Erster Weltkrieg: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Luftschiff Zeppelin über Norden Erster Weltkrieg um 1915.jpg|mini|Ein Zeppelin vom Luftschiffhafen Hage über Norden. Links die [[Gräfin-Theda-Schule]] (um 1915).]] | |||
Vom '''Ersten Weltkrieg''' war Norden, anders als während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] oder des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] nicht unmittelbar betroffen. Zwar zogen viele Männer (freiwillig und unfreiwillig) in den Krieg und auch zahlreiche Norder Frauen mussten im Hinterland, beispielsweise in den zahlreichen Lazaretten in den Stadt ihren Kriegsdienst leisten, doch blieb die Stadt von direkten Angriffen verschont. Doch wie jeder Krieg brachte auch der Erste Weltkrieg schwerwiegende Einschnitte in den Alltag der Menschen mit sich, insbesondere bei der Nahrungsmittelversorgung. Auch der gesellschaftliche und wirtschaftliche Wandel nach dem Krieg, die Ausrufung der Weimarer Republik und die gravierende Inflation, führten zu nicht unerheblichen Umbrüchen. | Vom '''Ersten Weltkrieg''' war Norden, anders als während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] oder des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] nicht unmittelbar betroffen. Zwar zogen viele Männer (freiwillig und unfreiwillig) in den Krieg und auch zahlreiche Norder Frauen mussten im Hinterland, beispielsweise in den zahlreichen Lazaretten in den Stadt ihren Kriegsdienst leisten, doch blieb die Stadt von direkten Angriffen verschont. Doch wie jeder Krieg brachte auch der Erste Weltkrieg schwerwiegende Einschnitte in den Alltag der Menschen mit sich, insbesondere bei der Nahrungsmittelversorgung. Auch der gesellschaftliche und wirtschaftliche Wandel nach dem Krieg, die Ausrufung der Weimarer Republik und die gravierende Inflation, führten zu nicht unerheblichen Umbrüchen. | ||
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Je länger der Krieg andauerte, umso schwieriger wurde die Versorungslage der Zivilbevölkerung. Insbesondere in dem strengen Winter der Kriegsjahre 1917 und 1918 litten die Norder unter dem Kohlemangel.<ref name=":0" /> Bereits der Winter 1916 ging als ''Steckrübenwinter'' in die Norder Geschichte ein, da Steckrüben wegen schlechter Kartoffelernten über die bitterste Not hinweghelfen mussten.<ref name=":1" /> Besonders schwerwiegend war dies für die ärmeren Schichten, die sich kaum die horrenden Preise für dieses knappe Gut leisten konnten. Der Schulunterricht an allen höheren Schulen wurden auf höchste Anordnung der kaiserlichen Regierung in Berlin geschlossen, vor allem auch, um den allgemeinen Kohlebedarf zu senken.<ref name=":0" /> | Je länger der Krieg andauerte, umso schwieriger wurde die Versorungslage der Zivilbevölkerung. Insbesondere in dem strengen Winter der Kriegsjahre 1917 und 1918 litten die Norder unter dem Kohlemangel.<ref name=":0" /> Bereits der Winter 1916 ging als ''Steckrübenwinter'' in die Norder Geschichte ein, da Steckrüben wegen schlechter Kartoffelernten über die bitterste Not hinweghelfen mussten.<ref name=":1" /> Besonders schwerwiegend war dies für die ärmeren Schichten, die sich kaum die horrenden Preise für dieses knappe Gut leisten konnten. Der Schulunterricht an allen höheren Schulen wurden auf höchste Anordnung der kaiserlichen Regierung in Berlin geschlossen, vor allem auch, um den allgemeinen Kohlebedarf zu senken.<ref name=":0" /> | ||
Im letzten Kriegsjahr kam es gehäuft zu Hamsterfahrten von Menschen aus dem Rheinland und Westfalen, die versuchten, sich bei den reichen [[Marsch|Marschbauern]], die anders als der große Rest der Bevölkerung, noch ausreichend Vorräte hatten, die sie horteten und meist nicht bereit waren, zu teilen. Diese Hamsterfahrten setzten sich noch bis 1920 fort.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 63</ref> | Im letzten Kriegsjahr kam es gehäuft zu Hamsterfahrten von Menschen aus dem Rheinland und Westfalen, die versuchten, sich bei den reichen [[Marsch|Marschbauern]], die anders als der große Rest der Bevölkerung, noch ausreichend Vorräte hatten, die sie horteten und meist nicht bereit waren, zu teilen. Diese Hamsterfahrten setzten sich noch bis 1920 fort.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 63</ref> Im Spätsommer 1918, wenige Wochen vor dem Kriegsende am 11. November 1918, gab die Stadtverwaltung den Druck von [[Notgeld]] beim [[Soltau Kurier Norden|Soltau Kurier]] in Auftrag, da das als wertbeständig geltende Hartgeld aus Gold und Silber im gesamten Reich zunehmend aus dem Zahlungsverkehr verschwindet.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 15</ref> | ||
In den unsicheren Zeiten nach dem Krieg entstand in der [[Westermarsch]] eine [[Bürgerwehr]], die jedoch nicht lange Bestand hatte. | In den unsicheren Zeiten nach dem Krieg entstand in der [[Westermarsch]] eine [[Bürgerwehr]], die jedoch nicht lange Bestand hatte. | ||