Carl Ulfert Stegmann

Aus Norder Stadtgeschichte
Version vom 5. Juni 2026, 11:41 Uhr von Ostfriesenlord (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Dr. Carl Ulfert Stegmann (* 22. Mai 1940 in Norddeich; † 30. Januar 2025)[1][2] war von 1975 bis 2004 Geschäftsführer der Reederei Frisia.[3]

Leben

Dr. Stegmann wurde am 22. Mai 1940 in Norddeich geboren, wo er seine Kindheit und Jugend im elterlichen Haus verbrachte. Nach seinen Abitur am Ulrichsgymnasium und ein Austauschjahr in den USA studierte er Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaft in Köln, München und zuletzt in Münster. Dort schloss er seine juristische Ausbildung im Jahre 1968 ab. Ein Jahr später promovierte er zum Dr. jur. und absolvierte vier Dienstjahre als Beamter im höheren Dienst bei der Landesfinanzverwaltung Nordrhein-Westfalen.[2]

1972 kam er nach Ostfriesland zurück, um in die Fußstapfen seines Vaters Walter Stegmann zu treten. Nach drei Jahren als Vorstandsassistent übernahm er 1975 als Alleinvorstand der AG Reederei Frisia dessen Nachfolge. Er modernisierte die Reederei-Flotte umfassend und investierte in den Ausbau der Infrastruktur. Dabei prägte er das Unternehmen mit Weitsicht und Tatkraft. Der konsequente Ausbau des Roll-on-roll-off-Verfahrens, das Engagement für den Bau eines ortsnahen Hafens auf Juist und die Neugestaltung des Norddeicher Hafens zeugen von seiner strategischen Kompetenz. Unter seiner Führung wurde auch der Flugverkehr durch die Frisia Luftverkehrs GmbH ausgebaut.[2]

2004 schied Stegmann aus seinem Amt aus. Er blieb zunächst als Generalbevollmächtigter der Aktiengesellschaft und später als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats bis 2017 richtungsweisend aktiv. Seitdem führte sein Sohn Carl-Ulfert das Unternehmen in der vierten Generation.[2]

Untrennbar ist das Wirken Dr. Stegmanns auch mit der IHK für Ostfriesland und Papenburg verbunden. Als deren Präsident von 1987 bis 2007 prägte er die wirtschaftliche Entwicklung der Region nachhaltig. Er engagierte sich für den Ausbau der Häfen und Flugplätze, vor allem lag ihm aber die touristische Weiterentwicklung Ostfrieslands am Herzen. Auch nach seinem Rücktritt blieb Dr. Stegmann als Ehrenpräsident der IHK und in zahlreichen Gremien aktiv.[2]

Darüber hinaus war Dr. Stegmann Vorsitzender des Beirates der Oldenburgischen Landesbank, Beiratsmitglied der Bremer Landesbank und der Emder Verkehrs-AG, Vorsitzender des Vereins Region Ostfriesland, zudem stellvertretender Vorsitzender des Tourismusverbandes Nordsee.[2]

Nach seiner Pensionierung blieb er in zahlreichen Ehrenämtern und kulturellen Projekten engagiert. So unterstützte er lange Jahre die Jan-ten-Doornkaat-Koolman-Stiftung, deren Kuratorium er vorstand.[2] Dr. Stegmann engagierte sich im Förderverein Stationäres Hospiz in Hage, dessen Gründungsmitglied er war.[1][2] Er war Pate des Mehrgenerationenhauses in Norden und Mitglied im Lions Club Norden. Für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement wurde Stegmann 1996 mit dem Niedersächsischen Verdienstkreuz ausgezeichnet.[2]

Am 30. Januar 2025 verstarb Dr. Stegmann im Alter von 84 Jahren.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Online-Traueranzeige von Carl Ulfert Stegmann, abgerufen am 5. Juni 2026
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 2,8 Nachruf auf juistnews.de vom 4. Februar 2025, abgerufen am 5. Juni 2026
  3. Chronik der Reederei Frisia, abgerufen am 9. September 2021