aus Mangel an Beweisen freigesprochen.<ref name=":0" />
Die Geschehnisse schilderte sie später wie folgt: ''"Anfang Juli 1935 wurde ich von sechs SA-Männern aus der Wohnung meiner Mutter geholt, weil ich mit einem Juden, Julius Wolff, verlobt war. Man hat uns zusammen durch die Straßen geführt, jeder ein Plakat um den Hals: Rassenschänder. Auf offener Straße hat man mich geschlagen und die Haare aus dem Kopf gerissen und dann ins Gefängnis gebracht.".<ref name=":0">[https://www.annefrank.de/fileadmin/Redaktion/Ausstellung_Berlin/Dokumente/160315_Einfuehrung_fuer_Lehrkraefte_A4.pdf Information zur Ausstellungsvorbereitung über Anne Frank], abgerufen am 11. August 2021</ref>''
 
[[Polizei Norden|Polizeichef]] Limbach hatte zuvor vergeblich versucht, die Aktion zu verhindern, war mit seinem Widerspruch jedoch beim [[Landratsamt]] des [[Landkreis Norden|Landkreises Norden]] und der Geheimen Staatspolizei in Wilhelmshaven gescheitert. Dennoch löste die Polizei den demütigenden Marsch letztlich auf und nahm Neemann und Wolff in Haft. Die Gestapo verbrachte sie von dort zunächst in das [[Gerichtsgefängnis|Norder Gerichtsgefängnis]] und anschließend nach Aurich, von wo sie beide wiederum in das KZ Esterwegen überstellt, aber später freigelassen wurden.<ref>Raim, Edith (2013): Justiz zwischen Diktatur und Demokratie, München, S. 675</ref> Danach wurde sie von ihrem Arbeitgeber entlassen und weiterhin gedemütigt. Wolff konnte in die Vereinigten Staaten fliehen.''<ref name=":0" />''


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
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==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Jüdische Gemeinde Norden]]
*[[Jüdische Gemeinde Norden]]
*[[Elise Extra]]


[[Kategorie:Bürger der Stadt Norden]]
[[Kategorie:Bürger der Stadt Norden]]