Gebrüder Freese: Unterschied zwischen den Versionen
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| Title = Gebrüder Freese | | Title = Gebrüder Freese | ||
| Text = Betrieb in Norden | | Text = Betrieb in Norden | ||
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Die Firma '''Gebrüder Freese''' waren ein an der [[Westerstraße 85]] ansässiges Unternehmen mit Schwerpunkt auf den Fahrzeugbau. Während in früheren Jahren sogar Kraftfahrzeuge zum Portfolio der Gebrüder gehörten, befasste man sich später vor allem mit dem Bau von Fahrrädern. Mit einem selbstgebauten Automobil gründeten sie 1908 zudem das erste örtliche Taxiunternehmen. | Die Firma '''Gebrüder Freese''' waren ein an der [[Westerstraße 85]] ansässiges Unternehmen mit Schwerpunkt auf den Fahrzeugbau. Während in früheren Jahren sogar Kraftfahrzeuge zum Portfolio der Gebrüder gehörten, befasste man sich später vor allem mit dem Bau von Fahrrädern. Mit einem selbstgebauten Automobil gründeten sie 1908 zudem das erste örtliche Taxiunternehmen. | ||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Die Gründung des Unternehmens geht auf [[Casjen Behrends Freese]], den Vater der Gebrüder [[Carl Freese|Carl]] und [[Johann Freese (Schlosser)|Johann Freese]], zurück, der von 1871 bis 1899 eine Schmiede an der [[Westerstraße 10]] betrieb. Das Gebäude wurde 1903 verkauft, die Söhne errichteten ein Jahr später an der gegenüberliegenden [[Westerstraße 85]] ein stattliches Wohn- und Geschäftshaus mit einliegenden Werkstätten.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 208</ref> Heute befinden sich dort vor allem Arztpraxen. | Die Gründung des Unternehmens geht auf [[Casjen Behrends Freese]], den Vater der Gebrüder [[Carl Freese|Carl]] und [[Johann Freese (Schlosser)|Johann Freese]], zurück, der von 1871 bis 1899 eine Schmiede an der [[Westerstraße 10]] betrieb. Das Gebäude wurde 1903 verkauft, die Söhne errichteten ein Jahr später an der gegenüberliegenden [[Westerstraße 85]] ein stattliches Wohn- und Geschäftshaus mit einliegenden Werkstätten.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 208</ref> Heute befinden sich dort vor allem Arztpraxen. | ||
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Der einsetzende [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]] brachte den Betrieb vorläufig zum Erliegen, da alle drei Brüder zum Kriegsdienst einberufen wurden und es damit niemanden gab, der das Unternehmen hätte fortführen können. Erst nach Kriegsende konnte die Produktion wieder aufgenommen werden, doch schon 1923 starb mit Carl der Innovationsmotor des Unternehmens. Zwar befasste sich auch Ulrich mit der Elektrotechnik und damit einem neuen Feld, doch als auch Johann seinen Beruf wegen körperlicher Gebrechen ab 1934 nicht mehr ausüben konnte, war das Ende des Unternehmens abzusehen. Endgültig kam der Betrieb nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] zum Erliegen, da die Freeses, wie viele mittelständische Unternehmen, den immensen Herausforderungen der Nachkriegszeit nicht standhalten konnten.<ref name=":2" /> | Der einsetzende [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]] brachte den Betrieb vorläufig zum Erliegen, da alle drei Brüder zum Kriegsdienst einberufen wurden und es damit niemanden gab, der das Unternehmen hätte fortführen können. Erst nach Kriegsende konnte die Produktion wieder aufgenommen werden, doch schon 1923 starb mit Carl der Innovationsmotor des Unternehmens. Zwar befasste sich auch Ulrich mit der Elektrotechnik und damit einem neuen Feld, doch als auch Johann seinen Beruf wegen körperlicher Gebrechen ab 1934 nicht mehr ausüben konnte, war das Ende des Unternehmens abzusehen. Endgültig kam der Betrieb nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] zum Erliegen, da die Freeses, wie viele mittelständische Unternehmen, den immensen Herausforderungen der Nachkriegszeit nicht standhalten konnten.<ref name=":2" /> | ||
Das Gebäude wurde wenig später | Das Gebäude wurde wenig später der Apothekersfamilie Groeneveld erworben, die seit jeher die anliegende [[Rats-Apotheke]] betreibt. Nach einer gelungenen Renovierung zog im vorderen Teil die ''Ubbo-Emmius-Buchhandlung'' ein, während im hinteren Teil sich schon bald mehrere Ärzte niederließen.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 212</ref> Die Buchhandlung gibt es nicht mehr, doch nach wie vor sind zahlreiche Ärzte hier ansässig, sodass die angrenzende Lohne auch [[Dokters Pad]] genannt wurde und wird. | ||
==Galerie== | |||
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Datei:Westerstraße Gebrüder Freese Ostfriesischer Kurier 1977 01.jpg|Bericht im [[Ostfriesischer Kurier|Ostfriesischen Kurier]] (''Heim und Herd'') aus dem Jahre 1977. | |||
Datei:Westerstraße Gebrüder Freese Ostfriesischer Kurier 1977 02.jpg|Bericht im [[Ostfriesischer Kurier|Ostfriesischen Kurier]] (''Heim und Herd'') aus dem Jahre 1977. | |||
Datei:Westerstraße Gebrüder Freese Ostfriesischer Kurier 1977 03.jpg|Bericht im [[Ostfriesischer Kurier|Ostfriesischen Kurier]] (''Heim und Herd'') aus dem Jahre 1977. | |||
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==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
<references /> | <references/> | ||
==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||
*[[Menno Janssen Fahrzeugbau]] | *[[Menno Janssen Fahrzeugbau]] | ||
*[[Stilkenboom]] | |||
[[Kategorie:Gewerbe im Stadtgebiet]] | [[Kategorie:Gewerbe im Stadtgebiet]] | ||
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]] | [[Kategorie:Norden (Stadtteil)]] | ||